Flurdenkmäler

Großer Legerstein

Die Religion als stärkste geistige Kraft, die das Leben unserer Vorfahren weitgehend bestimmte, gab Anlaß zu einer vielseitigen und vielschichtigen Entfaltungsmöglichkeit der Frömmigkeits- und Glaubensbezeugung.
Zum Gesamtbild der alpenländischen Kulturlandschaft gehörten daher nicht nur die vielen Kirchenbauten mit dem Reichtum ihrer Stilformen, sondern auch die ungezählten schlichten Kapellen, die einfachen Feldkreuze, Bildstöckl und Sühnekreuze, die in überaus reicher, heute kaum noch vorstellbarer Zahl die Wege säumten.

Unterschiedlich waren die Anlässe, die zur Errichtung solcher Flurdenkmäler führten und führen, alle sind jedoch in der selben Absicht entstanden, den Vorübergehenden zu Andacht und Fürbitte anzuregen und zu einer besinnlichen Rast aufzufordern. Wenn die Bergkreuze zur Ehre Gottes und der Gefallenen errichtet wurden, war der Anlaß für die Weg- und Feldkreuze doch wohl mehr ein Handfester. Man war und ist auf die Hilfe Gottes angewiesen: auf der Straße, bei der Arbeit, bei Krankheit, Hunger und Not. Zum Gedenken an ein Unglück oder auch Verbrechen wurden Bildstöckeln, Sühnekreuzen und Marterl errichtet.

Auch ohne GPS und elektronischen Hilfsgeräten konnten unsere Vorfahren das Land genau vermessen, dies bezeugen heute noch Grenzsteine und Steinsäulen.

 

Bergkreuze

Blankenstein

Blankenstein

Die Kreuzaufstellung auf dem Blankenstein erfolgte am 18. und 25. Mai 1930 durch die Gebirgstrachtengruppe des Kath. Zentral-Gesellenvereins München. Die Einweihung des Gipfelkreuzes war dann am Pfingstmontag, den 9. Juni 1930 durch Präses Ignaz Westner.

Blankenstein Nadel

rechts Blankensteinnadel

Auch die Blankenstein-Nadel krönt ein kleines Eisenkreuz, das 1935 errichtet wurde. Daneben installierte man 1964/65 eine kleine Gedenkglocke für den Bergsteiger Kinshofer Toni (1934-1964) aus Bad Wiessee. Im August 1983 schlug hier der Blitz ein und verkürzte die Blankenstein-Nadel um etwa 30 cm und schleuderte die Glocke in die Tiefe. 1987 wurde der reparierte Glockenstuhl wieder vom Blitz zerstört. So wurde am 7. September 1991 ein neuer Glockenstuhl auf einer Felsplatte vor dem Einstieg zur Nadel installiert und vom Egerer Pfarrer Siegl eingeweiht. Der Kinshofersprung von der Nadel auf die Blankensteinwand ist fotografisch dokumentiert. Zu den Meisterleistungen des Toni zählten die Winterbegehung der Eigernordwand 1960 und die Nanga-Parbat-Expedition 1962. Die Blankenstein-Nadel-Ostkante bezwangen erstmals Breitmoser Sepp und Meier Sepp am 15.9.1935. Die Erstbesteigung seiner Ostflanke erfolgte am 14.8.1955 durch Lang Walter und Rusch Ernst.

Daffenstein

Daffenstein

Daffenstein = getaufter (gewaschener) Stein
Tafelstein = nach den Gesetzestafeln Moses
Davidsstoa = da wurden Moses und David verwechselt

Doch wie heißt er wirklich? In den Karten ist es der Daffenstein, bei den Einheimischen der Davidsstoa. 1928 errichteten Kreuther Holzknecht ein Holzkreuz, das mit Blech beschlagen ist. Dies waren damals: Bruckmeier Bertl, Spitzer Franz, Stillner Hans sen., Jackl Franz, Langer Sepp, Mühlauer Heini, Binder Franz, Feichtn Toni, Stinnler Hans jun., Strillinger Anderl. Der Zahn der Zeit und die Kletterer nagen an den zwei Steinen, sie zerfallen.

Guffert

Obwohl der Guffert schon tirolerisch ist, schaut er doch zu uns herüber. Das erste Gipfelkreuz wurde am 17. Juni 1894 auch von Bayern errichtet und zwar von der Sektion München des Alpenvereins. Seine Wiedererrichtung war am 3. August 1909. Am 14. Juli 1963 wurde das neue Gipfelkreuz eingeweiht.

Halserspitz

Halserspitz

Das Halserspitzkreuz errichtete die Schisportabteilung des ASV München im Sommer 1960 - gestiftet von Herrn Mannhardt - auf dem 1861 m hohen Gipfel. Bereits 1897 war ein Metallkastl, mit einem Buch und einer Metall-Windfahne auf ein Rohr montiert. Darin die Buchstaben ACH = Alpen-Club-Halserspitz München. Um 1909 noch vorhanden. Der Gufferthüttenwirt, Richard Kummer, setzte ca. 1932 ein Gipfelkreuz. Damals wurde auch der Steig von der Gufferthütte zum Gipfel gebaut. 1946 war noch ein Gipfelbuch vorhanden. Übrigens ist es der Halserspitz und nicht die Halserspitz, denn es ist keine niederdeutsche Spitze sondern ein bayrischer Spitz, so auch der Riedlerspitz, ist der Berg spitz dann ist es eine Nadel.

Hirschberg

Hirschberg

Seinen Namen - Hyssersberg, Hyrsperg, Sattelberg - hat der Hirschberg früher öfters gewechselt. Auch seine Höhenangaben schwankten zwischen 1668 und 1718 m. Aufgrund der ganz genauen Messungen von heute ist der Berg 1669,8 m hoch. Die Besiedlung des Berges durch Almen reicht weit bis ins Spätmittelalter zurück: schon im Almverzeichnis des Klosters Tegernsee von 1427 werden die Luckeralmen und die Rauheckalmen erwähnt. 1879 trugen zehn Männer der Sektion München ein fast einen halben Zentner schweres Kastl einschließlich Befestigungsrohr von Egern aus auf den Gipfel des Hirschbergs und befestigten es dort. Das erste Gipfelbuch hierzu, in Leder gebunden und metallbeschlagen, stiftete der Universitäts-Buchbinder Heinrich Sanctjohanser jun. aus München mit einer umfassenden Beschreibung des Gipfelpanoramas. Ab 1887 erhielt der Hirschberg den ersten touristischen Stützpunkt. Die Luckenalm vom Scherf in Schärfen wurde vom neu gegründeten privaten Hirschberg-Hüttenverein-Tegernsee erworben und im Lauf der Jahre zum Hirschberghaus aus- und umgebaut.

Im Jahr 1901 ging es in private Hände über, wechselte mehrmals den Besitzer und fiel am 6. Juli 1962 einem Brand zum Opfer. Im alten Hirschberghaus erinnerte eine Marmortafel an den Besuch des preußischen Kronprinzen Wilhelm und seiner vier Brüder am 5. August 1897. Die Tafel ist leider nicht mehr vorhanden. Am 16. November 1962 erwarb die Gemeinde Kreuth die Brandruine. Nach einer längeren Planungs- und Neubauphase wurde das neue Hirschberghaus am 20. Oktober 1968 unter seinem Erbauer und Hüttenwirt Sepp Linsinger aus Bad Wiessee eingeweiht. Die nach der Gründung des ersten Hirschberghauses nächste touristische Tat, war die Errichtung eines Gipfelpavillions - vermutlich noch vor 1900 - dessen Fundamenteisen heute noch rund um das Gipfelkreuz zu sehen sind. Daneben stand eine Fahnenstange mit einer Bank rundherum. Wenig später (1901) gab es die erste Panoramakarten vom Hirschberg, die auf einer Länge von 154 cm den gesamten Rundblick erläuterte.

Der Pavillion wurde gleich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs beseitigt, da auf dem Hirschberggipfel eine Beobachtungsstelle zur Überwachung des Luftraumes eingerichtet wurde. Einer der letzten Gipfel im Tegernseer Tal, welche ein Kreuz erhielten, war der Hirschberg. Das erste Kreuz errichtete der Kolpingverein Rottach-Egern im Jahr 1953 und ebenso das nächste im Jahr 1973. Das heutige Kreuz von 1980 stammt von den Hirschberglern Unterhalb des Hirschberghauses befindet sich ebenfalls ein Kreuz - errichtet 1972 - dessen Vorgänger schon vor der Jahrhundertwende vor knorrigen Bergfichten stand, gerade an der Stelle, an der man am Normalweg von der Hirschlack kommend, zum ersten Mal das Hirschberghaus erblickt.

Luckenkopf

Das erste Bergkreuz dürfte schon im 18. Jahrhundert - als Alm- oder Wetterkreuz - auf dem Luckenkopf gestanden sein. Im Jahr 1889 wurde ein Kreuz vom Alpinen Sportclub Tegernsee errichtet. Die nächsten Kreuzerrichtungen datieren auf: 22. Oktober 1923, 11. Juli 1954, 6. Juni 1970 und das derzeitige auf 8. Juni 1981. Sämtliche errichtet vom GTEV D´Hirschbergler in Reitrain. Am 22. August 1923 feierten die Hirschbergler ihr 15jähriges Bestehen. Der Krieg war nun 5 Jahre vorbei und der Verein erlebte eine Blütezeit mit einem so großen Zulauf an jungen Mitgliedern, daß eine Aufteilung in Zechen erfolgen mußte. Die wahrscheinlich aktivste, die Scherferer Zech, beschloß zu dieser Zeit, das ziemlich alte und ramponierte Gipfelkreuz auf dem Luckenkopf beim Hirschberg zu erneuern.

Der Baum, aus dem der Hollaus Michael später das Kreuz hackte, wurde vom Forstamt Kreuth gekauft und kostete wegen der damaligen Geldentwertung 48.400.000,- Mark. Das Beschläg, das der Schmied Josef Forster in Scharling anfertigte, schlug auch mit 372.000.000,- Mark zu Buche. Dieses Geld sammelten die Scherfer Zechburschen. Am 22. Oktober 1923 konnte das Kreuz von den Scherfer Zechburschen aufgestellt werden und um 1 Uhr mittags weihte H.H. Prälat Haindl von Egern mit einer sehr sinnvollen Bergpredigt, aber bei nicht sehr schönem Wetter, ein. Dieses Kreuz wurde auch zum Gedenken an die im Krieg gefallenen Hirschbergler errichtet und eine Marmortafel mit ihren Namen, die leider irgendwann spurlos verschwunden ist, wurde angebracht.

