Kreuther Wild

Wenn wir das hohe und reine Glück, das die Rückkehr zur Natur bedeutet, genießen wollen, müssen wir uns letztlich bewußt sein, daß die freie Landschaft und die dort vorkommende Tierwelt nicht nur der Befriedigung unseres Erholungsbedürfnisses dient. Sondern oftmals sehr empfindlich auf Störungen reagiert. Unser Verhalten in der freien Natur kann erheblich zum Schutz der Tierwelt beitragen.
Das Wild ist ein stiller Erdenbewohner und liebt nicht nur seine Ruhe, es braucht zum Überleben auch dieselbe. Ebenfalls sollte das Wild nicht verschreckt werden, darum auf den Wegen und Steigen bleiben und keine Abkürzer benützen.
Darum sollten wir uns im Wald und auf den Bergen ruhig verhalten und nicht durch Lautstärke auf uns aufmerksam machen.
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen angenehme und schöne Begegnungen mit unseren verschiedenen Wildarten

Das Auerwild (der Auerhahn) - Tetrao urogallus

Auerhahn und Henne

Es gehört zu den Hühnervögeln und zwar zu den Wildhühnern. Der Hahn erreicht ein Gewicht von 3,5 bis 6 kg. Im Gebirg ist ein Gewicht von über 4,5 kg selten. Die Henne ist bedeutend geringer, wiegt aber auch oft bis zu 3 kg. Der Hahn erreicht eine Länge von 83 cm.
Der Fächer des Hahnes (auch großer Stoß genannt) besteht gewöhnlich aus 18, manchmal aus 20 breiten schwarzen Federn mit weißen Sprengeln, aber immer paarweise. Hinter dem Fächer liegt der kleine Stoß, dessen Färbung schwankt auch zwischen fasr ganz schwarz und stark schwarz-weißer Mischung. Die Henne ist braun mit schwarzen Tupfen und gleicht in der Färbung der Waldschnepfe.
Die Falz- oder Balzzeit beginnt im Gebirg Mitte oder Ende April und dauert oft bis Ende Mai. Die beste Zeit ist meistens zwischen 1. und 10. Mai.
Der Balzgesang, das Gsatzl hört sich ungefähr so an: Der Hahn wacht eine Stund bis eine halbe Stund vor dem Tag auf, dann schnackelt er ein paarmal ganz faul. Langsam wird das Schnackln häufiger, es klingt dann wie Pelöpp. Jetzt spielt sich der Hahn ein, das Schnackln wird ganz schnell, man nennt das den Triller, dann kommt ein ganz heller lauter Ton, der Hauptschlag (wie Klikopp) und gleich darauf das Schleifen. Das Schleifen klingt ungefähr wie das ganz schnelle Aufeinanderwetzen von Stahl. Wenn der Hahn gut falzt, geht es Schlag auf Schlag, ein Gsatzl kommt nach dem anderen. Während des Schleifens hört der Hahn nichts und sieht wenig. Er ist buchstäblich blind vor Liebe.

Der Dachs - Meles meles

Die Dachse gehören zur Familie der Marder. Sie sind Sohlengänger. Der Schädel des Dachses hat eine auffallend hohe, stark ausgebildete obere Knochennaht, die sich von der Stirn nach rückwärts über den Hinterkopf hinzieht.
Eine besondere Eigenheit ist auch das Kiefergelenk. Der Unterkiefer hängt mit seinem rollenförmigen Gelenkkopf in einer Pfanne unter dem hinteren End des Augenbogens. Der Dachs ist ein sogenannt verkehrt gefärbtes Säugetier, das heißt, daß sein Rücken eine hellere Färbung aufweist als der Bauch. Die Körperlänge des Dachses beträgt um 70 cm, die Schulterhöhe um 30 cm und die Schwanzlänge um 17 cm. Das Gewicht liegt bei 10 kg, vor der Winterruhe steigt es auf 15 kg und mehr. Man schätzt die Lebensdauer auf ca. 15 Jahr.
Die Rollzeit des Dachses dauert auffallend lang, von Anfang August bis Anfang Oktober.
Der Dachs haust so ziemlich das ganze Jahr in seinem Bau, den er auffallend reinlich hält. Ende des Spätherbstes, wenn er voll gefressen ist, fängt der Dachs seinen Winterschlaf an, sobald die richtige Kälte eintritt. Bei warmer Witterung verläßt er schon von Anfang Januar ab seinen Bau, wenigstens zeitweis. Im Frühling steigt er wieder ganz aus seinem Bau, ist aber dann ziemlich dürr.
Die Spur ist mit keiner anderen bei uns vorkommenden Spur zu verwechseln. Ein Tritt zeigt deutlich die fünf langen Klauen, die kleinen Ballen und die ganze Sohle. Die Tritte stehen stark einwärts.
Der Dachs ist als ausgesprochener Allesfresser zu bezeichnen.
Allgemein sind Dachse wenig stimmfreudig. Bis auf gelegentliche keckernde und bellende Wut- und Angstlaute sind nur noch Ranz- und Todesschreie zu hören, die dem Heulen eines gequälten Kindes ähnlich sein sollen.

