Klosterlehen

Diese Unterlagen verdanken wir dem Heimatforscher und Historiker aus Leidenschaft, Franz Mühlberger aus Tegernsee, der in über 20 jähriger Arbeit Pfarrarchive und Klosterliterarien nach Unterlagen um der Besitzer-Namen und Familien aller alten Höfe des Tegernseer Winkls habhaft zu werden. Es wurden sechs Geschichtsbände, in denen die Chronik von insgesamt 500 Höfen und Lehen des Tegernseer Klosters nachzulesen sind. Bis ins 12. Jahrhundert reichen die Nachforschungen zurück. Mit peinlichster Genauigkeit sammelte Mühlberger über 10000 urkundliche Nachweise, die die Entwicklung der Kloster- und Privatbesitze im Tegernseer Tal verfolgen. Die Geschichtsbände sind heute Eigentum der Stadt Tegernsee. Aus diesen Aufzeichnungen ein paar Beispiele:

Die Gemeinde Kreuth (Nach Dr. Joseph Anton Eisenmann, Erlangen 1831)

Weißach

Weiler 4 Häuser, 30 Einwohner, Pfarrei Egern. Die Weißach, Haupttriftbach im Landgericht Miesbach-Tegernsee, mit der kleinen Weißach vereint, fließt beim Weiler Weißach in den Tegernsee. Der Name große Weißach wird jene Strecke zwischen dem Klammbach und der Schnabelbrücke beigelegt, die kleine Weißach wird auf auch Oberhofer Weißach genannt.

Reitrain (Reutrain)

Weiler und Parahiasort ? von Egern, mit 7 Häusern, 30 Einwohnern, er liegt an der Weißach und Straße Tegernsee-Kreuth

Scharling

10 Häuser mit etwa 70 Einwohnern

Riedlern (Rüchlern)

Weiler, Pfarrei Kreuth, 6 zerstreut liegende Häuser, 33 Einwohner, liegt an der Weißach, am rechten Ufer

Enterfels (Endfeld)

Weiler an der Weißach, an der Straße Tegernsee-Tirol, 5 Häuser, 20 Einwohner

Enterbach

Weiler, 4 Häuser, 24 Einwohner

Glashütte

9 zerstreut liegende Häuser an der Straße Tegernsee-Innsbruck, 53 Einwohner

Weitere Niederlassungen sind noch

Wildbad, Brunnbichl, Oberhof, Pförn, Point, Scherfen, Kreuth selbst, mittlere Meereshöhe 780 m, Längenausdehnung vom Ringsee bis Tirolergrenze rund 20 klm, Flächeninhalt der Gemeinde über 12000 ha.
Die Pfarrgemeinde von Point, Leiten bis Glashütte zählte 1738 circa 516 Einwohner.

Quelle: Die Klostergüter in Kreuth von Franz Mühlberger Tegernsee

Wildbad Kreuth

Klosterlehen - Wildbad Kreuth - Schaufellehen Nr. 17 und 18

Bad St. Leonhard

1482 Peter von Richlern, von dem Padhaus 11 Pfund Pfennig (LZB 1498) Ehefrau Kathrein

1493 alle 3 vom Padhaus 11 Pfund Pfennig Perchthold Schmid im Pad zu Reyt, Saalbuch 1480-1510 Kl. Lit. Nr. 10

1509 Perchtold Schmidin im Pad (4 fl, 10 Kr., 1517 Michel Yckinger

1523 Wolfg. Weissenbacher

1546 Wölfl, Padmeister, gibt 3 Pfund Pfennig

1566 Jörg Lemberger (Stiftsbuch 1566 Kl. Lit. Nr. 108)

31.1.1546 Michl Rixner Padmeister (Kl. Lit. Nr. 767 Steuerregister 1588) und Ursula Gräblerin (Austrag 1. 23.11.1595 Anlage)(1. Rottach Nr. 16)

14.5.1595 Thomas Rixner Sohn, + 30.6.1658 88 Jahr (Kl. Lit. Nr. 81) Ehefrau Agatha + 21.09.1648

16.7.1639 Hansen Rixner Sohn, + 14.11.190 90 Jahr übernahm für 400 fl mit 1 Mutterpferd, 6 Kühe, 7 Jungrinder, 10 Hauptgaiß, 2 Pött oo 5.9.1639 mit Magdalena Wolf von Prunpichl.
Im Austrag hat sich Thomas Rixner den Pulfer Stampf unverwehrt zu gebrauchen vorbehalten. Vertrag vom 16.7.1639. 1652 Eisengilt 5 fl, 30 Kr. Zustift von der Müll

16.11.1680 Thomas Rixner Sohn * 12.8.1640, übernahm für 400 fl, Neustift 50 fl, +8.1.1720. Vorhanden 2 Roß, 6 Kühe, 5 Jungrinder, 4 Schaf, oo mit Maria Zaller, Mösnertochter von Kreuth * 18.1.1650 + 14.10.1703, Schwester des Georg Zaller, brachte 203 fl, 1 Kuh, Ausstattung

Am 2.7.1702 und 1703 wurde Bad Kreuth von Tirolern überfallen, 200 Schützen und 40 Reguläre kamen über den Plauberg, hieben dem Badmeister Seb. Rixner Nase und Lefzen ab, nahmen dessen Tochtermann und 9 Personen gefangen.

7.12.1703 Sebastian Rixner, Sohn des Melchior Rixner und Anna, + 27.3.1748 Neustift 50 fl, übernahm Bad und Mühl, gibt noch jährlich 15 Pfund Butterschmalz neben der Gilt
oo 9.6.1704 mit Anna Zallerin * 23.12.1675, + 5.12.1712, Eltern: Georg Zaller und Anna Gloggner 00 13.2.1713 mit Clara Hößin * 25.5.1683, + 6.4.1741, Tochter des Quirin Höß, Veicht zu Enterfels, Vertrag v. 21.1.1713, über 157 fl Heiratsgut

18.8.1773 Joseph Rixner Sohn, * 14.1.1716, + 22.1.1773 Padtmeister übernahm für 610 fl Leibrecht 67 fl, ohne Stiftgeld, besetzt mit 2 Jungroß, 8 Kühe, 7 Jungrinder, 4 Gaiß, 3 Schafe, oo 10.4.1747 mit Magdalena Riesch * 25.21725, + 27.1.1799, Tochter des Sagmeisters Kaspar Riesch in Weißach brachte lt. Vertrag vom 4.3.1747 150 fl Heiratsgut

13.5.1773 Simon Zaller * 25.10.1739, Sohn des Joseph Zaller zum hanl in Kreuth, zu einem Badmeister bestellt + 1.10.1814, Neustift 67 fl, oo 24.5.1773 mit Tochter Magdalena Rixner * 8.2.1755, übernahm für 400 fl, Badhütte und Mühl, + 5.11.1823. 1 altes Roß, 16 Stück Rindvieh groß und klein, 5 mittlere, 1 schlechtes Bett, Simon Zaller hatte das Bad zu übernehmen, welches 1712 neu aufgebaut wurde.

14.7.1812 Melchior Zaller Sohn * 8.3.1781 erworben durch Kauf von der Kgl. Spezial-Kloster-Kommission lt. Kaufbrief für 500fl mit 250 fl Anzahlung und zwei Raten zu je 125 fl am 22.5.1813 und 22.5.1814, Besitz 85 Tgw. Mit dem Kauf war die Verpflichtung zum Weiterbetrieb des Bades verbunden. (Kl. Lit. Nr. 737 52.54 vom 11.3.1812.

28.8.1818 König Max Joseph erkauft vom Vorgänger für 16000 fl, Anzahlung 5000 fl, dann monatlich je 1000 fl, Besitzerweiterung auf 852 Tgw.

Bad Kreuth (Stiftsbuch 1566 Kl. Lit. Nr. 108)

Item das Padt bey sand Lienhart ist dem Jörg Lemberger also verlassen worden. Erstlich soll er den Reichen und den Armen dreulich aufwardten, was sy begeren, damit man on nachredt sey. Und dieweil das Gehölze lange baß spinsch khumbt noch alle ssch deuer ist, so sol man dem padtmeister von Tag und Nacht 3 Kreuzer Padlohn geben. Sollte auch daneben was von dem Padt zugesteen für das ausrichten an die 3 Khössl, die dem Gotzhaus zugehörig sein. Und wenn er das Padt wollt mauern oder die padstube, sol er das selbig auff seine Khosten thun. Mer Dufft oder Ziegl und Khalch wollen wir im vergunnen, den Duft vom Bruch, ziegl und Khalch bei dem Gotzhaus.

Item zum andern sol er die Leidten so an paiden ordten auf dem Holzstein steht zuhaien lassen und was er noch dazu raumet, solle im auch zu dem Padt gelassen werden und wieweit er soll raumen, sol bei den peunthen im das selbst ausstekhen.

Item wan der Herr von Tegernsee und seine Brüder würden paden, sol man im nicht schuldig sein Khein Padtlohn.

Item das padt ist im opelassen worden von Jar zu Jar stiftsweis, sol auch jerrlich darum dienen 5 Pfund Pfennig.