Nach 31 Jahren war das Kreuz keine Zierde mehr. Am Sonntag den 11. Juli 1954, wurde es vom Egerner Kaplan, Georg Schlüter, geweiht und anschließend im Hirschberghaus eine Bergmesse gefeiert. Zuvor wurde am selben Tag das Farrntenner-Kreuz (Scherfer Wetterkreuz) eingeweiht. Nach weiteren 16 Jahren hatten auch dem Kreuz auf dem Luckenkopf die Witterungseinflüsse so arg zu schaffen gemacht, daß es auf Initiative vom Vorstand, dem Mayr Zeno, erneuert werden mußte. Der Spiegler Hausl und der Sollacher Sepp fertigten in ihrer Zimmererwerkstatt das Kreuz an, stifteten es und die jungen Hirschbergler beschlossen, es zu Ehren der Gefallenen von Scharling aus hinaufzutragen. Am 7. Juni 1970 wurde es eingeweiht. Nur 10 Jahr hielt das Kreuz auf dem Luckenkopf. Am 30. Mai 1981 wurde es von 17 Hirschberglern hinaufgetragen und aufgestellt. Bei der Einweihung am 8. Juni 1981 durch H.H. Pfarrer Siegl sagte Mayr Gabi noch einen Prolog.

Hochalm

Auf dem breiten Grasrücken der Hochalm (1427 m) steht ein großes Holzkreuz und grüßt in den Isarwinkel. Der Betonsockel trägt die Jahreszahl 1960 eingraviert. Auf der Tafel steht:

Gedenke der Gefallenen vom Isarwinkel - das waren unsere Freunde 1939 - RIP - 1946

Bereits 1946 wurde ein Gedenkkreuz für die Gefallenen des Isarwinkels 1939-1945 errichtet. Ein Holzkreuz ist auf der Hochalm aber schon 1930, oder früher, gestanden; dies beweist ein Foto aus dieser Zeit.

Leonhardstein

Leonhardstein

Das Wahrzeichen von Kreuth ist der 1449 m hohe Leonhardstein. Er gab auch dem Gebirgs-Trachten-Erhaltungsverein seinen Namen "D´Leonhardstoana". Nach der Reisebeschreibung "Tegernsee und seine Umgebung" von Dr. Joseph von Hefner, München 1838, Verlag der Fleischmann´schen Buchhandlung stand schon 1838 ein Kreuz auf seinem Felsengipfel. Hefner schreibt: "...Zur Rechten ragt schroff der Leonhardstein (4975 F.) empor, dessen Spitze ein eisernes Kreuz schmückt, zur Linken lagern sich die grünen Matten..."

Auf der Zeichnung "Ein Jägerhäusl in Dorf Kreuth 1838" von Lorenz Quaglio steht auf dem Leonhardstein ebenfalls ein Kreuz. Lt. dem Sulzbacher Kalender (Orts- Landeskunde Kalender Bayern) wurde 1853 ein eisernes Kreuz auf dem Gipfel errichtet. Im Jahr 1870 war eine weitere Kreuzerrichtung.

 

Dieses Bild beweist die Aufrichtung eines großen Holzkreuzes 1915. Das Kreuz hielt nur 2 Jahrzehnte. Als Dank für die glückliche Heimkehr aus dem 2. Weltkrieg wurde 1945 wiederum ein Holzkreuz aufgestellt und von Pfarrer Engelmann geweiht. Das Kreuz von 1945 wurde vom Sturm im Winter 1954/55 umgerissen, darum mußte 1955 ein neues Kreuz aufgestellt werden.

Dazu der Bericht aus dem Protokollbuch des Vereins:

Kreuzerrichtung und Kreuzeinweihung auf dem Leonhardstein am 19. Juni 1955 - Nach umfangreichen und gründlichen Vorbereitungen war es soweit, daß zur Vollendung der Tat geschritten werden konnte. Am Pfingstmontag (30.5.) wurden vorwiegend von Mitgliedern des Vereins, aber auch anderen freiwilligen Helfern, Eisenschienen, Zement, Sand, Wasser und Werkzeuge in mühevoller Arbeit zum Gipfel geschafft und die Eisenstangen gleich einbetoniert. Die Hauptarbeit und zugleich das schwerste Stück Arbeit wurde am Sonntag den 19.6. geleistet. Das schwere Kreuz, das der Spitzer Franzl in aller Früh von Kreuth bis hinauf zur Kirchengasse gefahren hatte, wurde von hier aus auf den Schultern der Nimmermüden zum Gipfel des Leonhardsteins getragen, wo es dann in fachgemäßer Weise aufgestellt und verankert wurde.
Zur Einweihung des Kreuzes, nachmittags um 14 Uhr, die in einer kurzen schlichten Feier von Herrn Pfarrer Engelmann vorgenommen wurde, fanden sich über 100 Andächtige auf dem Gipfel ein. Das Kreuz wurde dem Andenken der Gefallenen der beiden Weltkriege geweiht. Der Einweihungsfeier folgte eine eindrucksvolle Feldmesse am Fuß des Leonhardsteins in einer Lichtung der Kirchengasse. Der Tag fand seinen fröhlichen Abschluß in einem zünftigen Beisammensein aller Beteiligten mit Musik und Tanz in der Vereinshütte. Der Verein stiftete hierzu Bier und Brotzeit. - Er lebe hoch!

Dazu der Bericht im Seegeist vom Mittwoch den 22. Juni 1955:
Das vierte Gipfelkreuz auf dem Leonhardstein - Nicht zur Orientierung oder für den Fremdenverkehr, sondern zur Ehre Gottes hat am vergangenen Sonntag ein neues Gipfelkreuz auf seinem Hausberg aufgestellt. Es ist das vierte innerhalb von 85 Jahren. Unter außerordentlich starker Anteilnahme der Bevölkerung wurde es auf dem Gipfel des Leonhardsteins errichtet und geweiht. Nach der Kreuzeinweihung wurde ein Feldgottesdienst abgehalten. Wenn auch der Aufstieg der Kreuzträger beschwerlich war, so kam der Humor dabei nicht zu kurz. Besonders, wenn es darum ging, dem einen oder anderen Kameraden einen Streich zu spielen. Da das Einbetonieren der Eisenschienen und der Verankerungen schon vorher erledigt worden war, konnte man, nachdem der Blechmantel um das neue Kreuz herumgelötet worden war, darangehen, das Kreuz aufzustellen, das nun mit seinen sechs Metern Höhe ins Tal hinunter grüßt. Immer mehr Bewohner des Dorfes kamen, um den Männern bei ihrer Arbeit zuzusehen und die Aufstellung und Weihe des Kreuzes mitzufeiern. Wie groß die Anteilnahme der Bevölkerung war, läßt sich leicht daraus ersehen, daß 103 Menschen auf dem kleinen Gipfel des Leonhardsteines waren, um diese Stunden mitzuerleben.

Als das mit leuchtend grüner Farbe gestrichene Kreuz nach schwerer Arbeit in die Eisenschienen gebracht (um ein vorzeitiges Verwittern zu vermeiden, berührt das Kreuz nicht mehr direkt den Fels) und nach allen vier Seiten verankert war, wurde es mit einem herzhaften Juchzer begrüßt. Pfarrer Engelmann, den man mit reichlichem Beifall auf dem Gipfel empfangen hatte, nahm dann die kirchlichen Weihehandlungen vor. Er widmete das Kreuz den Gefallenen der Gemeinde in beiden Weltkriegen. Der Andachtsjodler beschloß die kleine kirchliche Feierstunde. Hans Gruber, zweiter Vorstand des Trachtenvereins, dankte in seiner kurzen Ansprache allen, die mitgeholfen hatten, das Werk zu vollenden. Über die Geschichte der Gipfelkreuze berichtete er, daß das erste Kreuz im Jahre 1870 errichtet wurde. Wie lange dieses Kreuz stand, weiß man heute nicht mehr genau. Jedenfalls wurde im Jahre 1915 ein neues Kreuz aufgestellt. 1945 errichteten Kreuther als Dank für die glückliche Heimkehr aus dem zweiten Weltkrieg und aus der Gefangenschaft das dritte Kreuz auf dem Gipfel des Kreuther Wahrzeichens. Jetzt wurde nun das vierte Kreuz im Gedenken an die Gefallenen beider Kriege aufgestellt. Anschließend trugen sich alle Anwesenden in das neue, von Toni Hagn geschaffene Gipfelbuch in Ledereinband ein, zuerst Pfarrer Engelmann, dann Bürgermeister Hagn, der Vereinsvorstand und dann alle, die gekommen waren, um an dieser Feierstunde teilzunehmen.

Der Altar zum Feldgottesdienst war am Fuße des Leonhardstein errichtet worden. Durch eine Waldschneise sah man von hier aus das neue Kreuz herunterleuchten. Die heilige Messe, musikalisch umrahmt von der Bauernmesse, wurde von einem Kaplan zelebriert, der nach langen Jahren der Gefangenschaft hier in Kreuth Erholung sucht. Pfarrer Engelmann sprach zu den Gläubigen über die Bedeutung des Kreuzes und über das Kreuztragen in unserem Leben."Wir stellen", so führte er weiter aus, "die Kreuze auf unseren Berggipfeln nicht zur Orientierung oder zur Hebung des Fremdenverkehrs auf, sondern zur Ehre Gottes. Das Kreuz, das auf den Gipfeln der Berge im wahren Frieden steht, soll uns Mahner in dieser Zeit sein, den Frieden zu erhalten und für den Frieden zu schaffen". Die warmen und passenden Worte Pfarrer Engelmanns gaben der Feier einen schönen und nachhaltigen Abschluß. Während des nachmittags hatten viele Kreuther, die die Bergwanderung nicht mitmachen konnten, die Ereignisse auf dem Gipfel des Leonhardstein durch Ferngläser beobachtet.

1970 renovierten die Leonhardstoana das Gipfelkreuz. In der Hauptversammlung des Vereins, am 22.1.1994, hieß es: Leider wurde schon wieder das Gipfelbuch vom Leonhardstein gestohlen, obwohl es an einem Drahtseil befestigt war. Das einzige Gipfelbuch das wir besitzen ist von 1954. Am Samstag den 1. März 2008 riß der Sturm Emma das Gipfelkreuz um. Der Gipfelbuchkasten wurde leer gefunden. Es ist den Andenkenjägern wohl nicht bewußt, daß sie mit ihrem Diebstahl Menschenleben gefährden und der Bergwacht unnötig das Suchen schwer machen; aber Dummheit stirbt nie aus! In einer Ausschußsitzung der Leonhardstoana wurde beschlossen, ein neues Kreuz aus Edelstahl aufzustellen. Der Auftrag ging aufgrund seiner Erfahrung mit Edelstahl an Hans Hintermeier aus Ebing bei Mühldorf/Inn. In ca. 75 Arbeitsstunden fertigte er das neue Kreuz. Am 1. Juni 2008 haben folgende Leonhardstoana-Mitglieder die Verankerung der Stahlseile betoniert: Baudrexl Bertl, Harrer Thomas, Meyer Jakob, Stanglmayr Michi, Jennerwein (Binder) Anian, Reich Flori, Hausotter Thomas, Sanktjohanser Sepp, Wimmer Tobias, Mehringer (Mühlauer) Georg und Andreas.
Am Sonntag, den 15. Juni 2008, wurde nun das neue Edelstahlkreuz hinaufgetragen und aufgestellt. Rund 40 fleißige Helfer halfen eifrig mit.

