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D´Leonhardstoana

Kreuth
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Fahnenweihe am 30. Juli 1922
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Die Fahnenweihe am 30. Juli 1922 war
ein Großereignis, nicht nur für Kreuth. Über 40 Vereine feierten mit
den Leonhardstoanan, darunter der Verein Edelweiß Günzburg und
Wildschützen Wien. Auch noch nach Jahrzehnten begannen die Augen der
Mitwirkenden zu glänzen, wenn die Rede auf die Fahnenweihe kam. Dazu
der Bericht des Schriftführers Johann Fröhlich: |
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Am 30. Juli 1922 feierte Dorf Kreuth
ein Fest wie es in seiner Art und Größe bisher noch keines erlebt hat.
Monate gehen die Vorarbeiten zurück, aber je näher das Fest kam, desto
lebendiger wurde es im Ort. Die letzte Woche ging es zu wie in einem
Ameisenhaufen, jung und alt war auf den Beinen, Daxen, Latschen und
Almrausch herbeizuholen, die Burschen und Dirndl verwandelten dieselben
in Hunderte von Metern Kränze zur Schmückung des Feldaltars, der
Tanzbühne und Häuser.
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Trotz des Regens der ganzen Woche ließen sich
die Burschen des Tales nicht abschrecken, ihre Häuser in den
prächtigsten Festtagsschmuck zu stellen wie es sonst noch nirgends der
Fall ist. Der Samstag kam und Petrus war den Kreuthern gnädig.
Allmählich verzog sich der Nebel, bayrisch blauer Himmel bedeckte das
Tal und in doppelter Frische überschauten die Berge das Tal. Als das
Abendrot der Dämmerung weichen mußte, als die Böller krachten und
mächtige Feuerzeichen von den bayrischen und Tiroler Bergen hernieder
leuchteten, war beste Feststimmung unter jedem Dach eingezogen.
Unterdessen kamen entfernt liegende Vereine an und kameradschaftliche
Unterhaltung mit Musik aber ohne Tanz wie es sich bei einer Fahnenweihe
gehört schloß die Vorfeier.
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Sonntagmorgen: Tagerwecken
durch Böllerschießen, dessen Widerhall sich in den
Bergwänden brach, erschreckt hob das äsende Wild die
Köpfe, die Spitzen der Berge glänzten in den ersten
Strahlen der Sonne, da wurde es lebendig im Dorf.
Die letzten Vorbereitungen waren beendet und die
ersten Festgäste kommen nun zu Fuß, mit Rad, mit
Wagen und im Auto. Allen voran unser schneidiger
Patenverein "d´Hirschbergler Reitrain" in
stattlicher Zahl mit Vorreiter und strammer Musik.
Verein um Verein
folgten über 40 an der Zahl vom Festverein empfangen und mit Musik in
den Ort begleitet. Um 10 Uhr war Aufstellung und Marsch zur Feldmesse wo
Hochwürden Herrn Benefiziat Behringer die Weihe vornahm, die hl. Messe
las und die Trachtler ermahnte, nicht nur in Tracht, Tanz und Sitte beim
Alten zu bleiben, sondern auch im Glauben es den Vätern gleichzutun.
Der herrliche Festgottesdienst, Männer, Burschen, Frauen und Mädchen
in heimatlicher Tracht, auf heimatlichen Boden, in andächtiger
Stimmung, in aller Stille um die Fahne geschart, umrahmt von den Felsen
und Wäldern des Tales, die feierlichen Weisen der Musik, begleitet vom
leisen Rauschen der Weißach, dies alles trug heilige Feststimmung in
alle Herzen.
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Nach dem Gottesdienst übergab die Fahnenbraut Marie Rasch die Fahne mit
sinnigen Worten an den Verein dieselbe mit einem herrlichen Band
schmückend. Darauf zierten die Fahne die Fahnenmutter Rosa Gloggner und
der Patenverein mit prächtigen Bändern sowie auch noch die Jungfrauen
und die Vorstandschaft. Unserseits wurde auch dem Patenverein ein Band
als Zeichen des Dankes überreicht. Treffliche Ansprachen von Seiten der
Vorstände des Fest- und Patenvereins Hans Seestaller und Josef
Bachmaier, sowie kernige Worte des Gauvorstandes Stumpf beendeten den
Akt der Weihe. |
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Um 1 Uhr bewegte sich der schier endlose Zug über Enterfels am Fuße
des Leonhardstoa zum Vereinslokal und Festplatz, dortselbst Beginn der
Ehrentänze auf der erhöhten und gedeckten Tanzfläche unter den
Schatten der Fichten.
Nach 4 Uhr war die Verteilung der Preise und
Erinnerungsbänder. Es erhielten d´Hirschbergler einen zinnernen Pokal
als Patengeschenk. Im Gau Meisterpreise 1. Neureuther Gmund, 2.