Aus einer Niederschrift vom Jahre 1751 aus Pater Günthers Nachlaß:

Es berichten zwar unsere Documenta nit, in was für einem Jahr oder von wann das innerhalb des Kreiths im sog. Bad sich befindende aus dem hohlnstein hervorquellende Heilbron sey erfunden worden. Nichts destoweniger geben solche mittls eines vorhandenen alten Stiftsbriefs, das dieses Wasser schon würklich anno 1523, mitfolglich schon vor 228 Jahren sey gebraucht worden. Allermaßen aus vermeldtem Bericht deutlich anzunehmen, daß dieses Baad in diesem Jahr dem Wolfgang Weißenbacher auf 6 Jahr gegen alljährlich 11 Pfund Pfennig überlassen. In welchem Bericht ist weiter folgendes enthalten: item mein gnäd. Herr hat chmaud die Leithen, so an baide Orte auf dem Hohlnstein zu reitten lassen. Und was er noch verraumbt, soll ihm auch gelassen werden.

Übrigens ist die kleine Kapelle oder Kirchl allda anno 1696 von Herrn Abt Bernard, das herrschaftliche Haus hingegen anno 1706 von Abt Quirin erbaut und darauf das Kirchl anno 1707 ordentlich eingeweiht worden. Des Badmeisters seine Behausung anbelangend ist solche 1616 und bald widrum darauf anno 1620 völlig in den Rauch aufgegangen, das nunmals stehende Haus aber hat alsdann auf ein neues Johannes Rixner anno 1628 erbaut. Nach einem Auszug aus dem Hausregister (1511) hat Abt Heinrich i. j. 1511 dieses Bad dür sich gebauet.

1508 wurde für 15 Gulden Rh. in München ein Kessel gekauft für das Bad S. Leonhardun.

Nach einem Leibzinsbuch war 1498 bereits Peter von Rüchlern Padmayster.

Quelle: Die Klostergüter in Kreuth von Franz Mühlberger Tegernsee

Benedikten

Klosterlehen beim Benedikten im Reidt, 1/8 Hof - Enterfels Nr. 16

Beim Benedikten

In einer Katasterkarte um 1800 wird das Anwesen als Manhart bezeichnet, jetzt Grüneck.

Aus den Aufzeichnungen von Franz Mühlberger "Die Höfe in der Gemeinde Kreuth" stammen alle Hofdaten. In diesen erscheint auch schon die Jahreszalh 1350, jedoch ohne jegliche Literaturangabe oder Namensnennung.

1357-1378 wird ein Drächsel (Kl. Lit. Nr. 94) in Reut erwähnt.

Bis 1427 gibt es keine Angaben, dann wird ein Chuntz Rauchößl im Tait, hat 3 Jauch, 4 Tgw Wiß, Saalbuch 1436 Kl. Lit. Nr.6 beschrieben.

In den nächsten Jahrzehnten gibt es einen laufenden Wechsel auf dem Hof. Von 1443 bis 1510 sind in den Klosterunterlagen 10 verschiedene Besitzer aufgezählt.Erst dann kommen 4 Generationen die miteinander verwandt sein dürften:

1515 Liendl Swäntler, Sagmeister im Reyt
1525 Benedikt Swäntler, Sagmeister
1557 Andrä Schwändler
1566 Hans Gschwändler (Kl. Lit. 767 Steuerregister 1588)

Kaspar Schußmann heiratet Elspeth Gschwändlerin, wahrscheinlich die Tochter des Hauses + 14.5.1657 90 Jahr und übernimmt 1588 das Gütl.

Am 13.2.1625 übernahm Tochter Maria Schußmann, 23 Jahr alt, mit ihrem Ehemann Georg Erhardt, Zoblsohn von Abwinkl (geheiratet 1625, dieser brachte 140 fl Heiratsgut, Leibgeld 30 fl mit) für 270 fl das ganze Haushaben, darunter 5 Kühe, 6 Jungrinder, Hey, Strey. Elspeth Schußmann verklagte am 12.5.1635 Georg Erhardt, der ihre Heimat kaufte, wegen rückständiger 109 fl und verlangte Bezahlung oder Rückgabe des Gutes - Frist 4 Wochen.
Der Sohn Mathias Erhardt * 2.2.1625 hat sich in Regensburg als Zimmermann niedergelassen, Prot. v. 19.1.1660.

Am 19.11.1640 heiratet Barbara Schußmann Hans Hinterwinkler vom hintern Winkl aus der Achner Pfarr.

Am 28.6.1640 übernehmen sie für 10 fl Neustift den Hof. Elspeth Schußmann machte am 17.6.1645 mit Hans Hinterwinkler einen Vergleich.

1668 übernimmt Rosina Hinterwinklerin * 30.4.1639, * 1.5.1752; mit ihrem Mann Georg Pöll aus Achen in Tirol für 18 fl Neustift das Anwesen. Sohn Paul Pöll * 26.1.1675 +29.6.1743, übernahm für 400 fl mit 1 Stute, 5 Kühen, 4 Jungrinder, Neustift 25 fl. Er heiratete am 7.2.1695 Barbara Hagnin *13.4.1657 + 6.10.1742, zum Pförn in Riedlern, sie brachte 200 fl Heiratsgut mit. Sein Bruder Hyronimus Pöll, + 29.10.1670 heiratete am 25.1.1695 zum Hoiner nach Tegernsee.

Andrä Unterrhainer aus Brandenberg * 1691 + 11.3.1752, versprach 150 fl Heiratsgut, Neustift 39 fl 5 Kr. er war der Leibeigenschaft unterworfen, und verheiratet mit der Tochter des Hauses, M. Ursula Pöll. Sie übernehmen für 400 fl am 12.1.1735. Deren Sohn Andreas Unterrhainer wurde nur 20 Jahre alt. Über ihn schreibt Abt Gregor I. Plaichshirn vom Kloster Tegernsee in seinen Aufzeichnungen über den Pandureneinfall am 23. April 1743 in Kreuth während des Österreichischen Erbfolgekriegs: "... die Banduren auf dem Rueckhweg auch des Benedicten-Pauls Bueben, so fluehen wollte, geschossen und da er noch hat fortkriechen wollen, hat ihn ein anderer gar in Stueckhen zerhauet." Der Kapellenbildstock in Riedlern hieß früher "Unterrhainerkapelle", diese Bezeichnung ist in Riedlern nicht oder nicht mehr bekannt, geläufig dagegen Zoblkapelle oder Riedlerkapelle. Die Vermutung liegt nahe, daß die Kapelle wegen der Nähe des Benedictenhofes - auf gleicher Höhe, drüberhalb der Weißach - mit dem Tod des Andreas Unterrhainer in Verbindung gebracht und deshalb nach ihm benannt wurde.

Doch jetzt wieder weiter mit den Eigentümern vom Benedicten:
Am 12.6.1752 kauft Joseph Angerer, Sumperersohn von Elmau * 12.3.1718, von der Witwe Ursula Unterrhainer für 430 fl, Leibgeld 35 fl, Neustift 39 fl 15 Kr. - Er wurde vom Schlag getroffen und mußte an den Nachfolger am 21.9.1752 weitergeben. Dies war Georg Mänhardt, Sohn des Georg Mänhardt zum Riedl in Gmund. Er übernahm für 430 fl, Neustift 35 fl und heiratete am 9.10.1752 Eva Spöttberger von der obern Öd bei Gmund. Diese brachte 140 fl Heiratsgut und Ausstattung mit Vertrag v. 28.9.1752.

Das Gütl zum Benedikten ist im April 1790 abgebrannt. Am 30.5.1790 erhielt Georg Mänhardt zum Wiederaufbau und wegen totaler Brunst ein unverzinsliches Darlehen von 50 fl 3 Jahre lang (Kl. Lit. Nr. 206 Rechnungen der Abtei) Das Ökonomiegebäude wurde 1793 neu erbaut. Die Übernahme durch dessen Sohn Johann Mänhardt erfolgte am 4.1.1796, er war Zimmermann. Der Übernahmewert war 450 fl, Neustift 34 fl 30 Kr. 2 Pfenning. Er war verheiratet mit Katharina Höß, Thomatochter in Enterfels, Vertrag v. 31.1.1803.

10.2.1848 Joseph Ritzl, Sägmüller und Bauer zum Benedikt, Pächter der Mellelmühle, kauft das Anwesen für 7300 fl mit 142,52 Tgw. dann die hufeigene Sagmühle auf PI Nr. 2212. Er heiratete am 22.5.1848 Anna Engelmann *12.5.1817 in Seeglas, + 4.6.1893, sie brachte 1000 fl Heiratsgut und 300 fl in Werten mit. Vertrag vom 12.5.1848.

Diese verkauften am 26.7.1873 an Theodor Freiherr von Dreifus und Charlotte geb. Stein, K.K. österreichischer Consul in Stuttgart, für 18000 fl. In den gemeindlichen Bauunterlagen steht unter 1883 das Atelier wurde auf neuen Graund gebaut, in der Ruprik Bauvollendung heißt es "der Maller ist zur Zeit noch nicht fertig". Die Villa, Haus 16 1/2 wurde 1894 (lt. Gemeindeunterlagen) erbaut. Franz Mühlberger schreibt 1875; vielleicht wurde das Bauernhaus in diesem Jahr neu gebaut, darüber gibt es allerdings in der Gemeinde keine Unterlagen. 1886 erhält K.K. Consul Theodor von Dreifus aus Grüneck bei Dorf Kreuth in Oberbayern die Vorkonzession für die Planung einer Eisenbahnverbindung vom inntal ins Achental.