Risserkogl

Risserkogl

Wann das erste Kreuz auf dem 1826 m hohen Risserkogel gesetzt wurde, ist nicht festzustellen. Das Gebiet wurde von 1890 - 1923 von der ASV-München betreut. Im Juni 1903 stürzte der Privatdozent Dr. Bauer nachts ab und wurde von der ASV-Tegernsee geborgen. Vielleicht wurde aus diesem Anlaß ein Gedenkkreuz gesetzt. Das heutige Kreuz wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet.

Roßsteinwand

Im 3. Führer des Verschönerungsverein Tegernsee ist bereits 1912 ein Kreuz auf der Roßsteinwand erwähnt. Am 14. Oktober 1956 war die Einweihung des Gedächtniskreuzes für Hagn Georg zum Danzl und Gerold Franz. Sie verunglückten bei der Heimfahrt nach der Besteigung des Matterhorns. Die Weihe des renovierten Kreuzes war am 21. Juli 1984.

Roß- und Buchstein

Roß- und Buchstein

Ab 1899 galt dem Roß- und Buchstein das besondere Interesse der Alpenvereinssektion Tegernsee (gegründet 1883). Der 1698 hohe Zwillingsfelsen aus rätischem Kalk mit der freistehenden Roßsteinnadel - ein 60 m hoher Turm - verlockte schon viele Kletterer.

Der Buchstein erhielt 1894 sein erstes Holzkreuz. Eine Tafel vermeldet: Zum verehrlichen Andenken an den verstorbenen Forstpraktikanten Max Illing von München ließ dessen Mutter, Frau Oberst von Illing vom Wiesensteig das Kreuz auf den Buchstein setzen. Der Verstorbene hatte den Buchstein wiederholt bestiegen. Das Kreuz wurde am 21.8.1894 mittags 12 Uhr bei schönstem Wetter in Gegenwart der Unterzeichneten gesetzt und eingeweiht durch Herrn Pfarrer Greck, Dorf Kreuth. Die Anwesenden: Oskar Pintsch (Berlin), Kiechle (kgl. Forstmeister, Dorf Kreuth), Allgäuder (kgl. Forstvorstand, Bad Kreuth), May Wilhelm (cand. med., München), Greck Max (Lehrer München), Gloggner (Bergführer, Scharling), Kleinhuber Josef (Holzknecht, Straßlach), Max Leo (Holzknecht, Pförn), Elise Zellner und Grethe Harrer (Sennerinnen der Schwarzen Tenn). 2. Tafel: Anstelle dieses durch die Elemente zertrümmerten Holzkreuzes stiftete Oskar Pintsch, DAS-Berlin, dieses eherne Kreuz und errichtete es bei Gelegenheit seiner 15. Anwesenheit in Bad Kreuth und 5. Besteigung des Buchsteins im Juni 1903.

Bereits vor 1894 soll es ein Almkreuz (Bucheralm) aus Fichtenholz auf einem ostseitigen Gipfelplatz gegeben haben. Einige Jahre später, am 7. Oktober 1916, wurde das übermannsgroße, vielen bekannte, Eisenkreuz mit Strahlenkranz gesetzt. Am Einstieg in den Kamin hinter der Tegernseer Hütte befestigte man 1920 eine Gedenkplakette mit dem Portrait von Dr. Max Schwaegerl der bis zu seinem Tod in Frankreich (1915), acht Jahre lang Leiter des AVS Tegernsee gewesen war. Bei der Erneuerung des Buchsteinkreuzsockels im Juni 1978 entdeckte man die Stiftsurkunde von 1903. Dieses 2. Kreuz wurde auch vom Kreuther Pfarrer Simon Greck geweiht in anwesenheit von Dr. Wilhelm May (Kreuth) und Hans Wiendl (Zimmermann aus Kreuth) sowie Oscar Pinsch (Berlin).

Auf dem benachbarten Roßstein (1697 m) wurde am 28. Juli 1901 das König Ludwig II. Kreuz eingeweiht, aufgestellt vom Alpenclub Edelraute München. Den kirchlichen Segen spendete Pfarrer Lidl von Lenggries. Ein etwa vier Meter hohes Holzkreuz wurde am 7.10.1916 gesetzt. Zur 75 Jahrfeier der Alpenvereinssektion Tegernsee stiftete Frau Maria Flick ein neues Kreuz mit Gedenk-Bronzeplatte, welches am 6. September 1959 von Pfarrer Engelmann aus Kreuth eingeweiht wurde. Die Platte wurde nach einigen Jahren gestohlen.

Roßsteinnadel

Die 60 m hohe Roßsteinnadel wurde am 21. Juni 1899 von H. Leberle und E. Angermann erstmals bezwungen. Sie depornierten dort ein Gipfelbuch, welches von 1899 bis 1912 die Bezwinger der Nadel vermerkt. Das 2. Buch stiftete August Schmid, AVS Tegernsee 1913. Der bergbegeisterte F. Hailer brachte per Rad von München her ein kleines Holzkreuz, welches seine Kameraden M. Käsbohrer, M. Heiß und Maiholzer mit ihm am 15. Juli 1904 setzten. Am 28.4.1908 mußte es bereits wieder instand gesetzt werden. Im Oktober 1947 war die Einweihung eines neuen Kreuzes durch Pfarrer Kronast von Egern. Gestiftet hatte es Hellmut Bargou aus Oberhof.

Schildenstein

Schildenstein

Das Gedenkkreuz auf dem Schildenstein, 1611 m, trägt die Inschrift:

Unserem lieben Kameraden Bertl Bauer, Zollassistent in Bayerwald, geb. 13.1.1927 - gest. 9.2.1957. Durch einen Schiunfall im Dienst tödlich verunglückt.

In einem Prospekt von Wildbad Kreuth - von ca. 1910 - ist ein Foto vom Schildenstein mit Gipfelkreuz und Metallkastl mit Gipfelbuch.

Setzberg

Setzberg

Die Weihe des Kreuzes am Setzberg - 1712 m - erfolgte am Fest Kreuzerhöhung, 14. September 1955. Auf dem Kreuzbalken standen die Buchstaben: OLAF 13.1.16 - 18.7.61. Gemeint ist der Kirchenarchitekt Olaf Andreas Gulbransson. Nachdem ein schwerer Gewittersturm das große Holzkreuz zertrümmert hatte, stiftete die Wallbergbahn AG auch das 2. Bergkreuz, dessen Weihe am 28. September 1986 erfolgte; Erlacher Klaus aus Oberach hatte es zimmert. Die Gedenktafel erinnert an Martina Lermer, welche am 28. März am Setzberg tödlich verunglückte.

Tiroler Schinder Trausnitzberg

In der Geschichte der AV-Sektion München ist ein Gipfelbuch, in einem Metallkastl, im Jahr 1907, erwähnt. Das erste Kreuz am Schinder wurde 1961 durch Albert Schneider und seiner Familie aus Miesbach erstellt. Am 2. August wurde das vermutlich morsche Kreuz durch ein Kreuz aus Eichenholz von Bergkameraden des am 4. Juli 1963 verstorbenen Albert Schneider ersetzt. Wie der Name schon sagt, es ist ein Schinder. Es gibt auch den bayrischen Schinder, denn muß man sich aber nicht unbedingt antun.

 

Denkmäler

Erinnerungstafel an den Besuch des russischen Zarenpaares 1838

Besuch des russischen Zarenpaaren 1838

Die Tafel hängt in der offenen Molkenhalle in Wildbad Kreuth. Die russische Zarin Alexandra Feodorowna und ihre Tochter Großfürstin Alexandra Nicolajewna weilten vom 29. Juli bis 30. August 1838 in Wildbad Kreuth zur Kur. Zar Nicolaus I. Pawlowitsch besuchte überraschen seine Damen vom 12. August bis zum 25. August 1938. Zu Ehren der Majestäten wurden von den Einwohnern von Kreuth Trachtentänze aufgeführt. Das Kaiserpaar bedankte sich am 16. August 1838 mit einem Scheibenschießen und anschließendem Ball für die Bevölkerung (Tagebuch des Kaspar Petzenbacher). In diesem Sommer ging es hoch her in Bad Kreuth, drei Kaiserinnen gaben sich die Ehre: die russische, die österreichische und die brasilianische; dazu das bayrische Königspaar und Erzherzogin Sophie von Österreich mit Gatten (Eltern von Kaiser Franz Joseph I.).

König Ludwig I. zählte, ohne die Kinder mitzurechnen, bei Tafel achtzehn Verwandte und registrierte, dieses Essen habe zwei geschlagene Stunden gedauert. Bei diesem Besuch bestellte sich Zar Nicolaus I. beim Gastwirt und erfahrenem Viehimporteur Obermayr Max in Gmund eine Herde oberbayrisches Fleckvieh, zur Verbesserung der russischen Rinderzucht. Für den 7 monatigen Fußmarsch - Mitte Oktober 1850 bis Mitte Mai 1851 - vom Tegernsee bis St. Petersburg erhielten die Tiere eiserne Beschläge an den Hufen.

Gedenkstein für Otto Pintsch

Gedenkstein für Otto Pintsch

Auf dem Weg oberhalb eines kleinen Angers neben dem Weg von der Bad Lack nach Siebenhütten steht ein Gedenkstein. Die Inschrift lautet:

Zum Andenken an Oskar Pintsch aus Berlin und rechts darunter gewidmet von seinen Freunden 1913

Eine kleine Kupfertafel am Sockel des Steins erinnert an die Bemühungen (Renovierung) der DAV-Sektion Tegernsee mit den Worten: Renoviert 1986 in Dankbarkeit gegenüber Herrn Oskar Pintsch, dem Stifter des Gipfelkreuzes auf dem Buchstein im Jahr 1903. Sektion Tegernsee im DAV. Oskar Pintsch, *13. März 1844 in Berlin; + 10. Januar 1912 in Berlin, war mit seiner Gattin Helene (1857-1923) jahrelang Gast in Wildbad Kreuth und freundschaftlich verbunden mit Herzog Carl Theodor, Hofrat Dr. Heinrich May und seinem Sohn, dem späteren Sanitätsrat Dr. Wilhelm May in Kreuth.

 

Gedenktafel für Oskar Pintsch

Oskar Pintsch war Mitinhaber der Pintsch-Werke in Fürstenwalde an der Spree und mit seinem Vater und seinen Brüdern ein bahnbrechender Pionier der Beleuchtungstechnik, besonders im Eisenbahn- und Schifffahrtswesen. Er war Mitbegründer des bekannten, nach ihm und seiner Gattin benannten "Oskar-Helene-Heim" in Berlin, zu dessen Grundstock er im Jahr 1908 eine halbe Million Goldmark spendete. Die Eröffnung des Heimes im Jahr 1914 erlebte er nicht mehr. Gedacht als Ausbildungsheim für jugendliche Behinderte diente das Haus sogleich im 1. Weltkrieg in der Orthopädietechnik für Kriegsversehrte und wurde während des 2. Weltkrieges Speziallazarett für Verwundete, die beide Hände verloren hatten. Nach dem Wiederaufbau diente das Haus als spezielle Forschungsstätte für Sonderprothesen in der Contergan-Katastrophe.