Hirschbergler Reitrain, 3. Höhastoana Wall.
Weitpreise Alpenrose Maxkron, 2. Eichenlaub Elbach. Ehrenpreise für Musik Hirschbergler
Reitrain und Neureuther Gmund. Außer Gau: Meistpreise 1. Miesbach
Stamm, 2. Hirschbachtaler Lenggries. Weitpreis Edelweiß Günzburg,
Ehrenpreise erhielten ferner: Geb. Schützen Komp. Tegernsee, Edelweiß
Dietramszell, Broatnstoana Fischbachau, Jagakam Hammer, Tr. Verein
Schliersee, Plankastoana Schaftlach, Gleißentaler Oberhaching,
Almrausch Stoarösl Vöhring, Silbastoana Bairawies, Taubenbergler
Osterwarngau, Simmetsbergler Wallgau, Wildschützen Wien.
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Uns aber ist die größte Freude
und Erinnerung die Fahnenweihe, daß dieselbe in
mustergültiger Ruhe und Ordnung verlaufen ist und
jeder Teilnehmer uns versicherte, noch nie ein so
schönes und echtes Fest miterlebt zu haben. Nach der
Fahnenweihe begaben wir uns zum Gasthof Lehmann und
hielten noch einen Festball ab, wo auch unser
Patenverein d´Hirschbergler teilnahmen. |
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Folgende Vereine besuchten uns mit
Personenzahl:
Veteranen Verein Kreuth, Arbeiter-Kranken-Unterstützungsverein Kreuth,
Hirschbergler Reitrain 108 und 18 Mann Musik; Taubenberger Osterwarngau,
17; Edelweiß Dietramszell, 33; Römastoana Sauerlach, 7; Schliersee,
23; Abergler Föching, 10; Plankenstoana Schaftlach, 21; Wallberger, 23;
Miesbach Stamm, 23; Oberlandler Reichersbeuern, 18; Jagerkamm Hammer,
27; Höhastoana Wall, 46; Lenggries, 17; Schlo´bergler Valley, 15;
Schmied von Kochel Waakirchen, 20; Broatnstoana Fischbachau, 27;
Rosenbergler Parsdorf, 13; Oberländler Neukirchen, 1; 15 Festzeichen;
Hochbergler Oberwarngau, 14; Tegernseer Schützen, 29; Geigastoana
Sachsenkam, 12; Silberstoana Bairawies, 4; Bodenschneidler Hauserdörfl,
12; Edelweiß Günzburg, 9; Simmetsberger Wallgau, 7; Glaisentaler
Oberhaching, 17; Amberger Pollong, 10; Wildschützen Wien, 4; Almrausch
Bender, 9; Hirschbachtaler Lenggries, 28; Almrausch Neuwied, 10. |
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Preise wurden gestiftet: Ein zinnerner
Pokal von Herrn Sanitätsrat May, ein Auerhahn von Lorenz Erlacher, ein
Hirschgeweih von Herrn Forstmeister Thoma, ein Hirschgeweih von Martin
Walch, 1 Hirschgeweih vom Sanktjohanser Lorenz, 1 Steinbockhorn von
Herrn Schmieseck, 1 Bussart von Herrn Göttfried, 1 Krug und 1 Tafel von
Michel Hollaus, 1 Krug von Lorenz Hagn, 1 zinnerner Kelch von Thomas
Reiser, 2 Gläser vom Seestaller Johann, 1 Hirschgeweihrahmen von L.
Sanktjohanser, 1 Büchse Schinken 9 Pfund von Herrn Lehmann,
verschiedene Preise wurden vom Verein noch gekauft. |
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Festrede von der Fahnenbraut Maria Rasch |
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Der Leonhardstoa der schaut ganz
groß, was ist denn heit in Kreuth drunt los,
das Festtagsgläut und Bölla krachen wia net gscheit.
I moa i laßn net z´lang ron, z´letzt kam i vom Denka z´schadn.
Es Reh, es Gamserl und es Hirsch, heit geht koa Jaga net auf Pirsch;
koa Wildschütz legt heit auf enk o,
wei´ oisam wo die Tracht tragn ko heit in Kreuth da is auf unserm Fest.
Heit is gweiht worn d´Fahn, die si d´Leonhardstoana zuaglegt ham.
Drum sicht ma da von Nah und Weit in Hoamattracht Manna und Weiberleut.
Verein mit Fahna trifft da o so vui daß is net nenna ko,
vorn greif i außa weil sis ghört, daß da jung Göd sein Patn ehrt.