1887 bewarb er sich um die Konzession, die am 1. August 1888 von Kaiser Franz Joseph I. vergeben wurde. Der Freiherr hatte noch weitere Pläne: die Weiterführung der Bahn zur Landesgrenze und evt. bis Bad Kreuth, dies scheiterte jedoch an der Kgl. Bayrischen Regierung. Feo von Dreifus, verheiratete von Weingartner, Edle von Münzberg, Tochter des Hauses, geb. 1878 in Grüneck, hatte im Mai 1910 ihre Immatrikulation an der Universität München und machte 1915 ihr Staatsexamen, Promotion und Approbation. Sie war im österreichischen Heer tätig, Assistenzärztin an der Universitäts-Kinderklinik in München und, evt. ehrenamtlich tätig am Institut für Arbeit in München. Ab 1926 bis zu ihrem Tod 1932 niedergelassene Ärztin in München. Das vergleichsweise hohe Alter der Studierenden ergibt sich aus der Nichtzulassung für Frauen an den Universitäten. Bis 1918 zählte die Universität München insgesamt 174 weibliche Promotionen mit starker Fächerschwankung; der erste juristische Doktorhut wurde 1927, der erste tiermedizinische 1928 verliehen. Als erstes Land in Deutschland öffnete das Großherzogtum Baden 1900 seine Universitäten für Frauen, 1903 folgte das Königreich Bayern.

Nach dem Tod des Freiherrn 1899 in München wurde das Anwesen an Herzog Carl Theodor für 270000 M verkauft. Nach dem Tod des Herzogs 1909 wurde seine Frau, Herzogin Marie José Eigentümerin. Am 7.4.1910 erbten es Herzog Ludwig Wilhelm und Herzog Franz Joseph.

Am 12.7.1917 kaufte es Bankdirektor Karl Fürstenberg aus Berlin, für die Fürstenbergstiftung für 244000 M. Im Sterberegister der Pfarrei Kreuth steht:

Karl Fürstenberg Präsident der Berliner Großbank (Berliner Handelsgesellschaft) verwitwet
Wohnung: Berlin (Palais in der Behrenstraße 32/33),
geboren am: 1850 in Danzig (Jüdischer Konfession angehörig)
beerdigt am Dienstag den 14. Februar 1933 nachmittags 3 Uhr in Stille in Grüneck in der Familiengruft.

Der Tod ist eingetreten am 10. Februar 1933 in Berlin im 83. Lebensjahr, infolge von Lungenentzündung. Die Leiche wurde am 13. Februar nach Grüneck überführt und dort aufgebahrt. am 14. Februar wurde er einfach und schlicht in der Waldgruft beigesetzt, auf besonderes ersuchen wurde vom Pfarrer Kammerloher, Kreuth, ein Gebet (2 Psalmen s. Sterberitus) verrichtet. Herr Bürgermeister Meßmer, Herr Lehrer Rehle und einige Schulkinder gaben dem edlen Wohltäter der Gemeinde - Kirche - und Schule das Geleite (bei Glockengeläute gab er eine reichliche Spende - ebenso bei der Restaurierung der Kirche (250 M) - auch stammen die 4 spätgotischen Statuen (zwei Madonnen, St. Johann und St. Stefan) aus seinem Besitz in Berlin. - Von Berlin kamen Kranzspenden, wie es an Mengen und Kostbarkeiten noch nicht gesehen. - Auch vom Kaiser Wilhelm II. (der sein guter Freund war) war ein Kranz darunter. - Einen Tag zuvor war in Berlin die große Feierlichkeit. - Wie ergreifend war die stille Beisetzung dieses berühmten Mannes in seiner Villa in Grüneck.

Während des 2. Weltkriegs war in der Villa im Grüneck eine Kinderlandverschickung (KLV) untergebracht.

Am 20.6.1953 erwarb die Besitzung durch Kauf die Verwaltungsgesellschaft für Steinkohlenbergbau und Hüttenbetrieb Düsseldorf, Not. Urk. Notar Seibold München. Dr. Friedrich Flick (+1972) und seine Frau Maria geb. Schuß (+1966) kauften das Anwesen am 5.12.1958. Die weiteren Eigentümer waren: Dr. Friedrich Karl Flick, Eisenwerk Gesellschaft Maximilianshütte mbH Sulzbach Rosenberg; Münchner Wohnhausgesellschaft mbH Treuhand München: Firma GAZ Gesellschaft für Aufbau und Handel Frankfurt; Firma Gauf Ingenieur GmbH Nürnberg-Frankfurt; Die derzeitigen Eigentümer sind Angelika und Thomas Hafne

Quelle: Die Klostergüter in Kreuth von Franz Mühlberger Tegernsee

Jackl

Klosterlehen - 1/16 Gütl zum Jackl - Riedlern Nr. 23

Jagerhäusl in Kreuth- Lorenz Quaglio 1838

1471 Peter - Bruder des Anderl zum Pfern (Nr. 20) (Stiftsbuch 1492-1499 Kl. Lit. Nr. 101) ab 1493 Item alle 3 vom Padhaus

1495 Peter und Hansl sein Brüder

1498 LZB 1498: Peter von Rüchlern, paumeister, Katharina 1. H., Hansl Conrad v. Rüchlern, des Peter Ayd mit 6 Kindern

Liendl Widmann und ab 1501-1504 Andrä Hugenrainer

1512 Andrä Hugenrainer

1516 Andrä und Jacob

517 Jacob (Jackl)

1545 Hans Hugenrainer (Hülgenrainer) Gemeiner des Zobl (Kl. Lit. Nr. 767 Steuerregister 1588 Ehefrau Barbara (LZB 1609)

17.6.1608 Jörg Hilgenrainer Sohn, übernahm für 115 fl, + 14.6.1656 Erste Ehefrau Barbara + 2.11.1643 70 Jahr, zweite Ehefrau Anna

26.1.1645 Thomas Tersch von Enterbach * 21.12.1621, + 3.1.1708, Leibgeld 18 fl, Vater Lienhart Tersch gab 81 fl Heiratsgut oo 21.2.1645 mit Tochter Margred Hilgenrainer, * 16.2.1622, + 8.1.1696, übernahm für 155 fl mit 3 Kühen, 2 Galtrinder, 2 Hauptgaiß
Sohn Chrysogon Tersch * 22.11.1650, hat sich in Oberhausen bei Augsburg als Maurer niedergelassen, Prot. v. 30.12.1679.
Sohn Georg Tersch * 17.1.1648, Zimmermann, ebenfalls nach Oberhausen verzogen, Prot. v. 16.12.1672

29.12.1681 Thomas Tersch Sohn * 17.12.1645, + 8.3.1723, übernahm für 195 fl, Neustift 25 fl (Im Brief-Protokoll v. 31.5.1723 als Thomas Aschenbrenner eingetragen) oo 26.1.2682 mit Elisabeth Hagn, Jagertochter von Brunnbichl * 12.12.1649, + 8.3.1723, Eltern: Quirin u. Barbara Hagn, beide verstorben, der Hagn vonEnterbach als Pflegevater, gab 101 fl, 1 Jungrind und Ausstattung

31.1.1723 Hans Resch (Rest) von Wegscheid bei Lenggries, Eltern: Paul u. Ursula Resch, versprach 150 fl Heiratsgut zu bringen in bar am Guldentag, + 29.5.1719 als Riesch, 54 Jahr alt
oo 5.2.1723 mit Tochter Magdalena Tersch * 11.7.1689, übernahm für 250 fl, Neustift 32 fl 30 Kr
oo mit Maria Hagn * 1.7.1689, Vater Bartlmä Hagn zu Ellmau gab 200 fl Heiratsgut, Vertrag v. 1.7.1724

20.1.1730 Michael Steinberger, * 10.9.1696, Eltern: Georg St. und Barbara geb. Wagner zu Gmund, Neustift 30 fl, + 13.10.1751 oo 14.2.1730 mit Witwe Maria Riesch, geb. Hagn, + 19.10.1759
am 27.4.1743 von Tirolern geplündert

15.4.1757 Joseph Riesch, Stiefsohn, * 25.9.1728, übernahm für 250 fl, + 17.7.1771 (Resch) oo 2.5.1757 mit Maria Höß, * 26.1.1735, die Eltern: Georg Höß zum Pointer u. Maria, geb. Pärtlin gaben 100 fl Heiratsgut

4.2.1772 Martin Haltmayr, Sohn des Johann H. zum Wagner in Riedern, Neustift 39 fl 5 Kr., + 1.2.1826 oo 2.3.1772 mit Witwe Maria Riesch, geb. Höß, + 3.6.1808

4.1.1797 Jos. Georg Haltmayr, Sohn, Zimmermann * 13.8.1773. + 2.5.1835, Neustifter mit 43 fl 30 Kr. 2 Pfennig. Endgültige Übernahme am 28.5.1800 für 300 fl plus 100 fl eigenes Heiratsgut
oo 9.6.1800 mit Elisabeth Soyer, Millauertochter von Kreuth, * 17.6.1776, + 20.2.1821, Vertrag v. 28.5.1800
oo 21.5.1821 mit Barbara Widmann, Hagentochter von Wiessee * 12.12.1775, +18.2.1822, Vertrag v. 5.5.1821 über 550 fl. Heiratsgut, 1 Kuh, 1 Bett, Eltern: Leonhard Widmann und Franzisla, geb. Höß
oo 25.11.1823 mit Magdalena Höß, Mangerltochter von Wiessee * 19.4.1777, + 7.1.1847, Eltern Thomas und Magd. Geb Höß brachte 400 fl Heiratsgut, standesgemäße Ausfertigung, 1 Kuh und übertrug ihrem Mann das Benutzungsrecht und was sonst die Gesetze in diesem Punkt zustehen.