Gedenktafel für'n Kiem Pauli

Gedenktafel für'n Kiem Pauli

An der Apsis der Hl. Kreuz Kapelle in Wildbad Kreuth ist eine Bronzetafel von der Gemeinde Kreuth zum 100. Geburtstag vom Kiem Pauli angebracht worden. Entwurf und Gestaltung übernahm Markus Hagn aus Reitrain.

Kiem Pauli
Volkssänger und Liedersammler
* 25.10.1882 + 10.9.1960

König Max Denkmal

König Max I. Denkmal

Das Denkmal für den ersten bayrischen König, Max I. Joseph, steht über einer Quelle zwischen Wildbad Kreuth und Siebenhütten. Die Grundsteinlegung fand am 27. Mai 1828 in Anwesenheit von König Ludwig I. und seinem Bruder Prinz Carl statt. Am Geburtstag der Königinwitwe Caroline, dem 13. Juli 1828 wurde das Denkmal feierlich eingeweiht. Anwesend war auch diesmal die Königinwitwe, der König, Prinz Carl, sowie viele weitere erlauchte Gäste und Einheimische. Entworfen hat das Denkmal Jean Baptiste Mètevier, die Erzbüste fertigte Johann Baptist Stiglmaier. Die Quelle des Kreuther Heilwassers wird bereits 1568 erwähnt; Apian, der bekannte bayrische Geograph hebt bereits ihre Heilkraft hervor. König Max I. ließ die Quelle im Jahr 1821 in einer eichenen Brunnenstube sammeln und eine Rohrleitung anlegen. Linsen, die in diesem Quellwasser gekocht, werden nicht weich, sondern steinhart: (Stemplinger, Immerwährender Kalender 1. Band) Der Spruch am Denkmal, den König Ludwig I. aussuchte, lautet:


Rein und Segensreich
wie diese Quelle
war sein Leben

Kriegerdenkmal

Kriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal am Kirchberg ist eine Stiftung der Gräfin Sascha von Schlippenbach und wurde 1918 eingeweiht. Darauf vermerkt wurden die Toten der Sendlinger Mordweihnacht 1705, der Koalitionskriege von 1792 bis 1815 (auch Napolionische Kriege genannt), des deutsch-französischen Kriegs von 1870-1871 (zeitgenössisch auch Siebziger Krieg oder 70/71 genannt) und die Toten des 1. Weltkriegs. 1951 erweiterte die Gemeinde das Kriegerdenkmal um auch den Gefallenen des 2. Weltkriegs zu gedenken.

Mariensäule - Marianne Strauß Brunnen

Marianne Strauß Brunnen

Marianne Strauß, die Frau des bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, verunglückte auf der Bundesstraße 307 zwischen Oberhof und Scharling, bei der Fleischhacker-Unterführung, am 22. Juni 1984 tödlich. Zum 1. Todestag wurde die Gedächtnissäule errichtet und am Gedenktag eingeweiht. Ursprünglich stand sie weiter rechts, zum Hotel Post hin.

Nach dem Bau des Kurverwaltungsgebäudes und Schaffung des Platzes, Dorfplatz genannt, wurde der Brunnen auf den heutigen Platz verlegt. Die Fertigstellung erfolgte im Laufe des Jahres 1988.

Grenzsteine

Grenzsäule am Achenpaß

Diese Grenzsäule kann man an der B 307, 300 Meter nördlich der heutigen Straßengrenze, besichtigen. Auf dem 3 Meter hohen Denkmal ist das Wittelsbacher Rautenwappen und der Tiroler Adler zu sehen. Die Zahl 1557 erinnert an den Passauer Vertrag. Im Passauer Vertrag wurde die jahrhundertelang umstrittene und umkämpfte Grenze zwischen Baiern und Tirol neu vermarcht. An das alte Ort gesözt AO 1676 bedeutet, daß der offenbar teilweise erneuerte Stein an der Stelle von 1557 gesetzt wurde. Die Bemerkung "Weiser für 204" verweist auf den nächsten Grenzstein.

Grenzstein 136

Dieser Grenzstein ist ein Pfeiler auf einem Sockel mit einem dachartigen Aufsatz und steht östlich der Risselsbergalm. Er stammt wohl von 1771 und 1844. Auf bayrischer Seite sind die Wittelsbacher Rauten, auf tiroler Seite der Tiroler Adler.

Grenzstein 160 - Großer Legerstein

Großer Legerstein

Der Große Legerstein ist seit 1557 genannt, es ist ein Kalksteinbrocken mit eingehauenem Steinkreuz. Er steht auf der Landesgrenze von Bayern/Tirol an der Bayrischen Wildalm, auf einer Höhe von ca. 1550 Meter.

Grenzstein 181

Dieser etwa 40 cm aus dem Boden ragende Grenzstein zwischen Baiern und Tirol am Reitstein, südöstlich von Glashütte gilt als der älteste Grenzstein des Landkreises Miesbach überhaupt. Er zeigt auf der bayrischen Seite das Wittelsbacher Rautenwappen, auf der anderen Seite den Tiroler Adler und als älteste Zahl 1557. Damals war nach dem "Passauer Vertrag" die jahrhundertelang umstrittene und umkämpfte Grenze zwischen Baiern und Tirol neu vermarcht worden. Leider ist der Berg nur schwer zugänglich

Stundensäule

Stundensäule

Einen alten Meilenstein kann man noch 500 Meter südlich der Zufahrt zu Wildbad Kreuth, am Parkplatz der B 307 betrachten. 18. Stundensäule, Entfernung für Postkutschen um 1796 auf der "Chaussèe von München über Toegernsee ins Tyrol", nach Adrian von Riedel.

Kapellen

Bildstöckl beim Bahrein

Bildstöckl beim Barein

Dieser Bildstock ist eine Pestsäule und gegenüber vom Bareinhof (Derndl) in Reitrain, an der B 307. Sie wurde 1638 aufgestellt. Im unteren Bildteil ist der Boandlkramer, im oberen Teil die Mutter Gottes mit ihrem Kind. Georg Derndl und seine Frau sind 1634 von der Pest dahingerafft worden, sie hinterließen 2 Kinder. Die Befreundeten, d. h. die Verwandten verkauften den Hof 1635 an Balthasar Höß von Kleinbuch bei Wiessee. Höß mußte sich verpflichten die beiden Kinder christlich und väterlich aufzuziehen und unterhalten, nitweniger auf sein Costen den Pueben drey Jar in die Schuel gehen zu lassen (nach Franz Mühlberger).

Bildstöckl beim Mühlauer

Bildstöckl beim Mühlauer

Nach dem Kreuther Denkmalverzeichnis, erstellt vom Kgl. Bezirksamt in Miesbach im Jahr 1905, stand diese Betsäule an der alten Steinbrücke, die den Mühlauergraben zwischen Mühlauer-Anwesen und dem heutigen In der Wieden (früher Forstamt) überspannte und den Mühlauern die Arbeit auf den drüben liegenden Wiesen und Feldern wesentlich erleichterte. Die aufwendige Brücke aus Stein läßt vermuten, daß sie schon zu Klosterzeiten errichtet wurde, zu einer Zeit also, da der Mühlauer ein Lehen des Klosters Tegernsee war. Auf dieser Brücke geschah vor ungefähr 150 Jahren (um 1860) ein schweres Unglück, bei dem nach der mündlichen Überlieferung ein Urahne der derzeitigen Mühlauer-Besitzer mit dem Fuhrwerk über die Brücke hinunter stürzte, wobei beide Pferde den Tod fanden, der Mühlauer jedoch mit dem Leben davon kam. Und so kam nun als Dank für das glückliche Geschick die Säule an die Brücke. Die Säule aber stammt aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und wirft deshalb die Frage auf: Wo stand sie einst und was war der ursprüngliche Grund ihrer Errichtung? Wars die Pest? Wars der Schwed? - Niemand weiß es.

In den Jahren 1906/07 wurde die Brücke abgebrochen und aus den Steinen das heutige Mühlauer-Zuhäusl erbaut, das wiederum einem Neubau weichen mußte. Dabei erhielt die Säule sicher einen neuen Standort und vermutlich damals - zur Verschönerung - einen neuen Hut. Schon bald darauf - im Jahr 1907 - erhielt sie hohen Besuch in Form der staatlichen, jährlichen Gemeinde-Visitation, die sie mit folgendem Wortlaut beanstandete: Die Betsäule in Mühlau ist ohne Kenntnis der Behörde mit einem höchst unschönen Blechhut versehen worden, welcher das Gespött der Passanten herausfordert und in keiner Weise mit den schönen Formen dieses beachtenswerten Kunstdenkmales harmoniert. Im Benehmen mit dem Pfarramte ist für würdige Instandsetzung der Betsäule Sorge zu tragen.

Viel Zeit verging bis zur viel milderen, ja humorvollen Beurteilung der bis dahin nicht geänderten Säule, lt. Band I. 15 Landkreis Miesbach, Denkmäler in Bayern des Bayr. Landesamtes für Denkmalpflege vom Jahr 1986 (der Entwurf stammt allerdings schon von 1973): Bildstock, 16. Jahrhundert, nachgotisch, große Laterne mit spitzbogigen, jetzt leeren Bildnischen, der Sockel im Boden versunken. Die kuriose Blechabdeckung mit Kreuz wohl aus dem 19. Jahrhundert. Keine Beanstandung mehr, nur noch eine Feststellung. Der kuriose Blechhelm war somit auch schon historisch und somit Denkmal und mit Foto dokumentiert. Auch im Kreuther Heimatbuch von 1984 ist leider noch die Säule mit der alten Blechabdeckung enthalten und diese als Tiroler Stil bezeichnet, obwohl - wie zu lesen - die Renovierung vom Jahr 1977 bekannt war. Ohne Wissen der Beanstandung von 1907 und ohne Wissen der Aufnahme der Säule im Jahr 1972/73 in ein geplantes Denkmalverzeichnis haben die Mühlauer-Geschwister in Eigeninitiative zugeschlagen und der Säule das heutige ansprechende Aussehen verliehen. Der Mühlauer-Mehringer Schwiegersohn Peschl Wolfgang, hat - endlich nach 70 Jahren - der Säule die geforderte harmonische Abdeckung verpaßt. Darüber hinaus hat er, anhand vorhandener Fotos, die alten Bilder in den leeren Nischen mit der Darstellung des Brückenunglückes mit darüber schwebender Gottesmutter und den Heiligen Josef, Leonhard und Hubertus erneuert. Auf den ältesten Fotografien - Blick vom Mühlauer auf Kreuth und den Leonhardstein - ist die Brücke und Säule gut zu erkennen. Auch heute - wie bei der Errichtung gedacht - dient die Säule noch oder wieder, der Andacht und dem Gebet. Um die kleine Bildstocksäule versammelt sich in jedem Jahr eine kleine Gemeinde und feiert mit Gebet und Gesang eine stimmungsvolle Maiandacht.