D´Nachbarn vo Reitroa, da brauchst net z´fragn,
Hirschbergler i derf enk mei Vergeltsgott sagn und d´Musi bittert i
halt recht,
als oana net an Tusch spuin möcht (Tusch) und i vasprich enks bei da
Hand,
da Göd der macht enk gwieß koa Schand.
Jetzt ma is kurz, vastehts mi scho, wir stehn jetzt scho a Zeitl da.
Hunga und Durscht wird a hübsch groß,
drum Musikanten laßts oan los, für den Verein und alle Gäst, de kemma
san zu unserm Fest (Tusch).
Jetzt Fahnenjunker her zu mir, las no a Wartl redn mit dir,
du sollst die Trachtenfahna tragn, is net gar z´leicht i ko dirs sagn,
sei stolz und trag die Fahn in Ehrn, und dö was zu da Fahna ghörn,
obs guat enk oder schlecht geh´ mag, denkts zrück oft an den heitigen
Tag.
Es moants enk neahmt so gut wia i, drum bind i eng dös Bandl hi. |
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Prolog für die Jungfrauen gesprochen von Elise
Gloggner |
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Boarisch woi ma sei, sans oawei gwest,
und boarisch woin ma a bleibn.
Wir hoitn unsa Hoamat fest und loßn uns vo neamt vertreibn,
frei woin ma sei jedoch a treu, wo koa Glaub und Treu, blüaht
d´Lumperei.
A Mann a Wort muaß geltn grod, woin ma sei redli und frumm,
des Erbteil woin ma erhaltn und kehrat de ganze Welt si um,
in dene Stund laß mas beim Altn, wir Jungfraun woins so haltn.
Für oiwei mit enk Leonhardstoana dös Erbe der Väter bewacha,
dös Bandl is a Zoacha, daß uns ernst tuat sein, drum tua is eng an
d´Fahna hi macha. |
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Prolog für die Fahnenmutter gesprochen von
Rosa Gloggner |
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Heit endli is er da der Tag, nach dera
Woch voi Müah und Plog,
a schöne Fahn ham ma jetzt Leut, als Zeichen unserer Einigkeit.
So woin ma bleibn und a echt Boarisch und guat deutsch stets sei,
de Tracht woin ma dahoitn und mit dem Brauch laß mas beim Altn.
Des Gwand was ma bei uns da tragt is a vui schöna wia in da Stodt.
Leider gibts am Land a Leut es is net zum Lacha, de wo selane Modetänz
mitmacha.
Für uns aber war des gar net schö, wann ma bei de Gschichtn tuat
mitgeh.
Drum bitt in eng am heitigen Tag, folgts so guat als geht mein Rat,
bleibts treu der Heimat, treu da Tracht werds seng, daß dös die Herzen
froh und glückli macht;
tuats a an Herrgott danka wia sis ghört, na seids den Nama Trachtla
wert.
Als guata Mutter werd i eng stets beisteh obs guat eng oder schlecht
tuat geh,
daß aber net vergeßts den Rot von mi, bind i eng dös Bandl an d´Fahn
jetzt hi. |
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Prolog an den Patenverein gesprochen von
Johanna Schäffler |
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Vui Wort san gredt worn heit, aber
trotzdem bitt i enk liabe Leit,
hörts jetzt mir a bisserl zua, es dauert net lang,na habts enka Rua.
'Schauts aufi zum Hirschberg, zum Leonhardstoa, da Oa ziemlich groß, da
anda a bißl kloa.
Wia friedliche Nachbarn so kemmans ma für, de hoitn zamma so moanat i
schier,
daß a bei uns sa herunt a sollt sei, beim Hirschbergler und
Leonhardstoana-Verein.
A Herz und a Sinn für die guate alte Art und zammhaltn und Freundschaft
bamfest hart,
daß nix schiachs und nix schlechts zwischen uns eine kimmt,
daß nur Liab und Freindschaft bei uns zwoa Platz find.
Ös habts uns heit gmacht a groaße Freud, dafür dank ma eng 1000 mal
für alle Zeit.
Es habts uns an Patn gmacht zum heitinga Fest, is gwiß scho a Zoacha vo
Freindschaft gwest und habts wia sis gebührt.
Enka Bandl wird gwiß hoch in Ehren ghaltn bei de Junga und bei de Altn.
Und daß sechts daß wahr is wos i hob gsogt,drum hob i enk a Bandl
mitbracht,
des soi enk für oiwei a Zoacha sei, daß treu zu enk hoit da
Leonhardstoana Verein.
Jetzt Fahnajunker nimm die Fahn als Zeichen daß uns habts vastandn und
Vorständ gebts anander d´Händ,
gelobts Freundschaft für´n Verein, mitnand auf d´Nacht wenn ma
ausananda gehn na seis letzte Wort "Auf Wiedersehn". |
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Prolog für die Ausschußmitglieder gesprochen
von Agathe Fichtner |
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Ös werds mas net in Übi nehma, a
bißl bittschö hörts ma zua,
zum Wirt werds do no früa gnua kemma, vo mir aus habts boid enka Rua.