10.8.1835 Franz Xaver Haltmayr, Zimmermann und Gütler * 22.8.1807 , + 26.5.1874, übernahm für 850 fl Lt. Prot. Teg. oo 15.2.1841 mit Elisabeth Erlacher, Bachlertochter von Point, * 20.11.1815, + 24.3.1906

1876 Franz Xaver Haltmayr, Bauer zum Jackl, * 18.1.1842, + 24.2.1917 oo 13.11.1876 mit Elisabeth Hagn * 26.6.1850, Bauerstochter zum Hansen ins Brunnbichl, + 5.4.1942

1911 Franz Xaver Haltmayr Sohn * 30.3.1877, + 29.12.1943 oo 1.3.1909 mit Ursula Glas * 10.1.1881 in Reichersbeuern, Eltern: Benedikt Glas u. Regina geb. Schalch, + 26.9.1964

Ludwig Bartl * 11.3.1925 in Lenggries, Eltern Ludwig Bartl u. Anna geb. Glas
oo 18.5.1953 mit Helga Ball * 26.4.1922 in Potsdam Drewitz, + 30.10.1970, Eltern: Bruno Hall u. Bertha geb. Neubauer
oo 27.3.1971 mit Luitgart geb. Kelmann * 5.11.1935 in Prag

1953 wurde das Gütl durch Brandstiftung vernichtet

Quelle: Die Klostergüter in Kreuth von Franz Mühlberger Tegernsee

Leitner

Klosterlehen - Das Lehen zum Leutner, ½ Hof - Kreuth Nr. 54

Leitner unter der Leiten

Alm Wernigberg und Lärch

Franz Mühlberger schreibt: Das Lehen zum Leutner, ½ Hof, Alm Wernigberg und Lärchgarten, wird 1350 lt. Urbarbuch 1346 Kl. Lit. Nr. 5 als Unter der Leytten, das Niedergut, hat Heinrich unter der Leytten, erstmals erwähnt.

1357 findet es sich als Niederlehen, hat ein Chunrad, in der Kl. Lit. Nr. 94 wieder.

1427 wird dieses Niedergut (Kl. Lit. Nr. 96), mit 2 Jauch, 1 Tgw. Wismat, 5 Jauch Trad dient 30 Caß beschrieben.

Es folgt dann ein elfmaliger Besitzerwechseln; bis 1566 Georg Hagn, (Kl. Lit. Nr. 767 Steuer-Register 1588, der andere Halbhof, Gemainer des Hans Glockhner) den Hof übernimmt. Er ist 2x verheiratet: 1. Ehefrau Rosina, 2. Ehefrau Maria Khernin (Leibzinsbuch 1609 u. 1640) Der Gilten beträgt 1588: 40 Pfund Schmalz, 50 Kreuz Käß, 2 Hühner, 50 Eier, 1 Kaß statt Stiftsgeld, 2 fl 25 Kr. Nun wird das Anwesen viermal auf den Sohn vererbt bis Andrä Öttl * 29.11.1686, + 12.10.1772, Hansenbauernsohn am Schwaighof, 1712 die Witwe des Chrysogonus Hagn, Sabine Hagn, geb. Riederer, * 24.2.1677 + 9.5.1744, heiratet. Das Neustift betrug 105 fl, er brachte 315 fl Heiratsgut, darunter selbst erspart 50 fl., mit. Dieser Andrä vermacht 1757 es seiner Tochter Barbara Öttl die mit Simon Hagn *29.10.1719, + 20.11.1788, vorher Kürschner zu Rottach, verheiratet ist.

Am 6.10.1789 übernimmt Joseph Hagn, * 27.1.1760, + 27.11.1832, von seinem Vater Simon für 950 fl, Neustift 146 fl 9 Kr. Er heiratete am 25.1.1790 M. Anna Hagn, Stauchertochter v. Unterwallberg, * 6.4.1764, + 25.3.1841. Bei der Übernahme waren vorhanden: 2 Zug Roß, 1 Füllel, 13 Kühe, 5 Jungrinder, 5 Kälbl, 5 Schafe, 4 Gaiß, 5 Pött, die Howiese mit 3,85 Tgw. bei der Übergabe zurück behalten und am 10.11.1832 der Stuferwitwe Maria Fichtner für 850 fl verkauft.

Von diesem Joseph Hagn handelt folgende Geschichte, die in dem Buch über König Maximilian I. Joseph von Bayern, herausgegeben 1827, niedergeschrieben ist:

Eines Tages besuchte König Max mit Frau und Töchtern den Leitnerbauern. Sie fuhren bis Scharling und gingen dann zu Fuß zum Hof. Der Bauer war an seinem Stadel beschäftigt als er die königliche Familie kommen sah. Er ging ihnen ohne Verlegenheit entgegen und rief vor Freude: "A ! griaß Gott, dös freut mi daß ös bei mir a einkehrn thuets. Mein Gott, glei, glei wer i wos bringa." Nach diesen Worten eilte nun der Leitenbauer Tische und Bänke zu bringen, dann Milch, Butter, Käse und Brot aufzutragen, darauf er dann fortfuhr: "Jetzt sezt´s eng alle, wias beisamma seids daher, eßts und trinkts brav; aba laid thuats ma, daß i grad koa Bier da hob."

König, Königin und Prinzessinnen folgten der Einladung. Als der Leitner seinen Landesvater mit Familie versorgt hatte, lief er mit einer Flasche guten Kirschgeistes in der Hand an die Hofgrenze, dort den königlichen Kutschern und Reitern am Wege mit den Armen zuwinkend und hinab rufend: "Da geht´s rauf, so geht´s no rauf!" Nachdem er ihnen die Flasche zeigte, rief er ferner: "Hängt´s daweil engere Roß an Zaun on, und kommt´s non rauf!" Dann zu der entfernt stehenden Dienerschaft: "Do geht´s her und trinkts!". Da diese Leute aber dienstgemäß sich nicht von der Stelle bewegten, bat der geschäftige Bauer den König: "Geh, Herr König, sei so guet, sag do, sie solln hergehn und trinka." König Max rief nun den Dienern zu: "So trinkt ihm doch seinen Kirschgeist zusammen, wenn er es nicht anders haben will."

Bald darauf winkte der König zum Abfahren, und verließ mit seiner Familie den Tisch. Doch das war dem Leitner Sepp gar nicht recht: "Non dürfts ma nit fort, was wär dös? habts ja schier gar nix trunka, und nix geßn," stellte sich vor den König, bittend: "Non a mal müeßts ma trinka, vors ma fort roasts". Der König bedankte sich und versprach ihn nochmals zu besuchen, ehe er nach München reise, worauf der Bauer freudig rief: "Non dös ist recht; aba Herr König, eh du kimmst, mußt ma´s sagn laßn, daß i mi mit an Bier und weißn Brod versehn kon." Der König mußte es ihm versprechen, und bei der Abfahrt schrie ihm der Leitner noch nach: "aba gwiß kimmst bald wieda!"

Einige Tage darauf besuchte die königliche Familie den Marmorbruch in Enterbach, und ging dann zu Fuß zum Leitenbauern. Als sie schon im Hof standen, rief der König dem Bauer, der barfuß den Kuhstall ausmistete. Mit dreckigen Füßen, Händen und Armen trat der Bauer aus dem Stall, staunte entsetzt dem König, der Königin und den Prinzessinnen entgegen, und sagte zum König: "Aba han, Herr König, seids jeza schon wieda da, und habts ma´s nit sagn loßn, und hob i´s eng letzt so deutli gsogt, ös sollt´s ma´s sogn loßn, daß i mir a Bier einlegn kon." Dann rief er verlegen seinen Söhnen: "Hansl, Seppl, Bartl, geht´s gschwind, spannts ein, nömt´s a Faßl, fohrts um a Bier so gschwind, als könnts."

Den Eifer des Bauern nun beruhigend, gab ihm der König zu verstehen, daß sie sich nicht lange aufhalten können, worauf der Leitner nachgab und mit dem König hinter den Hof ging, wo auf dem Trat´n (Weideplatz) zwei schöne Füllen herum sprangen. Der Bauer und sein König unterhielten sich über die Landwirtschaft, auch über die jungen Pferde, die von den Hofzuchtpferden stammen, die in Tegernsee stehen, und der König sollte sie ihm, wenn sie in die Jahre kämen, abkaufen. Der König versprach es dem Bauer in die Hand. Bald traten die königlichen Herrschaften den Weg zum Marmorbruch an. Der Leitner nahm den König bei der Hand mit den Worten: "Non, bhüt Gott, Herr König, und seids so guet, Herr König, grüeßts mir engern Gaulreita in Tegernsee, wenns dazue kömmts, den Kögl Florian, is gar a brava Mo." Der König sagte freundlich: "Ja, gewiß, heute noch richte ich dem Kögl deinen Gruß aus." Freudig schied nun der Bauer: "Non dös ist recht, jetzt bhüt eng halt alle brav Gott, und kommts guet hoam." Als der König in das Schloß einfuhr, sendete er sogleich einen Diener nach dem Gaulreiter Kögl. Bei dessen Erscheinen rief der König: "Der Leitenbauer hat mir aufgegeben, dich zu grüßen, anstatt seiner; jetzt hab´ ich also meine Schuldigkeit getan, dies kannst du dem Bauern sagen, wenn du zu ihm kommst; - behüte dich Gott, Kögl".