Mariengrotte am Hirschberg

Nicht unerwähnt sei auch die - schon 1892 errichtete - schöne Mariengrotte, die einst am früheren Weg vom Bauern in der Au her, kurz vor der Hirschlack lag. Heute findet man sie oberhalb des höchsten Punktes der Straße, ehe diese wieder zur Hirschlack hinunterführt, südlich eines Felsens. Nach vergeblichem suchen nach den Erbauern (wegen deren Einverständnis) nahmen die Hirschbergler sich ihrer an und renovierten sie - mit einer neuen Madonna und Schmiedeisengitter - zu einem Kleinod, deren Einweihung dann am 13. September 1987 gefeiert wurde.

Hubertuskapelle in der Wieden

Hubertuskapelle in der Wieden

Die Kapelle in der Wieden wurde vom Esterl Thomas, Jäger bei den bayrischen Staatsforsten, erbaut und am 24. Juli 1993 vom Kreuther Pfarrer Ben Eilers gesegnet. Als Dank für die Rettung vorm Rollstuhl dem hl. Hubertus geweiht. Bei den Aufräumungsarbeiten vom Westeuropa-Orkan im Oktober 1987 schnellte ein Baum zurück und dem Esterl in den Rücken. Dabei brach er sich drei Lendenwirbeln, die Bruchlinie bis auf einen Millimeter an den Rückenmarkskanal reichend. Thomas war haarscharf an einer Querschnittslähmung vorbei geschlittert. Eine besondere Rarität ist im Boden unter dem Altar eingelassen, eine rotbraune Steinplatte, in der ein versteinerter Tintenfisch eingeschlossen ist. Der Stein wurde vom Esterl in der Valepp gefunden und von einem Geologen auf ein Alter von ca. 150 Millionen Jahre geschätzt.

Leonhardikapelle

Leonhardikapelle am Kirchenfeld

Die Leonhardi-Kapelle steht am Kirchenfeld, auf dem Weg zum Leonhardstein. Eigentlich ist es ein Leonhard-Kapellen-Bildstock, er wurde im Jahr 2008 vom Frank Friedl einem Kreuther Jäger errichtet. Im Inneren der Kapelle befindet sich eine Figur des Heiligen Leonhard.

Kapellenbildstöckl in Riedlern

Kapellenbildstock in Riedlern

In Riedlern führt der Leonhard-Meßner-Weg über die Wiesen (Riedler Feld) südwärts in Richtung Raineralm. Am Ende der Wiesen steht ein Kapellenbildstock. Was mag der Grund zur Errichtung dieses Bauwerks gewesen sein und was ist darüber bekannt oder schriftlich niedergelegt? Es steht fest, daß der Bildstock 1743 errichtet wurde und zwar auf Zobl-Grund, es gehört gewissermaßen zum Zobl-Anwesen und wird auch von deren Besitzern gepflegt und erhalten. 1743 war der Österreichische Erbfolgekrieg, an dem nicht nur Kreuther als Soldaten teilnehmen mußten, auch auf Kreuther Grund und Boden wurde gekämpft. Nach den Aufzeichnungen des Abtes Gregor I. Plaichshirn vom Kloster Tegernsee haben an jenem 23. April 1743 die Banduren auf dem rueckhweg auch des Benedicten-Pauls Bueben, so fluehen wollte, geschossen und da er noch hat fortkriechen wollen, hat ihn ein anderer gar in Stueckhen zerhauet. Dieser Benedicten-Pauls Bueben war der 20 jährige Unterrainer Andreas.

Wahrscheinlich der Sohn vom Unterrainer Andreas, zum Benedicten in Enterfels (heute Anwesen Grüneck) geboren um 1691 und gestorben in Enterfels am 11.3.1752. Im Kreuther Heimatbuch findet sich eine Abbildung des Kapellenbildstockes mit der Bezeichnung Unterrainerkapelle. Die Vermutung liegt nahe, daß die Kapelle wegen der Nähe des Benedictenhofes - auf gleicher Höhe, drüberhalb der Weißach - mit dem Tod des Unterrainer Andreas nach ihm benannt wurde. Einer privaten geschichtlichen Aufzeichnung über Kreuth ist zu entnehmen, daß am 23. April 1743 das Gasthaus abgebrannt und neben den vier Enterfelsern, dem Mühlauer und dem Wiebmer (Wieden, heute ehem. Bayr. Forstamt) auch die Riedler Höfe zum Zobl, Jackl (durch Brandstiftung 1953 vernichtet) und Langer ausgeraubt wurden. Allem Anschein nach seien am südlichen Ende von Riedlern der Zöllner und Wirt mit einigen weiteren Mannen gefallen; zum Gedenken sei diese Kapelle, genannt Unterrainerkapelle errichtet worden. Die Bezeichnung Unterrainerkapelle ist in Riedlern nicht, oder nicht mehr bekannt, geläufig dagegen Zoblkapelle oder Riedlerkapelle. Nach einer mündlichen Überlieferung beim Langer, seien ein Zobl- und ein Langersohn im Erbfolgekrieg ums Leben gekommen. Fest steht, daß unter den Kreuther Gefallenen im Spanischen Erbfolgekrieg, im Jahr 1705 in der Sendlinger Mordweihnacht, der 21 jährige Langersohn Sebastian Schmid war.

Möglicherweis war der Zoblsohn im Österreichischen Erbfolgekrieg im Jahr 1743 in Kreuth bei den Toten. Im Verlauf von 250 Jahren kann der zeitliche und namensmäßige Unterschied verschwommen sein; übrig blieb nur mehr die Bezeichnung Erbfolgekrieg. Nach der Überlieferung vom Zobl-Anwesen, soll an dieser Stelle ein Zobl Alois im Österreichischen Erbfolgekrieg im Jahr 1743 ums Leben gekommen sein, worauf der Kapellenbau auf dem Grundeigentum vom Zobl zurück zuführen sei.

Riedersteinkircherl

Haben der glimpflich überstandene Absturz eines Jägers von der kahlen Gipfelplatte oder die glückliche Heimkehr der auf den Felsenspitz verirrten Rösser des Leeberghofbauern den Anlaß für den Bau eines Kircherl auf dem Riederstein gegeben, oder war es einfach nur die gläubige Marienverehrung der Menschen des 19. Jahrhunderts? Sicher ist nur, daß der Tegernseer Schloßdiener Joseph Hupfauer 1841 ein erstes Kircherl auf dem steil abfallenden Rauhwacke-Felsen oberhalb des Galauns aus Holz, achteckig, mit spitz zulaufenden Dache wo nur 2-3 Personen Platz fanden errichten ließ. Der Zulauf muß in der Folgezeit bereits beträchtlich gewesen sein: Zehn Jahre später mußte die Kapelle bereits vergrößert werden. 1861 erhielt sie durch Gönner einen Altar. Bildhauer Johann Wirth - Schüler des Münchner Akademieprofessors für christliche Kunst Josef Schlotthauer - schuf ihn mitsamt dem Gnadenbild: Eine in Zement gegossene Pieta. 1863/64 errichteten zahlreiche Tegernseer und Rottacher Bürger auf Initiative des Wolfgang Altmann zum Eckhart am Kleintegernseer Berg abermals einen Neubau.

Diese heute noch bestehende dritte Kapelle wurde am 12. Juni 1864 eingeweiht. Um auch für spätere Zeiten den Unterhalt der Kapelle zu gewährleisten, machten sich Tegernseer Bürger 1897 an die Gründung eines Vereins: In der Halle des herzoglichen Bräuhauses versammelten sich die Herren Jos. Steinbacher, Aug. Scheuer, Weilhammer jun. Tegernsee, Jos. Popp, Joh. Echter auf Anregen des Herrn Urmachers Jos. Steinbacher und beschlossen einen Verein zur Erhaltung der Riederstein Kapelle und Errichtung eines Kreuzweges auf den Riedersteinfelsen zu gründen. Schließlich wurde am 19. September 1897 auf dem Pflieglhof der Verein Riederstein (Tegernsee) ins Leben gerufen mit dem besonderen Vermerk: Auch Frauen können Mitglied werden. Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte allerdings erst 1918. Noch im Gründungsjahr 1897 wurde die Aufstellung eines neuen Kreuzweges auf dem Weg zum Riederstein beschlossen. Frater Odoricus Röder, der Guardian des Tölzer Franziskanerklosters, nahm am 15. August 1898 die Einweihung des Kreuzwegs vor. 1984 wurden die Kreuzwegstationen wieder entrostet und vom Kunstmaler Heinz Viehweger neu bemalt.

Röhrlmoos 1100 m

Die heutige gemauerte Kapelle wurde im Jahr 1960 errichtet, doch schon vorher stand ca. 50 Meter tiefer, auf dem Weg nach Lenggries, eine alte Holzkapelle. Wann die alte Kapelle erbaut wurde, ist unbekannt, vermutlich in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Abgesehen von einer Tafel aus dem Jahr 1690, die möglicherweis ursprünglich nichts mit Röhrlmoos zu tun hatte, beginnt die Reihe der Votivtafeln mit dem Jahr 1783. Aus den Votivbildern geht hervor, daß man früher zur Röhrlmooskapelle bei Krankheit, Unfällen und vorallem um Schutz für das Vieh gegangen ist. In einer Landkarte von 1815 ist die Kapelle schon aufgeführt. Aus der alten Kapelle wurden keine Votivtafeln entwendet, aus der Neuen, mit einem schweren schmiedeisernem Gitter verschlossenen Kapelle, wurden schon mehrere Votivtafeln mit langen Stecken herausgeangelt Neben der Kapelle in Röhrlmoos steht ein Krieger-Gedächtniskreuz für die Gefallenen und vermißten Kameraden der Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945. Gewidmet vom Veteranenverein Lenggries.

Schlippenbachkapelle

Grabkapelle Schlippenbach

Der Kapellen-Bildstock steht oberhalb des Seniorenwohnheimes Haus Bruneck, oberhalb der ehemaligen Villa Bruneck der Familie Schlippenbach. Sie ist die Grablege von Graf und Gräfin Schlippenbach. Ein geschindeltes Satteldach deckt die weiß verputzte Andachtsnische, welche ein Eisengitter mit Wappen im Torbogen abschließt (drei Ringe und Krone darüber). Die Rückwand der Nische ist innen burgunderrot getönt. In ihr hängt ein Holzkreuz mit barockem Christus ihm zu Füßen finden sich zwei gemalte betende Englein. Die leicht gewölbte Decke ist blau getönt. Das Licht fällt durch ein rundes Fenster in den Seitenwänden. Oberhalb davon schweben zwei trompetenblasende Engel (Lüftlmalerei). (Das Tegernseer Tal in historischen Bildern von Halmbacher. Bd.II, Text von Jürgen Heid Bad Wiessee, Verlag Fuchs-Druck 1982) Die Villa Bruneck wurde von dem Münchner Architekten Gabriel von Seidl, einem Freund der Familie, erbaut. Gräfin Sascha von Schlippenbach stiftete im Jahr 1918 das Kreuther Kriegerdenkmal, bei der kath. Kirche. Dem Gebirgstrachten Erhaltungsverein D´Leonhardstoana ermöglichte sie den Bau der ersten Vereinshütte im Jahr 1923, durch Stiftung eines Grundstückes, für das dann das benötigte Grundstück von der Weißachau-Genossenschaft eingetauscht wurde. Die Gemeinde Kreuth verlieh ihr die Ehrenbürgerwürde am 22.12.1922. Die Zufahrtsstraße zum Haus Bruneck, gegenüber dem Rathaus abzweigend trägt den Namen "Gräfin-Schlippenbach-Weg".  Die Grabkapelle wurde 2005 von der Gemeinde Kreuth renoviert und mit neuem Dach versehen.