Der Feld- oder Waldhase - Lepus europaeus

Der Hase kommt im Gebirg hauptsächlich in den tiefen Lagen, in Tälern, Flußauen usw., aber auch noch ziemlich weit oben vor. Die Hasen gehören zu den Nagetieren.
Ausgewachsene Waldhasen werden bis zu 70 Zentimeter lang und 5 kg schwer; der Schwanz bleibt kurz: 7-10 cm. Wenn Waldhasen bei Gefahr ihr Heil in der Flucht suchen müssen, erreichen sie eine rasante Sprintgeschwindigkeit - auf kurzen Strecken bis zu 80 Stundenkilometern.
Die Nahrung des Waldhasen im Gebirg besteht ausschließlich aus Pflanzen: Gräser, Kräuter, Pilze, Zweige und Baumrinden.
Die Begattungszeit, Rammlerzeit genannt, beginnt im frühen Frühjahr, sobald die Witterung etwas milder wird und dauert fort bis in den August.
Waldhasen wechseln zweimal im Jahr ihr Fell. Das Winterfell ist langhaariger, dichter und grauer als das Sommerfell, bei dem die bräunlichen Töne überwiegen.

Der Fischotter- Lutra lutra

Der Fischotter gehört zur Familie der Marder. Die Luser der Ottern sind durch eine Hautfalte gegen eindringendes Wasser verschließbar. Der Balg hat derbes, kurzes anliegendes Oberhaar und eine dichte feine Unterwolle. Die Farbe ist meistens dunkelbraun, doch gibt es Spielarten bis zu hellgelblich. Auch graubraune Farbe kommt öfters vor. Der Balg ist im Sommer und Winter gleich wertvoll. Das Gewicht beträgt 7 bis 13 kg. Der Otter ist am Körper um 70 cm lang, der Schwanz um 45 cm.
Der Otter hat keine bestimmte Rollzeit. Es gibt zu jeder Jahreszeit junge Ottern.
Es kommt vor, daß man Ottern im Schnee ziemlich weit oben am Berg spürt. Bei Wanderungen von einem Bachtal ins andere machen sie oft weite Wege über Land und über die Berg. Beim Schwimmen im und unter Wasser benutzt der Otter seine lange kräftige Rute als Steuer.
Die Spur des Otters ist durch die Schwimmhäute sofort zu erkennen. Der Tritt zeigt die 5 Zehen mit den scharfen Klauen, dazwischen die Schwimmhäute, dahinter die ganze Sohle. Die zwei äußeren Zehen sind kürzer und mehr abgespreizt, wodurch man rechts und links im einzelnen Tritt auseinanderkennt. Sehr oft macht der Otter, ähnlich wie der Marder, eine Sprungspur. Die Stellung der vertrauten und der flüchtenden Spur ist ganz ähnlich wie beim Dachs, nur stehen die Tritte weniger einwärts und sind in der Flucht weiter auseinander gesetzt.
Durch die Verschmutzung der Bäche gehört der Fischotter heute zu unseren bedrohtesten Säugetieren und ist darum ganzjährig geschont.