Bis 1875 bleibt der Leitner in der Leiten Eigentum der Familie Hagn, dann wird das Anwesen von Joh. Bapt. Hagn, dann Jager in Brunnbichl (von 1888-1918 Bürgermeister der Gemeinde Kreuth), an Johann Hechensteiner verkauft.
1967 wird der jetzige Hof von Maria Wanner, besser bekannt als "Leitner Marie", ihrer Tochter Marianne und dessen Ehemann Georg Grabmeier erbaut, das alte Anwesen mußte abgerissen werden. Der Ur-Urenkel des Hechensteiner Johann, Georg Grabmeier, ist der heutige Besitzer vom Leitner unter der Leiten.

Quelle: Die Klostergüter in Kreuth von Franz Mühlberger Tegernsee

PaulDersch

Klosterlehen - Menlehen beim PaulDersch, ¼ Hof Scharling Nr. 49

PaulDersch

Kiem Pauli Jugendherherg

Beim "PaulDersch" in Scharling? Wo soll das sein? werden die Meisten fragen. Die alten Kreuther wissen es vielleicht noch, daß dies einmal ein alteingesessener Bauernhof war, der in den Klosterunterlagen schon 1490, besetzt mit einem Liendl Widmann, als Menlehen, 1/4 Hof, erwähnt ist.

1490 Liendl, Bruder des Hans Widmann (z. Danzl med)

1498 Liendl Ernst (Gemainer und Nachbar des Kainraders Nr. 48) das Leibzinsbuch von 1498 erwähnt: Ernst Scharlinger und Dymutt seine Hausfrau. Er hat ein Bruder Hansl Ernst, ist auf Skt. Georgenberg, Verweser des Gutes bei Tratzberg i. Tirol

1520 Liendl Schuster 1. G. (des Scharling Hofes Nr. 48)

1534 Liendl Pärtl

1535 Hans Schuster

1536 Peter Schüttler

1560 Haintz Pärtl

1580 kam der Paul Tersch und sein Eheweib Susanna Gebhartin auf das Lehen. Sie hatten damals, lt. Steuerregister von 1588, einen jährlichen Gülten (Steuern) von 30 Pfund Schmalz, 15 Legerkäß, 1 Huhn, 25 Eier, 1 Klafter Dienstholz und 18 ½ Kreuzer in Geld zu zahlen.

Sein Sohn Michel übernahm im Januar 1602 den Hof für 150 Gulden mit 2 Roß, 6 Rinder, 2 Schweindl, Wägen und Pflug.

Hans Riedinger von Miesbach erwirbt den Hof durch Einheirat am 24.2.1605, ihm folgt Balthasar Perlacher (Pernlochner) und Ehefrau Ursula (Kl. Lit. Nr. 110 Stiftsbuch 1588-1610).

Kaspar Gloggner +25.9.1657 bey 80 Jahr, heiratet 1615 die Witwe Ursula Pernlochner + 16.5.1642 b. 80 Jahr, und übernimmt das Anwesen für 230 fl, Neustift 31 fl.

Balthasar Erlacher ob der Millau, brachte 151 fl Heiratsgut, Leibgeld 35 fl. LZB 1640, +1.5.1679 oo 1633 mit Stieftochter Katharina Pernlochnerin, übernahm für 230 fl, Perlacherin Lt. Brief Prot. v. 8.4.1633

Sebastian Erlacher Sohn, übernahm am 7.1.1676 für 250 fl, Neustift 35 fl, 1 Taller Conventgeld, + 28.9.1696, wirklich bezahlt nur 1 Taller, am 20.2.1676 20 fl Abschlag. Bestand 5 Kühe, 2 Jungrinder, 1 Pött oo 10.2.1676 mit Maria Erlacher * 22.12.1636. + 19.2.1700, Eltern: Hans Erlacher, Pachler in Point und Barbara geb. Kray, gaben 100 fl als Heiratsgut.

Am 20.2.1696 heiratet die Tochter Elisabeth Erlacher, * 16.11.1676, + 13.4.1742, Ulrich Pärtl * 232.4.1663, +29.3.1742, Eltern: Sebastian und Maria Pärtl, Rott zu Scherfen, er brachte 190 fl Heiratsgut, 2 Scheffel Getreide, Neustift 31 fl, 30 Kr. Sie übernahmen am 30.1.1696 für 312 fl, vorhandene Schulden 279 fl 48 Kr., ausständig 116 ½ Pfund Schmalz, 50 Eier, 5 Hühner, 4 Klafter Dienstholz, hiefür hatte Pärtl 15 fl zu zahlen.

Dann kamen drei Generationen Pärtl (Bärtl) Bei der Übergabe im Januar 1735 waren 1 Roß, 6 Kühe, 5 Jungrinder, 3 Schaf und 4 Gaißen vorhanden.

1836 heiratete Sebastian Leitner, Bauerssohn zum Untergschwandler am Tegernseer Berg, * 24.12.1797, brachte 600 fl Heiratsgut und 50 fl in Aussteuerwerten, + 23.6.1861, Maria Wagner, Bauerstochter von Riedern Pf. Waakirchen, * 18.4.1801,+ 11.5.1879, Base des Georg Bärtl, und übernahm für 1470 fl. Sohn Franz Leitner * 13.4.1846, stirbt am 10.10.1870 an Typhus als Soldat in Chateau Thiera in Frankreich. Tochter Magdalena Leitner * 16.9.1843, verh. 18.6.1877 mit Peter Strohschneider, ill. Hausmannsohn von Oberhof. Die Witwe Maria Leitner wird nach dem Tod ihres Mannes Alleinerbin. Der Sohn Joseph *7.9.1839, verheiratet seit 1876 mit Barbara Hagn, Sappltochter von Point, * 2.4.1856, übernahm 1875 für 5000, und stirbt am 2.9.1893. Die Witwe Barbara Leitner geb. Hagn, + 1.12.1923, heiratet am 10.2.1902 Joseph Kröll * 8.11.1851 in Laubichl Pf. Mayrhofen, Eltern: Cajetan Kröll und Anna geb. Winkler.

Lorenz und Maria Schober kaufen am 9.7.1924 das Anwesen.

Anton Meixner kauft es am 20.11.1925

Von 1580 an war der Hofname beim "PaulDersch", bis zum Kauf des Anwesens, 1936, durch den Reichsverband der Deutschen Jugendherbergen, Landesverband Hochland in München vom damaligen Besitzer Anton Meixner. Nach dem Krieg, 1948, wurde der Landesverband Bayern für Jugendwandern und Jugendherbergen, e.V. München, der Eigentümer dieses Hauses. Herbergseltern waren von 1947 bis zum Abruch des Hauses 1964 Franz und Maria Schnitzenbaumer. Das im Mai 1965 neu eröffnete Haus erhielt den Namen "Kiem Pauli Jugendherberg". Die jetzigen Herbergseltern sind Bernhard und Lucia Georg.

Quelle: Die Klostergüter in Kreuth von Franz Mühlberger Tegernsee

Wirtshaus

Klosterlehen - Das Wirts- und Zollhaus Hs 5 in Kreuth

Wirts- und Zollhaus

Kreuth Nr. 6 Nebenhaus

1483 unter einem Lindl Öchsler, Gemeiner des Gärr zum Spitzer wird das Anwesen erstmals genannt.

1488 erscheint ein Conrad Gärr und Jörg Rott med des Gärr.

Im Leitzinsbuch von 1498 wird das Anwesen als Zollhaus erwähnt mit einem Liendl Rüppel, Zolner, 1. H. u. Kinder.

Jörg Rott Zollner, seit 1506 Inhaber des Viertelhofes.

1509 übernimmt Hans Gärr, 1526 zahlte Zollner (Berufsbezeichnung) 2 Pfund Patzen vom Schänkhen (LZB Hans Gärr und Barbara) (Kl. Lit. Nr. 19).

Hans Hafner zahlte im Jahr der Übernahme, 1536, 2 Pfund vom Schenkhen.

1549 wird ein Georg Zoderer der Ältere erwähnt, dieser hatte dann 1587 für 800 fl an seinen Sohn übergeben (Kl. Lit. 767 Steuerregister 1588 das vierte Viertel). Dieser Georg Zoderer Wirt und Zollner zahlte 6 fl für Alles, nach dem Tod des alten Hafners, + 1595, Hafner starb ohne Leibeserben (Bes. Prot. v. 30.8.1595). In der Kl. Lit. Nr. 110 Stiftsbuch 1588-1610 wird als Eigentümer Balthasar Hupfauer und Elisabeth Ettlinger Wirtstochter von Warngau, als Wirt und Zollner genannt, aber ohne Übernahmejahr.

Um 1606 kommt dann Jacob Pußjäger Zollner und Wirt, + 1618. Dessen Witwe Elisabeth Pußjäger hatte am 27.3.1618 für 1200 fl dem Nachfolger käuflich übergeben. Vorhanden waren: 5 Roß, 33 Stück Vieh groß und klein, 5 kl. Schweindl 8 Schafe, dann 33 Pött. Übernehmer Maria Öttlingerin, Base der Wirtin, Tochter des Hansen Öttlingers, gewester Mitbürger und Gastgeber in München und Maria geb. Lobenhauserin und künftiger Hauswirth Sebastian Kholler. Maria Öttlinger hatte treu gedient und erhielt von der Übergeberin 200 fl Heiratsgut. Zu dem Austrag gehörte der obere Teil am Casten bei der Straß, 2 Kühe samt Hey, Grummet, Stey, mehr die Gutsche sambt ainem oder 2 Roß darein, so oft sie es bedürftig zu gebrauchen. Die Witwe Elisabeth Pußjäger hatte noch 2 Güter in Warngau. (Bes. Prot. V. 27.3.1618 Fase 771/27). Jacob Pußjäger kam 1597 aus Österreich (vermutlich Tirol) nach Tegernsee, war mehrere Jahre Kellerknecht, dann Kammerdiener, um 1606 Wirt und Zollner in Kreuth. Da er ohne Nachkommen 1618 starb, wurden in einem Vertag vom 1.3.1618 (Bt. Prot. Fase 768) außer dessen Witwe Elisabeth, seine Erben ermittelt.