Sennhoferkapelle

Sennhoferkapelle in Glashütte

Ein gemauerter Bildstock, etwa 200 Meter nordöstlich des Achenpasses, an der Westseite der B 307, heißt Sennhofer-Kapelle. Der heutige Bildstock ist bereits der Dritte. Der erste Standort war an der heutigen Einmündung der Alten Straße in die Bundesstraße. Diese Kapelle ging auf den Spanischen Erbfolgekrieg zurück, besonders auf das Jahr 1702. Hier war eine Grenzverteidigung gegen die Tiroler aufgebaut worden, die aber trotzdem wiederholt nach Glashütte und Kreuth vordringen konnten. Beim Trockenlegen der Kirche Mariä Heimsuchung in Glashütte, entdeckte man hinter der Sakristei ein Massengrab, dies läßt sich mit dem damaligen Kriegsgeschehen in Verbindung bringen. Bei allen gutnachbarlichen Beziehungen ist deshalb der Spruch "Tiroler-Kühholer" noch heute bekannt. Der Bildstock wurde am letzten Tag des 2. Weltkriegs von einer Jabo-Bombe getroffen. Bei der Bombadierung blieben Figuren und Kreuz unbeschädigt, die Kapelle ist jedoch zusammengebrochen. Ein Soldat verlor dabei noch sein Augenlicht. Die zweite Kapelle wurde an gleicher Stelle in den Jahren 1950/51 wieder errichtet. Sie mußte 1961/62 dem Straßenbau (neue Bundesstraße) weichen. Die Glashütter ließen nicht locker und bauten die kleine Kapelle am derzeitigen Standort wieder auf. Im mannshohen Bildstock hatte die Kreuzigungsgruppe gut Platz gefunden. Die Figuren von Maria und Johannes wurden gestohlen. Das Kruzifix brachte man daraufhin im Kreuther Pfarrsaal in Sicherheit und ersetzte es durch eine Christusfigur aus Gips. Auch diese wurde geraubt und so blieb der Bildstock lange Zeit leer, bis jemand das Bild Schmerzensmutter (Portrait) hineinhängte. Um dieses 300jährige Flurdenkmal zu bewahren, haben die Glashütter die Initiative ergriffen und das Kleinod im Jahr 2003 saniert. Zur gelungenen Renovierung kann man nur gratulieren.

Marterl

Marterl im Boaraibl

Marterl im Boaraibl

zwanzig Minuten südlich vom Boaraibl (Bayeralm):

 

Hier verunglückte am 1.9.1954 der Holzknecht Johann Wimmer aus Glashütte im 45. Lebensjahr.

Dem Freunde die Freunde.

Marterl in Brunnbichl

Marterl im Brunnbichl

Bartl Hans vom Jackl in Riedlern, ist am 5. November 1976 mit seinem Moped auf der Heimfahrt von der Arbeit, da wurde er überfahren. Mit 15 Jahren wurde er ein Unfallopfer. Der Unfallverursacher hatte die Geburt seines Stammhalters gefeiert. Das Marterl wurde vom Trachtenverein D´Leonhardstoana aufgestellt und am 23. August 1979 vom Kreuther Pfarrherrn Klaus Fischer geweiht.

Brachermarterl

Marterl im Brunnbichl

Zwischen Brunnbichl und der Weißachaualm hängt an einem Baum ein Marterl. Es zeigt scheuende Pferde und einen verunglückten Fuhrknecht, der vom Holzfuhrwerk überrollt wird. Das Marterl wurde vermutlich bald nach dem Unglück errichtet und sicher, vom Zeitraum her, des öfteren renoviert. In Anlehnung an die alte Tafel und der bildlichen Darstellung wurde im Jahr 1956 eine neue Tafel vom Freskenmaler Georg Hagn aus Reitrain gestaltet. Eine neue Tafel malte im Jahr 1998 Dr. Ludwig Höfle aus Point. In beiden Fällen war Herr Hans Högg (Weißachaualm) der Auftraggeber.

 

Hier + verunglückte der tugendsame Jüngling
Martin Bracher
aus Gosselshausen, BJ. Pfaffenhofen,
Knecht beim Glasl in Oberach, gest. am 27. August 1910
im Alter von 19 Jahren.

Marterl an der Buchstein Südwand

Dieses Kreuz wurde für den Wiesseer Bergwacht-Zugleiter Karl Wolf aufgestellt. Der hier am 30. Juli 1938 bei der Vorbereitung einer Schauübung im Alleingang tödlich abstürzte.

 

Buchsteinhütte

Landerer-Marterl

200 Meter neben dem Weg:

Hier wurde der Lenggrieser Wildschütz, Jakob Landerer, Gablerwirt von Winkl im 35. Lebensjahr am 13. September 1932 erschossen. Wer den tödlichen Schuß abgefeuert hat, bleibt bis heute ungeklärt. Die Jäger, die in diesem Revier Dienst taten, hatten jedenfalls alle ein Alibi.

Landerer war einer der vielen Jagdpächter in der Gemeindejagd in Lenggries. Da das Lenggrieser Gebiet ratzenkahl ausgeschossen war, konnte Landerer der Versuchung offensichtlich nicht widerstehen, über die Grenze zu gehen. Der unbekannte Schütz hatte ihn in den Oberschenkel getroffen, so daß der Gablerwirt nach stundenlanger Qual verblutet sein dürfte. Seine Hilferufe waren auf der Schwarzentenn Alm zwar gehört, aber von niemanden beachtet worden. Der Tote wurde einige Tage später von seinen Brüdern gefunden, die die Leiche jedoch in dem fremden Revier liegen ließen und nur das Gewehr und den Feldstecher des Toten mitnahmen. Wer weiß, was hinter dem Tod dieses Wilderers steckt? Landerer wurde feierlich bestattet, erhielt seine schöne Grabrede und schläft im Lenggrieser Friedhof, wo viele Schützen ruhen ...

Roß- und Buchstein Südwand

Der Senner Karl Heinz Strobel, verunglückte am 28.6.1964 beim nächtlichen Heimstieg von der Tegernseer Hütte. Der Bergwachtler Gustl Oberhauser aus Waakirchen stürzte nach einem erfolgreichen Alleingang auf die Roßsteinnadel von der Buchsteinverschneidung am 23.6.1952 ab. Ein Marterl auf einer Felszacke erzählt von einem abgestürzten Holländer. Er wollte angeblich von der Tegernseer Hütte noch zum Buchstein aufsteigen, um sich im Gipfelbuch einzutragen.

 

Roß- und Buchstein Nordwand

100 Meter unterhalb der Tegernseer Hütte befindet sich ein Marterl für Andreas Weihard vom Schiclub Tölz. Er starb am 19.3.1930 in einer Lawine.

 

Roßstein

Marterl am Roßstein

Kurz vor dem oberen Ende der Seilsicherung am Südaufstieg des Roßsteins zur Tegernseer Hütte, befindet sich über der kleinen Rinne unter Latschn ein Marterl, das folgenden Wortlaut trägt:

Am Ostersonntag 1915 verunglückte hier unser lieber Sohn und einziges Kind,
Herr Fritz Killinger,
Privatgelehrter aus München.
Die tieftrauernden Eltern.

Im Hüttenbuch der Tegernseer Hütte am Roß- und Buchstein vom Jahr 1916 ist die Zeichnung eines Marterls in Form einer Bildsäule enthalten, mit nachstehender Erläuterung:
Dieses Bildstöckl, von Tegernsee aus, über Bauer in der Au nach Schwarzentenn gefahren, von dort getragen und unter unsäglichen Mühen und Kraftanstrenung an die Unfallstelle transportiert und versetzt: 8. mit 10. August 1916. Josef Wackersberger, Steinmetzmeister, Tegernsee.

Die Säule wurde vermutlich von einer Lawine weggerissen; Mitglieder der Sektion Tegernsee haben jedoch die Bronzetafel sichergestellt und im Absturzbereich an einem Felsen angebracht. Killinger stürzte beim Abstieg und wurde durch die Schwere des Rucksacks gegen einen Stein geschleudert und dann ist er noch eine größere Strecke hinunter gefallen. Schwer verletzt wurde er nach Bayerwald gebracht und von dort mit dem Fuhrwerk ins Krankenhaus Tegernsee gefahren, dort starb er am Ostermontag.

 

Marterl am Gerlosbach

Marterl am Gerlosbach

An einem Baum neben der Gerlosbachbrücke (Siebenhüttenstraßl) hängt ein Marterl. Es ist eine Madonna hinter Glas und einer Brokat-Rückwand. Die Schrift darüber lautet:

Maria zu Ehren Max Wagner zum Gedenken

Das Marterl gab es schon einige Jahrzehnte. Das neue Marterl wurde 1997 vom Strillinger Anderl sen. errichtet, er entzündete alljährlich am 24. Dezember eine Kerze. Diese Gedächtnisstätte für Max Wagner dürfte von seiner Schwester errichtet worden sein. Der Wagner Max hat sich an der Roßsteinwand in die Luft gesprengt und wurde am 20.11.1953 dort tot aufgefunden. Der Späth Toni (FFW Rottach) war bei der Bergung dabei. Der Wagner Max von der Hammerschmiede wurde am 28.8.1924 geboren.

Marterl am Hirschberg

Hirschberg, 500 Meter unterhalb der Holzpoint, am Bolzeck, neben dem Weg steht ein Marterl:

Hans Luber Bäcker beim Sanktjohanser in Bad Wiessee starb hier am 16.1.1949 mit 28 Jahren.

Luber soll in der Kriegsgefangenschaft gesagt haben, er werde als erstes auf den Hirschberg gehen, wenn er wieder heim kommt. Auf halben Weg war er an diesem schneereichen Wintertag bereits so erschöpft, daß ihn seine Begleiterin nur mit Mühe bis zur Stelle des heutigen Marterl zurück brachte. Sie stieg allein hinunter. Als sie mit zwei Helfern zurückkam, war Hans Luber bereits tot.Das bald darauf errichtete Marterl wurde 1994 renoviert.