Für d´Vorstandschaft do tat i bittn, hoits zamma Leit gehts guat gehts
schlecht,
hoits hoch in Ehren dö oitn Sitten dö oite Tracht und sóite Recht.
Was heit versprocha habts für d´Fahn, da Herrgott der hots ghört do
am.
Und jetzt soits lebn oisam mitnand, drum Musikanten blosts schö zamm.
Fürn Ausschuß dat i jetzt no bindn dös Bandl eng an d´Fahna no und
wo Trachtla zamma findn,
so soi sei d´Fahna strikt voro. |
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Fahnenweihe am 22. Juni 1958
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Um 1/2 10 Uhr fand die Aufstellung des
Vereins vorm Batznhäusl statt. Viele Dirndln und Frauen beteiligten sich
in ihrer Festtagstracht am Zug. Um 3/4 10 Uhr startete der Abmarsch zur
Kirche. Um 10 Uhr begannen die Feierlichkeiten: Festpredigt, Fahnenweihe,
Hochamt. Anschließend wurde am Kriegerdenkmal ein Kranz niedergelegt.
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Nach
dem Heimmarsch zum Batznhäusl gab es für alle Weißwürst und Bier. Von dem
Plan, am gleichen Tag ein Gartenfest zu halten, mußte man leider infolge
der schlechten Witterung Abstand nehmen. |
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Dazu der Bericht im Seegeist: |
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Erster Weg an das Grab der Fahnenmutter
Anläßlich des 50. Stiftungsfestes der "Leonhardstoana" wird die
erneuerte Fahne geweiht.
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Wer am Sonntagmorgen über die
Riedlerbrücke in Kreuth zum "Batznhäusl" ging, bekam dort ein buntes
Trachtenbild zu sehen: Schalkfrauen, Mädchen im Mieder, Burschn in der "Kurzn",
die Mannerleut im schwarzen Trachtengewand. Sie alle trafen sich hier für
den Kirchenzug zum Festgottesdienst im Kreuther Gotteshaus.
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Ein besonderer Anlaß hatte die "Trachtler"
so zahlreich zusammen geführt, galt es doch die erneuerte Fahne des
Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins "d´Leonhardstoana" zu weihen. Die
Rottacher Musikanten eröffneten den Zug, gefolgt von den ältesten
Vereinsmitgliedern mit der verhüllten Fahne. Dann kamen die Frauen in der
Tracht und die männlichen Vereinsmitglieder. |
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Vor dem Gottesdienst hielt der Pfarrherr von Kreuth, Pfarrer Englmann,
eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Weihe der erneuerten
Fahne in ein besonderes Jahr falle: Vor 50 Jahren, am 21. Juni 1908,
gründeten Kreuther Burschen die Gesellschaft der "Leonhardstoana", aus der
dann im Jahre 1920 der Trachtenverein wurde.
Aus dem Kirchenarchiv hatte
Pfarrer Englmann die Niederschrift der Gründungsvereinbahrung
herausgesucht und las sie den Trachtlern vor. Pflege und Erhalt der guten
Sitte und des angestammten Brauchtums, Treue zum Glauben der Väter sind
die wesentlichsten Punkte darin. |
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Nun wurde die Fahne enthüllt und entrollt, die Weihezeremonie vollzogen.
Darauf begann der Gottesdienst, stilvoll umrahmt von dem Gesang der
"Kreuther Buam", die unter Leitung von Rudi Rehle die "Deutsche
Bauernmesse" zur Ehre Gottes sangen.
Sofort nach dem Gottesdienst wurde
die erneuerte Fahne zum Grab der Zahlerbäuerin, Rosa Gloggner, getragen,
als Ehrung für die Fahnenmutter der ersten Fahnenweihe im Jahre 1922. |
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Viele Mitglieder der "Leonhardstoana" mußten ihr Leben in den beiden
Weltkriegen lassen und so war es selbstverständlich, daß sich die
Überlebenden und die Jugend des Vereins um das Kriegerdenkmal
versammelten, um die Toten zu ehren. Tief senkte sich die neugeweihte
Fahne, die Weise vom guten Kameraden erklang und Vorstand Sepp Winkler
legte mit ehrendem Nachruf einen Latschenkranz nieder. Mit klingendem
Spiel rückte der Kirchenzug hierauf ab. |
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Hatte den ganzen Vormittag das Wetter ausgehalten, so machte es dem
geplanten nachmittäglichen Programm einen dicken Strich durch die
Rechnung, denn der Regen zwang die Trachtler, das traditionelle Waldfest
abzusagen. |
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