  1. Sabine Pußjäger, Schwester, jetzt Schwester Clara in einem Innsbrucker Kloster,
  2. Brigitte Pußjäger, Schwester, Ehefrau des Michael Abfelder, Schneidermeister in Innsbruck.
  3. Margarethe Pußjäger, Schwester, Witwe des + Lorenz Edlers in Ammergau,
  4. Abraham Pußjäger, Bruder des Verstorbenen, vor 16 Jahren in den Krieg gezogen, wahrscheinlich nicht mehr am Leben.

Zur Verteilung kamen 500 Gulden, an vier Erben, der Anteil des vermißten Abraham Pußjäger wurde aufgeteilt.

Dieser Nachfolger ist am 27.3.1618 Sebastian Kholler ehemals Kammerdiener und Kellerknecht im Kloster, Sohn des Georg Kholler in Schwaz und Katharina nun Zollner und Gastgeber, + 1636. Er heiratete Maria Öttlinger und übernahm für 1200 fl (LZB 1609-1639). Sohn Sebastian Kholler * 14.7.1627 hatte sich in Wien niedergelassen, Prot. v. 8.11.1655. Sohn Hans Kholler *2.2.1630 Pader und Wundarzt will sich in Pfaffenhofen niederlassen, Prot. v. 14.9.1657. Die Witwe Maria Kholler geb. Öttlinger heiratet am 15.10.1636 Christoph Schretter, vorher Kellerknecht im Kloster, Sohn des Balthasar Schretter, Bürger in Tölz, Neustift 50 fl. Sie bringt 10 Kinder in die 2. Ehe mit und stirbt 6.5.1639 mit 40 Jahren. Daraufhin heiratet Schretter am 7.2.1640 Ursula Fränkhin, Tochter des Duftenmüllers Georg Frankh, *17.10.1619. Weil sich Christoph Schretter durch sein übles Hausen (liederlicher, verschwenderischer Haushalt, Schuldenlast) des Leibzugedings verlustig gemacht hat, also ist hierauf die Tavern mit ihrer Zugehörung am 15.9.1644 dem Chrysogon Mösserer auf seine Person von Gerichtswegen käuflich überlassen für 1500 fl, Neustift 75 fl, verleibt worden, nachdem Sohn Georg Kholler, der zuerst für 1500 fl käuflich übernahm, wieder zurückstand.

Chrysogonus Mösserer ist Churfürstlicher Zollner und Wirt, *19.7.1621, +17.1.1699, und Sohn der Chrysogon Mösserer, Mesner zu Egern. Am 23.11.1644 heiratet er die Tochter Elisabeth Kholler, *13.4.1622, +20.8.1660 38 Jahr, in 2. Ehe am 10.5.1661 Barbara Reißin, Tochter des Wirt Sebastian Reiß in Grafing. Leibgeld für die zweite Ehefrau Barbara M. am 23.4.1661 erlegt mit 36 fl. Lt. Vertrag v. 5.4.1661 für 6 Kinder aus erster Ehe, 600 fl Muttergut auf Interesse gelegt werden. Der Sohn Paul Mösserer * 23.1.1648, wurde Bräumeister in Erasburg, Geburtsbrief erstellt lt. Prot. V. 6.5.1686. Der Sohn Johann Mösserer * 2.2.1653, verheiratet in Burghausen, entlassen lt. Prot. V. 1.7.1687.

Am 28.6.1700 übernimmt der Sohn Georg Stephan Mösserer den Zollner und Wirt, *26.12.1677, +2.5.1743. Er heiratet 1707 Maria Elisabeth Cäcilia Hinterer aus Brandenberg, Leibgedinge für die Ehefrau erkauft am 27.2.1716 mit 40 fl. Am 26.11.1730 findet eine gerichtliche Feststellung der Habschaft und Schätzung statt.

Das Wirtshaus in Kreuth wurde am 23.4.1743 durch östrreichischen Panduren geplündert und angezündet, die Magd Maria Holl aus Rottach und eine Ordonanz sind hiebei lebendig verbrannt. Der Wirt selber wurde schwer verwundet, man brachte ihn ins Kloster Tegernsee in Pflege, wo er am 2.5.1743 starb. Dazu schreibt Abt Gregor I. von Tegernsee in seinem Tagebuch: "... Der Zohlner, da er sich in die Schupfen retirieren wollen, ist mit einer Kugl in den Turch geschossen worden und ist von dieser Wundten alhier in einer Conventzelln bald darauf gestorben. Eben aber derjenige Hauffen, so bbey dem Pfarrhoff vorbeymarschiert und gleich yber die Welder hinter des Zohlners Haus sich mit denen andern conjugiert hat, hat ein Commando zurückhgeschickth, des Zohlners Haus anzuzünden: welches dan auch sambt dem Stadl, Stallung und Holzschupfen, in welche sich der Zohlner retiriert und welch er Khümmerlich hat herausgezogen und gerettet werden khönnen, gänzlich verbrunnen, und mit selben auch des Hauptmann Reindls sein Kerl, so die Pferd versorget, und 2 Weibspersonen welche sye die Banduren nit mehr herausgelassen, und also elendlich haben verbrünnen müssen..."

Erst am 31.1.1750 übernahm Franz Felix Werther, Sohn des Churfürstlichen Forstaufsehers Johann Adam Werther zu Hofolding, den Zolldienst und die Wirtschaft , Neustift 120 fl, + 20.6.1782 in Hofolding. Er heiratete am 9.2.1750 in Hofolding die Tochter Maria Theresia Mösserer * 29.3.1715, + 12.6.1799 (13 Kinder). Zum Aufbau der durch Panduren abgebrannten Wirtschaft nahm Werther bei dem Kaufmann Georg Nockher zu München 400 fl Kapital auf. Bes. Prot. V. 20.7.1752. Nach seinem Tod führte seine Witwe M. Theresia Werther, mit 9 Kindern, den Betrieb weiter und übergab am 29.8.1791 ihrem ältesten Sohn Franz Quirin Werther für 7431 fl 6 Kr. Vorhandene Schulden: An die Kirche Kreuth 800 fl. Pirschulden in Tegernsee 2824 fl 25 Kr, an die Benedikt-Bruderschaft 200 fl, dem Kastenamt Tegernsee 135 fl, beim Kloster für entnommenes Getreide 61 fl 41 Kr, Darlehen Xaver Winkhler Brandstatt 200 fl und verschiedenes, insgesamt 7431 fl 6 Kr Herausgabesumme. Franz Quirin Werther * 24.5.1752, + 3.4.1826, Churfürstl. Grenz- Bey Mautherr und Weinaufschläger, Neustift 249 fl heiratete am 19.9.1791 M. Anna Hafner, Wirtstochter von Marbach * 1768, + 28.4.1810. Freiherr von Drechsel, Kgl. Kämmerer und Oberpostdirektor, übernahm am 21.3.1807 für 12900 fl durch Zuschlag als Käufer der Wirtschaft Fh. v. Drechsel 425 fl Darlehen (Kapitalienkataster AR 664/19) Bes. Prot. Miesbach v. 21.3.1808.

Am 8.6.1811 kaufte Joh. Georg Obermayr Wirtssohn von Thanning *14.4.1787, +3.7.1832 in Kreuth, Sohn des Joseph Obermayr und Franziska Maria Heiß von Hofolding, Bruder des Posthalters Korbinian O. zu Tegernsee, für 13500 fl, gemauertes Haus, Tafern-Gerechtigkeit, etliche 20 Tgw. guten Baugrund, 2 Tgw. Wiesen, 90-100 Tgw. Holzgrund. Er heiratete am 23.7.1811 Theresia Duftschmied * 4.2.1781 in Oberaudorf, + 9.1.1856 in Kreuth, vorher bedienstet im Pfarrhof Gmund, die Eltern gaben 900 fl, 1 Kuh, Förtigung. Die Witwe Theresia Obermayr verkauft am 7.6.1833 an Mathias Wagner, Burgweger von Wall für 16000 fl mit Metzgerei Gerechtigkeit. Dieser verkauft am 30.12.1835 lt. Kat. 9.1.1836 an Franz Sales Huber für 17500 fl Feld und Wiesen 31,16 Tgw., Wald 162,63 Tgw.

Am 17.7.1849 kauft Johann Bapt. Obermayr, vorher Wirt in der Kreuzstraße, für 30500 fl mit 50,17 Tgw. Forstentschädigungsanteil 109,11 Tgw. Pletscherer Grunde 14,14 Tgw. beim Jager zu Brunnbichl 31,94 Tgw. und Taferne und den Jager in Brunnbichl.