 

Rauheckalm

Am selben Tag wie Hans Luber verunglückte Georg Hofbauer, Vermessungsinspektor aus München, ebenfalls am Hirschberg. Bei Schneesturm fuhr er mit seiner Begleiterin und zwei Bergwachtler mit Schi vom Hirschberghaus ab. Bei den Rauheckalmen löste sich ein großes Schneebrett und alle vier wurden von der Lawine erfaßt. Die beiden Bergwachtler konnten sich am jeweiligen Rand der Schneemassen selbst befreien und bald darauf auch die Frau, von der noch ein Schistock herausragte. Nachdem Sie Hofbauer nicht fanden, verständigten sie vom Hirschberghaus aus die Bergwacht, die dann mit 12 Mann das Gebiet systematisch mit Sonden absuchte. Der Sturm war so stark, daß er sie buchstäblich umriß, er löschte jede Fackel sofort aus. Gegen Mitternacht spürte der Jennerwein Simon den Verschütteten mit seiner Sonde auf, er konnte jedoch nur mehr tot geborgen werden.

 

Luckengrabenalm

200 Meter südlich am steilen Weg:

Richard Dietl + 16.8.1959.


Der Holzkirchner war mit dem Fahrrad auf der Heimfahrt von der Naturfreundehütte bei den Schwarzentenn Almen gewesen. Als ihm der Wind bei der steilen Abfahrt den Hut davon wehte, schaute er um und stürzte.

 

Kratzer

Der Germeringer Gerhard Haupt wurde am 21. Februar 1959 beim Schiaufstieg, nördlich vom Kratzer, von einer Lawine mitgerissen. Das erste Marterl fiel ebenfalls einer Lawine zum Opfer. Das heutige Marterl steht an der Abzweigung des Winterweges (über den Kratzer) vom Sommerweg.

Mina Krimbacher - Die Nichte vom Hirschbergwirt stürzte am 16. Januar 1893 beim Weg ausschaufeln mit einer Schneebrettlawine ab. Das bald darauf errichtete Marterl fiel ebenso einer Lawine zum Opfer. Die Hirschbergler errichteten 1993 in den Felsen des Kratzersteiges ein neues Marterl zum Gedenken.

 

Marterl in Scharling

Marterl in Scharling

An der ehemaligen Bushaltestelle an der B 307 steht ein kleines Holzkreuz für

Judith Thamm geb. 25.1.1978 gest. 27.6.1989.

Die 11jährige Judith übersah auf dem Weg zum Schulbus ein Auto und wurde überfahren.

Marterl am Schildensteinsattel

Am Weg zwischen Gipfel und Blaubergalmen, noch vor der Abzweigung zur Wolfschlucht auf einer Tafel:

Hier starb am 21.5.1972 unser Sport- und Bergkamerad
Hans Herrscher aus Au-Hallertau.

 

Beim toten Schuster

Beim toten Schuster

Zur Herkunft dieses Marterl erzählte d´Einberger Marie, langjährige Wirtin von der Siebenhütten: Das Schusterhäusl, unmittelbar am Alten Bad (gemauert und steilem Spitzdach), war um 1900 Schusterei in Wildbad Kreuth. Den dort lebenden Schuster ereilte bei einer Wanderung zur Siebenhütten plötzlich der Tod. Der bei einem Föhnsturm 1973 durch einen umgestürtzten Baum stark beschädigte Herrgott wurde in Absprache mit der Herzoglichen Verwaltung von der Edbauer Nanni, Holzschnitzerin aus Brunnbichl, wieder hergerichtet, das Dachl vom herzoglichen Jäger Frank Friedl.

Marterl in der Schwarzentenn - Der eingesteinte Jager

Der eingesteinte Jager

Am Ende der Forststraße von der Schwarzentenn zum Oberen Bucher-Sulzgraben steht das Marterltaferl des "Eingesteinten Jägers" Kaspar Grimm, den 27jährigen herzoglichen und Graf Törringschen Jäger, aus der Glashütte. Gestorben am 5.11.1917. Nachdem Grimm einen von vier Lenggrieser Wilderern in den Bauch geschossen hatte, nach dem Ruf "Gewehr weg", griff Kaspar G. sofort nach seinem Stutzen und richtete ihn auf den Jäger. Grimm wurde dann von einem andern erwürgt. (Es waren dies die Bauern Jakob Sch. von Schlegeldorf, 37 Jahr alt, Stefan G. - 36 Jahr -, der Daxlbauer Kaspar G., der seit drei Jahren an der Westfront war, beide von Wegscheid, und der 52 Jahre alte Anton O. von Hellerschwang. Die Wilderer verscharrten ihn - angeblich noch nicht völlig tot im nahen Bucher-Sulzgraben unter einem Steinhaufen. Der angeschossene Daxlbauer starb beim Hinüberschleppen nach Lenggries. In der Verhandlung vor dem Schwurgericht in München kamen die Geschworenen zu folgendem Urteilsspruch: wegen unbefugter Jagdausübung je sechs Monate Freiheitsstrafe. Für die anderen Anklagepunkte konnten keine Beweise erbracht werden. Die Witwe des Jägers Grimm strengte noch einen eigenen Prozeß an, den sie auch gewann: das Gericht sprach ihr eine Jahresrente von 1600 Mark zu. Somit blieb der Mord zwar ungesühnt, aber die Witwe und das Kind des eingesteinten Jägers waren wenigstens materiell vor dem Ärgsten geschützt.

Berger Karl

Auf einem Baumstamm an der selben Stelle steht:

Herr Karl Berger,
Waldarbeiter aus Uderns, Zillertal,
geb. 11.9.1909, ist unweit dieser Stelle am 19.7.1971 um 14 Uhr von einem 15 Zentner schweren Holzstamm überrolt worden.
Am 20.7. um 0.30 Uhr ist er im Krankenhaus Tegernsee verstorben.

Wanderer, heute mir, morgen Dir!

Dieses Holzkreuz hat das Forstamt Kreuth aus dem Unfallstamm formen lassen.

 

Schöffmann Kaspar

Marterl in der Schwarzentenn

Nördlich der Schwarzentenn Almen steht dieses Marterl.
Schöffmann hatte das Jagdrecht im Lenggrieser Gebiet. Er kam jedoch ins Bad Wiesseer Revier unterm Kampen und wurde auf Anruf und wegen zu befürchtender Gegenwehr ins Knie geschossen, woran er verblutete.

Zur Erinnerung an
Kaspar Schöffmann
aus Lenggries welcher im 27. Lebensjahr am 2.12.1920
hier sein Leben lassen mußte.

Wir wollen ihm dies Kreuzlein weihn,
denn nie wird sein Tod vergessen sein.
Bete für ihn, o Wanderer Du o Herr, gib ihm die ewige Ruh.

Wegkreuze

Binderkreuz

Binderkreuz

wird auch Enterfelserkreuz oder einfach Felserkreuz genannt und steht gegenüber vom Binderanwesen an der Dr.-Wilhelm-May-Straße. In den letzten Jahren wurde es einpaarmal um einige Meter versetzt. In früheren Zeiten führte die Straße hier durch, darum war es wahrscheinlich ein Wegkreuz. Und wurde wegen eines Unfalls oder um dessen Verhinderung aufgestellt.

Brunnbichler Kreuz

Brunnbichlerkreuz

Kreuz mit ursprünglichem Pestchristus aus dem 17. Jahrhundert. Der Korpus wurde im Bauernhof zum Böckl sicher gestellt (Diebstahlsgefahr). Vom Böcklbauern, Kandlinger Josef, wurde ein neuer Korpus - in Anlehnung an den Alten - bei der Edbauer Nanni in Auftrag gegeben und befindet sich am Kreuz. Vom ursprünglichen Christus war der Kopf abgebrochen und fehlte. Der Hund vom Dr. Richard May wühlte ihn neben dem Kreuz aus Erde und Gestrüpp heraus.

Camelly Kreuz

Cammelykreuz

Das vier Meter hohe Camelly Kreuz an der B 307, nordöstlich von Bayerwald, stellt keinen "Flursegen dar wie die meisten unserer Feldkreuze. Vielmehr erinnert es an den ersten Motor-Verkehrstoten des Landkreises Miesbach, den Wirt Carl Camelly (*20.09.1861 +17.08.1911) von Glashütte. Auf der ehemaligen sehr holprigen Straße (voller Schlaglöcher und nicht geteert) wurde er bei einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern infolge Achsenbruchs im Jahr 1911 so aus dem Auto geschleudert, daß man nicht einmal seine Pfeife fand.

O Herr gib
Carl Camelly +17.8.1911,
und allen auf der Straße und in den Bergen Verunglückten die ewige Ruhe,
uns aber weiter Deinen Schutz und gewissenhafte Rücksichtnahme!

Deutsch Ordenkreuz

Deutschordenkreuz

Dieses Tuffsteinkreuz beim Parkhaus vor Wildbad Kreuth zeigt noch die spätgotische Form. Das Kreuz wird als Wegkreuz oder Wegsegen gedeutet, da es 1975 zerbrochen bei der ehemaligen Weißachbrücke bei Wildbad Kreuth (etwa 30 m von der jetzigen Brücke aufwärts) gefunden und am alten Weg hinter dem Parkhaus aufgestellt wurde. Es dürfte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammen und an ein Unglück erinnern.

Hornbergerkreuz

Hornbergerkreuz

Seit 1988 hängt ein altes, renoviertes Barockkreuz an einem neuen Platz; im Bürgermeisterzimmer im Kreuther Rathaus. Dieses Kreuz hing ungefähr 40 Jahre als Wegkreuz an einem Baum im Tal des Schliffbaches, in dem kurz vor Glashütte, ein Steig nach Röhrlmoos hinaufführt. Vorher stand es an gleicher Stelle als freistehenden Wegkreuz da, weil der Stamm abgefault war und die Fläche als Wildheumahd hergerichtet wurde, erhielt es unter dem Förster Hornberger seinen neuen Platz an diesem Baum. Sei es nun, wie teilweise auch vermutet wird, daß der Vater Hornbergers, der ebenfalls Förster in der Glashütte war, dieses Kreuz am alten Wallfahrtsweg zur Röhrlmooskapelle erstellte, oder daß die Geschichte gar auf ungefähr 1860 zurückreicht, als die Gegnerschaft zwischen dem Förster Joseph Hohenadl aus Glashütte und dem vogelfreien Wilderer Rießer  Peter ein glückliches und unblutiges Ende fand und einer der beiden aus Dankbarkeit dieses Kreuz stiftete. Genaueres ist nicht mehr festzustellen; vom Forstpersonal wurde der Platz nach dem 2. Weltkrieg mit Hornbergerkreuz benannt. Möglicherweise auch nur, weil sich Hornberger der Pflege dieses Kreuzes und seines Umfeldes annahm.