Das Verkaufen geht weiter. Korbinian Obermayr *30.4.1824, +2.10.1893, Sohn des Korbinian O. Posthalter in Teg. kauft das Anwesen für 44000 fl am 18.2.1852. Er hat mit seiner Ehefrau Johanna geb. Rechl 11 Kinder. Die Tochter Johanna *7.1.1864 heiratet am 23.4.1889 Lorenz Friedinger, Postbote, Sohn des Joh. Bapt. F. Leerhäusler zum Bürger in Glashütte. Der Sohn Franz *10.3.1865 heiratet Anna Maria Sennhofer (Spitzer), angehender Spitzer in Kreuth. Die Tochter Barbara *26.8.1866 heiratet am 19.1.1893 Mathias Schäffler, Postbote in Kreuth.

1865 kauft Max Reinhard, Kaufmann in Egern, für 56000 fl, nebst Spitzeranwesen; an Korb. Obermayr wieder zurückgegeben für circa 40000 fl.

Am 15.5.1895 kauft Johann Lehmann * 15.5.1864 in Solln, + 29.10.1840 für 160000 M das Anwesen; heiratet am 28.1.1889 in Gmund Katharina Huber, Wirtstochter von Dürnbach *1.10.1869, +27.2.1948.

Am 20.2.1929 übernimmt dessen Sohn Johann Lehmann *16.12.1888 in Dürnbach +14.3.1984 und seine Ehefrau Katharina Barbara Köstler *20.3.1888 + 15.12.1922, Tochter von Lampert Köstler, Wirt in der Raineralpe. Kinder: Johann *11.9.1919 +1.6.1944 in Rumänien gefallen, Katharina Maria * 2.2.1922 + In 2. Ehe heiratete Hans Lehmann am 16.12.1923 in Pommern Johanna Stubbe. Kinder: Klaus und Marianne. Am 22.11.1960 übernimmt Sohn Klaus Lehmann das Anwesen.

Die weiteren Eigentümer sind Maurar Investmant Anstalt Vaduz Lichtenstein: Gemeinde Kreuth, Herzog Max in Bayern, Karl Rauh

Das Nebenhaus Nr. 6: Katharina Lehmann Witwe, geb. Huber übergibt an Andreas Lehmann Sohn *6.5.1899, +3.6.1980. oo 2.11.1937 mit Adelheid Rogger *20.2.1914 in München Dem Bau der neuen Straße (ca. 1964) muß das Haus weichen.

Quelle: Die Klostergüter in Kreuth von Franz Mühlberger Tegernsee

Zahler

Klosterlehen zum Zahler - Kreuth Nr. 10

Zahler

Ein Viertelhof zum Meßner oder Zahler

1464 wird im Leibzinsbuch des Klosters Tegernsee (1498 Kl. Lit. Nr. 21) ein Hof hinter der Kirchen erwähnt, zu Lehen vom Liendl Praun und seiner Tochter Margred. Von 1494-1499 der Sohn Matheis als (med) Teilhaber.

Ab 1500 dann Matheis Praun und Ursula (LZB 1498).

1504 ein Jörg Sappl und

1515 Liendl Gschwändler.

1530 übernimmt Hans Zahler "hinter der Kirchen" (Hans Zahler und Margreth Derndlin, Leibzinsbuch 1609-1639) (Kl. Lit. Nr. 52) den Hof und der Name Zahler bleibt als Familienname bis 1748 erhalten (6 Generationen).

Nach dem Steuerregister von 1588 (Kl. Lit. Nr. 767) übernimmt Hans Zahler bei Skt. Leonhard das andere Viertel.

1595 übernimmt Georg Zahler, Mesner zu Kreuth das Anwesen von seinem Vater für 320 fl das ganze Haushaben, 2 Roß, 13 Rinder, 1 Füllel, 3 Eisenwagen, 2 Pött, Taufl-Kupfergeschirr. Seine Ehefrau Ursula Sondermooser +1635 (LZB 1609-1639) bringt 85 fl Förtigung und 1 Rind in die Ehe mit. Der Gülten war 1588: 50 Pfund Schmalz, 25 Legerkäß, 2 Hühner, 25 Eier, 1 Clafter Dienstholz. Ab diesem Georg Zahler heißt der Hof beim Mösner (Mesner). In der vorletzten Generation der Zaller (Zahler) stirbt 1715 ein Bartlmä Zaller als Vikar in Kirchberg am Wagram und sein Bruder Johann *11.10.1681 will sich als Bäcker in Krems Unterösterreich niederlassen, Prot. v. 13.10.1711.

Bruder Peter Paul *29.6.1680 übernimmt 1703 den Hof und heiratet am 28.1.1704 Maria Veichtner Hofbauertochter in Egern. Sie haben zwei Töchter. Anna * 30.1.1707 heiratet am 28,.4.1739 Hans Hagn, Baur zu Abwinkl.

Die jüngere, Veronika, heiratet am 5. Januar 1748 Joseph Gloggner vom Schuß in Pförn und übernimmt das Anwesen am 19.1.1748; er ist Mesner und Lehrer in Kreuth. Bis heute ist der Familienname in der 8. Generation erhalten. Im Jahr 1766 stiftet Georg Thomas Leonhard von Doß, Landschaftskassier in München, ein Kapital von 50 Gulden zur fundierung eines Ewigen Jahrtages und zur Erhaltung eines Schulmeisters. Dem Mesner, der zugleich Schulhalter war, wurden jährlich fünf Gulden ausbezahlt.es ist Joseph Gloggner zum Zaller, Mesner und Lehrer in Kreuth, ein besonderer Wohltäter der Kirche. Im Austragsstüberl des Zahlerhofes unterrichtet er die Kinder im Lesen und Schreiben "soviel er kunnte".Joseph und Veronika Gloggner hatten 12 Kinder. Der Jüngste Johann Michael geboren am 7.9.1765 trat ins Kloster Tegernsee ein.

Im Buch "Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte. Fünfzigster Band (Ergänzungsheft) München, 1898" steht:

P. Gotthard Gloggner (vorher Michael), geboren zu Kreuth (1)7. Sept. 1765, Profess 15. Oktober 1786, Priester 19. Sept. 1789, primizierte 18. Oktober. Abt Gregor liess ihm durch den churfürstl. Kammer-Compositeur Michl, den er deshalb nach Tegernsee berufen hatte, Unterricht in der Compositionslehre erteilen. Später bildete P. Gotthard selbst wieder andere Musiker, unter denen auch Caspar Aiblinger (+1867) Zögling des Tegernseer Conviktes war. Bis November 1797 war P. Gotthard Moderator der Kleriker, dann Professor principiorum am Klostergymnasium. "Stabilis in communitate" (Diarium Gregorii). Er blieb bei seinen Mitbrüdern in Tegernsee, leistete Aushilfe in Egern und beschäftigte sich mit Unterricht in Musik. Er starb als Aushilfspriester zu Egern 12. Juli 1832 (2). Gloggner komponierte mehrere Messen und Cantaten, die wegen ihres flüssigen Styls vielen Beifall fanden. (Lipowsky, Musik-Lex. S. 91)

1) Die Heimat des P. Gotthard ist gleich hinter der Pfarrkirche von Kreuth und hat den Hausnamen "zum Zaller". Über den Tod seiner Mutter bemerkte der damalige Vicarius P. Placidus Weinmann im Sterbbuche: Am 19. Juni 1767 schief Veronica Gloggner zum Zaller auf Grund von Wassersucht in meiner Anwesenheit und der ihres geliebten Sohnes Fr. Gotthard, die das bezeugen, im Alter von 67 Jahren ein. Sie war Mutter vieler Kinder und bemüht diese in heiliger Gottesfurcht mit größter Fürsorge und Wachsamkeit zu erziehen; wie Martha verrichtete sie die häuslichen Angelegenheiten mit Hingabe.

2) P. Gotthard wohnte 1821 noch in Tegernsee und scheint erst nach dem Tode der letzten im sog. Herrenhaus in Gemeinschaft wohnenden Conventualen nach Egern gezogen zu sein. Sein auf dem Friedhofe zu Egern noch vorhandener Grabstein hat die Inschrift: I.H.S. P. Gotthard Gloggner ernannter Pfarrer von Ebersberg, durch 16 Jahre eifrigster Curat-Priester dahier, geb. zum Zaller in Kreuth starb dahier am 13. (sic?) Juli 1832 im 67. Jahre seines erbaulichen frommen unermüdet thätigen und unzählig viel Gutes im Stillen verbreitendes Lebens. "Nebst Kirchen und Schulen erntete dessen Genügsamkeit reichliche Früchte die im Jahre seines Todes ins Leben getretene Krankenpflege-Anstalt in Tegernsee." "Ich war krank und ihr habt mich besucht; denn ich versichere Euch, was Ihr einem meiner geringsten Brüder gethan, das habt ihr mir gethan." Obiges Datum 13. Juli scheint ein Irrtum zu sein, denn das Sterbbuch zu Egern hat als Todestag den 12. Juli verzeichnet. P. Gotthard Gloggner wird auch unter den 9 Musikern und Componisten des Klosters genannt. In seiner Chronik von Egern schreibt Pfarrer Kißlinger: Gotthard Gloggner Hilfspriester in Egern von 1816-1832 + 12. Juli 1832 in Egern. Ein vorzüglicher Musiker, ein Freund der Schule und Wohltäter der Armen.

Im März 1820 übernimmt Joseph Gloggner, *2.11.1797 + 27.5.1880, von seinem Vater für 600 fl, lt. Prot. v. 11.3.1820, den ¼ Hof. Am 6.2.1832 heiratet er die 22jährige Frankhertochter, Maria Höß, von Point; diese bringt lt. Vertrag v. 26.1.1832 über 300 fl Heiratsgut und 100 fl Aussteuerwert mit.

Dessen Sohn Joseph Anton Gloggner heiratet im Februar 1877 die Scharlinger Fleischhackertochter Marianne Öttl und übernimmt im selben Jahr den Hof.

1910 übernimmt der Sohn Anton und heiratet Rosina Gloggner, ill. Tochter des Nicolaus Gloggner und der Zimmerertochter von Scherfen Rosa Gloggner. Der Sohn Anton war im 2.Weltkrieg an der russischen Front und fiel bei einem Spähtruppunternehmen bei Bjelow am 14. Februar 1942 im Alter von 30 ½ Jahren. Er war Inhaber des E.K. I. und II. Klasse, des Panzersturmabzeichens und des Verwundetenabzeichens.

20.7.1942 die Witwe Rosina Gloggner und ihre Tochter Elisabeth Sanktjohanser, geb. Gloggner, geschiedene Leo übernehmen das Anwesen.
1956 erstellten Karl Selzle und Elisabeth geb. Gloggner, Tochter des Hauses, den Stallneubau.

Seit 1972 ist Josef Gloggner Sohn der Elisabeth Gloggner, verheiratet mit Elisabeth geb. Reiter aus Dürnbach, Bauer zum Zahler: sie haben zwei Töchter: Christl die Hoferbin und Marianne.

Heute ist Christl Stillner geb. Gloggner, Witwe, die Bäuerin.

Ab 1529 gehört die Schönleitenalm zum Kirchhoff bei Sanct Lienhart. Die verschiedenen Schreibweisen sind: Schenn Lewtten, Schönleytten, Schönnleitten und seit 1738 Schönleiten. Ebenfalls 1529 heißt es "Auf der Huttern, ain newe Alm beim Kopfstain, besuechen die auf dem Kirchhohh bej Sant Lienhart"

Quellen:
Oberländisches Archiv für vaterländische Geschichte. Fünfzigster Band (Ergänzungsheft) München, 1898
Die Almen im Tegernseer Tal von Max Edelmann München-Innsbruck 1966
Die Klostergüter in Kreuth von Franz Mühlberger Tegernsee

Zobl

Klosterlehen - Das Sölden beim Zobl in Rüchlern - Kreuth Nr. 22

Zobl

Der Zobl wird erstmals 1502 in der Klosterliteratur erwähnt, als Bauer war nur eingetragen "der alt Sagmeister". Im Salbuch von 1480-1510, Kl. Lit. Nr. 10, wird 1506 ein Lindl Sagmeister genannt.

1511 kommt ein Hans Zobl, Gemeiner oder Nachbar des Quirin von Rüchlern zum Langen Nr. 21, von da an heißt das Gütl bis heute "beim Zobl" auch wenn sich der Familienname noch oft änderte.

1519 heißt es dann: Hans Zobl und Jörg, beide ihr Gemeiner;

1525 Jörg Zobl;

1542 Michael Zobl von Rüchlern.

1585 Georg Zobl oder Höß (Kl. Lit. Nr. 767 Steuerregister 1588) seine Ehefrau war Ursula Pletschaherin und 1588 war der Gülten: 8 ½ Pfund Schmalz, 10 Käß, 1 Huhn, 13 Eier, ½ Clafter Dienstholz.

Dessen Sohn Hans Höß übernahm 1610 mit seiner Ehefrau Regina Löbl von Wiessee den Hof und starb 1639. Der jüngere Sohn Quirin, * 1616, hat sich als Schreiner in der Stadt Braunau, Niederbayern, niedergelassen (Prot. v. 24.9.1640).

Der Sohn Hans Höß übernahm am 11.2.1639 für 155 fl mit 3 Kühen, 1 Pött, Neustift 18 fl. das Anwesen. Am 2.3.1639 heiratete er Elisabeth Hillenrainer, Tochter des Georg H. zum Jackl in Rüchlern, sie brachte 111 fl Heiratsgut mit. Am 12.4.1657 wurde Hans Höß Witwer und am 4.6. des selben Jahres heiratete er Maria Zaller, Tochter des Georg Zaller der Jung von der Kirch, er gab seiner Tochter 75 fl Heiratsgut mit. Willensgeld für die 2. Ehe; 1 fl 30 Kr., Vertrag vom 5.5.1657. Der Jahresgülten war 1675: 5 Kr., 8 ½ Pfund Schmalz, 10 Speiskäs, 1 Huhn, 13 Eier, ½ Clafter Dienstholz, 1 Fuder Khalchholz. Sohn Nicolaus Höß, * 5.12.1639, hat sich als Gärtner beim Kloster Höglwarth niedergelassen, Prot. v. 3.2.1665; Sohn Sebastian Höß, * 1.6.1643 hat sich als Drexler in Schlettstadt in Elsaß niedergelassen, Prot. v. 19.5.1670.

Am 5.1.1685 übernimmt Scholastika Höß *6.2.1661 den Hof ihrer Eltern und heiratet am 5.2.1685 Paul Hagn, Sohn des Mathias und der Rosina Hagn zum Pförn in Riedlern, Heiratsgut 20 fl und 90 fl selbst ersparten Lidlohn. Er stirbt am 24.9.1693 39jährig. Sein Sohn Hans *12.12.1690, heiratete am 10.2.1722 zum Langen. Seine Witwe Scholastika Hagn geb. Höß heiratet am 16.2.1694 Sebastian Walter von Waakirchen, Neustift: 21 fl, ab 1709 Grundner in Scharling +19.2.1742 74 J. Am 19.2.1709 stirbt Scholastika Walter, verw. Hagn, geb. Höß. Walter heiratet am 13.5.1709 Salome Haagnin Tochter von Georg und Margareth Hagn zum Grundner in Scharling.

1709 heiratet die Tochter Anna Hagn *21.6.1686 den Simon Mösner aus dem Achental *24.9.1686 + 2.9.1741 in Tegernsee, Eltern: Martin Mösner u. Elisabeth geb. Lentner, der Leibeigenschaft unterwirfig will 70 fl Heiratsgut hereinbringen, Neustift mit Conventgeld 31 fl 30 Kr. Sie übernehmen im selben Jahr für 300 fl mit 3 Kühen, 2 Jungr. und 1 Gaiß.

Am 23.1.1740 übernimmt der Sohn Simon Mesner für 300 fl, Neustift 42 fl 26 Kr. Er ist verheiratet mit Maria Rixner vom Zimmerer zu Scherfen. Im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-1748) bleibt auch Kreuth nicht verschont. Im April 1743 erfolgt der Überfall der berüchtigten österreichischen Panduren und Tolpatschen. Sie plünderten bei ihrem 2. Überfall am 27. April 1743 das Zobl-Gütl. Die Witwe Maria Mesner, geb Rixner heiratet den Schusterssohn Georg Steingräber im Weinberg zu Schliersee 1752. Aus 1. Ehe sind 5 Kinder da. Ihr Sohn Joseph Mesner * 26.8.1750, übernahm für 290 fl, (4 tr. Kühe, 3 Jungrind, 2 Schafe) Neustift 33 fl, + 31.7.1839, am 1.2.1781 das Anwesen. Er heiratete am 18.2.1781 Elisabeth Erlacher *16.9.1822, Kainradertochter von Scharling (heute Gasthof zum Hirschberg).

Am 5.2.1829 übernimmt der Sohn Leonhard Mesner *29.12.1788, +5.7.1869, für 555 fl, 1/16 Gut, 24,05 Tgw. Er heiratet am 23.2.1829 Anna Gasteiger *1.10.1794, +14.6.1870, Tochter des Joseph Gasteiger, Gruber von Hagrain.

1866 übernimmt Leonhard Mesner *19.10.1830, +8.1.1908; er heiratet am 24.4.1866 Susanna Schmid *1829, +1.10.1872, Tochter des Johann Schmid, Gütler in Elbach. In 2. Ehe heiratet Leonhard Mesner am 5.2.1877 Maria Erlacher *28.7.1836, +24.4.1909, Gütlerstochter zum Langen in Riedlern.

1899 übernimmt der dritte Leonhard Mesner, Sohn, * 27.9.1867 +2.2.1935. Er heiratet am 30.1.1899 Anna Kurzeder * 25.4.1875, + 14.6.1956, Tochter des Georg Kurzeder, Gütler in Unterasbach bei Zorneding. Leonhard Mesner war von 1919 bis 1934 Bürgermeister von Kreuth. 5 Kinder entstammen dieser Ehe: Martin wandert nach Sachsen aus; Leonhard stirbt am 5.9.1906 mit 7 ½ Jahren; Anna erbt mit ihrer jüngsten Schwester Maria das Anwesen; dazwischen war noch die Tochter Viktoria, verheiratet mit dem Postboten Michael Stoib.

Am 3.7.1956 übernehmen die Töchter Anna *8.8.1904 +12.6.1970 und Maria Mesner *28.3.1911 +10.4.1986, nach dem Tod Ihrer Mutter der Witwe Anna Mesner, das Anwesen. Die Nanni spielte die Maria in der Hl. Nacht von Ludwig Thoma, die 1924 in der Leonhardstoana-Hütte von den Leonhardstoanern aufgeführt wurde. 1969 wurde die Landwirtschaft aufgegeben

Nach dem Tod der Zobl Marie übernimmt Dorothea Falke, geb. Stoib das Gütl. Sie renovierte in den Jahren 1989/90 das Haus von Grund auf. Es wurde ein Schmuckstück.

Quelle: Die Klostergüter in Kreuth von Franz Mühlberger Tegernsee