Das Kreuz war in einem erbärmlichen Zustand. Der Korpus wurde von der Edbauer Nanni renoviert; nach Rücksprache mit einem anerkannten Restaurator steht fest, daß es sich um ein echt barockes, ca. zweihundert Jahr altes Oberammergauer Pestkreuz handelt. Da eine Verbringung an den alten Platz wegen des zu befürchtenden Diebstahls unverantwortlich wäre, hat es nun einen sicheren Platz im Bürgermeisterzimmer. Zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes am Weg zum Röhrlmoos, stiftete die Gemeinde Kreuth ein neues Kreuz, das wegen des fehlenden Alters - hoffentlich - keinen Dieb tätig werden läßt. Das Kreuz wurde am 8. Mai 1988 vom Pater Königsbauer geweiht und am 9. Mai 1988 aufgehängt. 2006 war auch das neue Kreuz verwittert und renovierungsbedürftig. Die Kosten für die Renovierung durch Markus Hagn übernahm die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee.

Die Tafel unterhalb des Kreuzes ruft mit dem Spruch

O Mensch steh´still, geh´nicht vorbei, sieh´zu, dass ich für dich gestorben sei

zum kurzen Verweilen ein.

 

Hößnkreuz

Dieses Kreuz wurde 1975 im Auftrag von Frau Maria Becher (Böckl Marä) erstellt. Der Korpus wurde von der Edbauer Nanni zum Griesschuster in Brunnbichl dem Brunnbichler Kreuz - jedoch kleiner - nach empfunden (der Heimat von Frau Becher).

 

Jodlkreuz

Das Kreuz markiert die Grenze zwischen den Pfarrsprendeln Kreuth und Egern. Vor dem Neubau befand sich das Kreuz etwas südlicher vor dem seinerzeitigen Jodlhof, der in Ost-West-Richtung erbaut war. Unter dem Korpus ist eine Leonhardsfigur.

 

Jugendherbergkreuz

Dieses Pestkreuz stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Kreuz sollte aus Parkplatzgründen von der amerikanischen Besatzungsmacht im Jahr 1945 entfernt werden. Dabei wurde als Vorsichtsmaßnahme der ursprüngliche Korpus vom Herbergsvater Schnitzenbaumer sicher gestellt und befindet sich bei den Nachkommen. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurde der derzeitige Korpus nach dem Original von der Edbauer Nanni geschnitzt und 1980 renoviert.

 

Moschnerkreuz

Dieses einfache Eichenkreuz findet man auf dem Weg vom Kirchenfeld zur Thomawies. Der Moschner Pauli (1926-1983) ließ dieses Kreuz 1979 vom Edbauer Toni machen und auf seinem Grund aufstellen, als Dank für seine Genesung nach einer schweren Herzoperation.

 

Pletschererkreuz

Das Alter dieses Wegkreuzes ist nicht bekannt, man weiß nur, dass bereits 1890 ein altes Wegkreuz stand.
Dieses alte Kreuz wurde wahrscheinlich von einem Kandlinger, damaliger Pletschererbauer, erstellt (Kandlinger gab es von 1795-1882 beim Pletscherer). Ca. 1980 wurde das Kreuz vom Schwarz Fritz renoviert.

 

Riedler Wegkreuz

Riedlerkreuz

1987 wurde das sehr erneuerungsbedürftige Wegkreuz von Mitgliedern des Trachtenvereins D´Leonhardstoana fachmännisch repariert und restauriert und kurz vor Kirchweih wieder am alten Platz errichtet. Seit Jahrzehnten steht das Kreuz an seiner heutigen Stelle; früher einmal inmitten einer Baumgruppe, dann kam der Kiosk dazu und später wurden die Bäume entfernt. Den meisten von uns ist nur sein derzeitiger Standplatz bekannt. Früher stand das Kreuz nahe bei der alten Riedlerbrücke. Diese Brücke war viel schmäler und vollständig aus Holz erbaut. Ob nun das Kreuz an ein Brückenunglück erinnern sollte oder um ein solches zu verhindern, an der Brücke stand, ist uns nicht mehr bekannt. Fest steht, daß die Brücke bei jedem Hochwasser von den Fluten der Weißach aufgehoben und fortgerissen wurde. Dafür war sie jedoch konzipiert und jeder einzelne Balken entsprechend gmarchät. Übrigens war das auch bei der Pointer- und Pförner Bruckn der Fall. Auf diese Weise konnten sie hernach aus dem Ringsee gefischten Brückenteile wieder aussortiert - jede Brücke hatte seine eigene Marchung - und zum Wiederaufbau an Ort und Stelle gebracht werden. Bloß der Zwischenaufenthalt in der Weißamühl hat dies manchmal um einen oder mehrere Tage verzögert. Die letzte Holzbrücke entstand um 1916. Vermutlich erst zu Beginn der Baumaßnahmen für die Erstellung der derzeitigen Betonbogenbrücke - Einweihung am 1. April 1922 - wurde das Kreuz auf den heutigen Platz verlegt.

Die einen nennen es Riedlerkreuz, andere wiederum Zoblkreuz. In beiden Fällen handelt es sich um das Riedler Wegkreuz; der Name Zoblkreuz kann sich vielleicht daraus ableiten, daß es ein Zobl für die Riedler Dorfgemeinschaft gemacht oder später renoviert hat oder der letzte Zobl - Leonhard Meßner, Bauer und Zimmermann (1876-1935) - für die Verlegung des Kreuzes in seiner Eigenschaft als Bürgermeister (1919-1934) auf den heutigen Standort sorgte. Nun steht das Riedler Wegkreuz, wie wir es nennen wollen, in alter Pracht und mahnt den Vorübergehenden mit seinem Spruch zur Besinnung: Steh still o Mensch geh nicht vorbei, denk, daß ich für Dich gestorben sei!

 

Scherfner Wegkreuz

Scherfner Wegkreuz

Dieses große Wegkruzifix mit Gekreuzigtem und Mater Dolorosa stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Grund der Errichtung ist nicht bekannt.
Heute ist es auch gleichzeitig das Kriegergedächtniskreuz für die Scherfner Gefallenen.

Schwarze Kreuz

Schwarze Kreuz

Wegkreuz - Gedächtniskreuz in der Langenau, an der Abzweigung zum unmarkierten Übergang Lapberg - Bernau. Seehöhe 863 Meter. Frühere Inschrift:

Errichtet 1825 F.L.L.E Renoviert 1871

Neuer Text (renoviert 1985):
Das Schwarze Kreuz in der Langenau wurde vor langer Zeit zum Andenken an einen von einem Wilderer erschossenen Jäger errichtet. - 1825 -

Die Sage berichtet von einem recht traurigen Jagdunfall, der sich in der Langenau, auf halben Weg zwischen Kreuth und Bayralpe (Boareibl) ereignet hat. Der Abt vom Kloster Tegernsee wollte hier einen starken Hirsch schießen, den ihm die Klosterjäger ausgekundschaftet und gemeldet hatten.
Ein paar junge kräftige Klosterbrüder waren auch mitgekommen, um das edle Wild dem Schützen langsam entgegen zu treiben. Der sah nun, wie sich hinter dichten Tannenbuschen etwas Dunkles rührte und wieder stehen blieb. "Diesmal gehört er mir, der prächtige Zwölferhirsch", dachte der feudale Prälat, "wenn ich auf das dunkle Fleckerl da hinter den Stauden hinhalte, muß es ein Blattschuß werden". Der Schuß aus dem schweren Vorderlader krachte, als das Echo verhallt war, vernahm man das verzweifelte Schreien eines Menschen. Der junge Klosterbruder wälzte sich sterbend auf dem Waldboden in seinem Blut. Bald danach wurde zum Gedenken und zur Sühne am Fahrweg vom Abt ein schlichtes Holzkreuz aufgestellt. Am Jahrtag gingen alle Klosterbrüder zu dem Kreuz und beteten für die Seele des Verunglückten. Auf einmal fuhr aus heiterem Himmel ein Blitz herunter und schlug in das Kreuz, daß es ganz schwarz wurde. Seit dem heißt es das "Schwarze Kreuz". Quelle: Tegernseer Sagen, Sepp Mohr, Fuchs-Druck 1985. Eine schöne Geschichte, paßt aber zeitlich nicht ganz zusammen. Das Kloster Tegernsee wurde 1803 bei der Säkularisation aufgehoben.

Nach einer anderen Legende soll hier - nach 1600 - ein klösterlicher Jäger von einem Bären angefallen und getötet worden sein.

Zur Renovierung: Der Christus wurde 1985 von Herrn Willi Hintersteiner aus München (Zweitwohnsitz Hammerschmiede) unter Mitwirkung von Herrn Hans Kirchberger sen. zum Schönet - bezügl. des neuen Textes - renoviert und neu gefaßt. Auf Veranlassung von Herrn Egid Hatzl zum Geffert in Rottach, wurde im Juli 1986 das beschädigte Dach des Kreuzes von Herrn Hans Edbauer zum Griesschuster in Brunnbichl erneuert und ebenfalls von Herrn Hintersteiner zum Kreuz passend nachgestrichen. Sämtliche Arbeiten wurden von den Beteiligten unentgeltlich durchgeführt. Im Herbst 2004 fiel das Schwarze Kreuz dem Schneedruck zum Opfer. Das Forstamt Kreuth überwinterte das Kreuz in der Forststube in Riedlen und betonierte im Frühjahr eine neue Schiene ein und stellte das kaputte Kreuz wieder hin. Das Kreuz wurde renoviert und am 27. Juli 2005 wieder aufgestellt und vom Pfarrer Seubert gesegnet. Unentgeltlich machte der Esterl Thomas alle Schreiner- und Malerarbeiten, das Material bezahlte die Gemeinde; das neue Kupferdach spendierte der Verschönerungsverein; der Höfle Martin restaurierte die Schrift, Schrauben und geschmiedete Rosetten sind vom Rauhecker Bernhard.

 

Steinerne Kreuz

Steinernes Kreuz

Das Steinerne Kreuz steht in der Langenau, ein gutes Stück hinter dem Schwarzen Kreuz, am Straßenrand bei einer Seehöhe von 883 Meter. Das einfache Marmorkreuz zeigt das Christuszeichen IHS und die Inschrift GF 1701. Hier wurde am 27. Juni 1701 der Tegernseer Klosterjäger Georg Feller zum Schmiedhof in Point von einem Wilderer erschossen. In der Nähe des steinernen Kreuzes befand sich auch ein Gedenkstein der den letzten Jagdtag des Herzogs Carl Theodor am 5.10.1909 festhält, an dem er seinen letzten Hirsch schoß, krank von der Jagd heimkam und nach sechs Wochen verstarb. Dieser Stein ist jetzt in der Kapelle in Bad Kreuth.

Weiglschusterkreuz

Weiglschusterkreuz

Dieses Kreuz steht nach der 4. Reibn auf dem Weg zum Hirschberg. Errichtet wurde dieses Weg- oder Gedächtniskreuz vom Weiglschusterbauern um 1880-1890 nach einem schweren Unwetter über Scharling. Das ursprünglich errichtete Kreuz trug eine Schrifttafel, der Text ist heute leider vergessen.