Der Fuchs - Vulpes vulpes

Der Fuchs gehört in die Familie der hundeartigen Raubtiere. Schädel und Zähne des Fuchses sind gleich wie diejenigen der Hunde.
Es gibt bei uns zwei Spielarten von Füchsen, die Birkfüchse, lichtgefärbt mit weißer Kehle und Rutenspitze (Blume) und die seltenen Brandfüchse, rußigrot mit grauer Kehle und schwarzer Blume an der Rute.
Die Spur gleicht in der äußeren Form derjenigen eines schwachen Hundes. Ein Tritt besteht aus dem Abdruck von 5 Ballen mit 4 Klauen, von denen die beiden Mittleren vorstehen.
Im Schleichen schränkt die Fuchsspur, man sieht links Vorder- und Hinterbranke hintereinander abgedrückt. Die ganze Spur ist nah beisammen, weil der Fuchs, je vorsichtiger er schleicht, um so kleinere Schritte macht.
Der Trab ist die gewöhnlichste Gangart des Fuchses, bei welcher er immer schnürt und die Tritte der Hinterläufe genau in die Vorderläufe setzt.
Im Galopp sind die 4 Läufe ziemlich nah zusammen und zwar meistens die Hinterläufe vor denen der Vorderläufe.
In großer Flucht ist die Spur wieder geschränkt, die Hinterläufe sind voraus.
Beim Schleichen und Trollen sieht man im Schnee oft den Streifen der nachgezogenen Rute.
Von der Hundespur wird man die Fuchsspur durch die Stellung der Tritte leicht unterscheiden.
Füchse sind sehr Standorttreu und bewohnen oft generationenlang dasselbe Gebiet und dieselben Baue. Die Nahrung der Füchse besteht zum größten Teil aus schädlichen Nagern, so daß diesbezüglich der Nutzen dieser Tiere außerordentlich hoch ist, der auch durch ihre gelegentlichen übergriffe auf Haustiere nicht geschmälert werden kann.

Das Gams - upicapra rupecapra

Gams, auf dem Weg zum Hafnerstein

Das Gamswild gehört zu den Antilopenarten. Die Widerristhöhe beträgt rund 75 cm, ihr Gewicht etwa 50 kg. Auf der Stirn tragen beide Geschlechter steil aufragende, an der Spitze zurückgebogene Krickeln.
Das Sommerfell ist glatt und kurz und hat eine gelblichbraune Farbe. Im langen dichten Winterfell erscheinen sie schwarz bis auf den weißen Bauch und das helle Gesicht. Das Rückenhaar ist zu einem Kamm verlängert. Diese Haare werden zum Gamsbart verwendet.
Das Gams bevorzugt die alpine Vegetation oberhalb und unterhalb der Baumgrenze. Es ist ein Gras- und Blattfresser, der Anteil der Nadelhölzer ist meist gering. Das Gamswild läßt sich nicht füttern. Gams sind gesellige Tiere und leben in Rudeln (z.T. in sehr großen bis zu 100 Stück).
  Das tagaktive Gams erreicht äsend am frühen Vormittag einen Höhepunkt der Aktivität, sucht zur Ruhe über Mittag den Schatten auf und geht nach einer weiteren Äsungsphase mit der Dämmerung zur Nachtruhe über.
Die Brunft dauert von Ende Oktober, mit Höhepunkt Ende November, bis Ende Dezember.
Als Höchstalter wurden 18-25 Jahre bekannt, in den Alpen wird ein Gams selten über 11 Jahre.

Der Hermelin

Hermelin im Sommerkleid

hat einen langgestreckten, schlanken, geschmeidigen Körper auf kurzen Läufen, relativ großen rundlichen Gehören, Schwanz bis 1/3 körperlang, an der Spitze stets mit langhaariger schwarzer Quaste.
Das jährlich zweimal gewechselte Haarkleid ist im Sommer oben kastanien- bis zimtbraun, die Bauchseite, Innenseite der Läufe und Oberseite der Branten ist weiß bis gelblichweiß.
Das Winterkleid ist ab November/Dezember bis Februar/März weiß bis auf die Schwanzspitze. Das Hermelin ist im ganzen ca. 32 bis 38 cm lang, wovon 8 bis 10 cm auf die Rute gehen.
Im Kreislauf der Natur spielen die Wiesel eine wichtige Rolle als Regulatoren. Sie jagen hauptsächlich Nagetiere, die oft wesentlich größer sind als sie selber. Sie verschmähen aber auch Vögel, deren Eier, Fische, Lurche und Insekten nicht. Wiesel sind aber auch Hauptvertilger von Mäusen und Ratten.

Der Hirsch - Cervus elaphus

Wildfütterung

Der Hirsch ist das größte Wild in unseren Wäldern: fast anderthalb Meter hoch und zweieinhalb Meter lang, dabei nicht selten gut vier Zentner schwer - mit dem mächtigen Geweih unzweifelhaft eine sehr imposante Erscheinung. Die Hirschkuh dagegen bleibt erheblich kleiner; und - sie trägt auch kein Geweih.
Im Februar oder März wirft der Hirsch sein altes Geweih ab und bildet, jeweils bis zur Brunftzeit im Herbst, ein neues, welches zunächst noch vom Fell überzogen bleibt, fachsprachlich ausgedrückt: vom Bast. Erst nach vollendeter Ausbildung des neuen Geweihs wird dieser Bast abgescheuert, er wird gefegt. In der Brunftzeit von Mitte September bis Mitte Oktober hört man das Röhren der Hirsche, die dadurch die Stuck (Hirschkuh) anlocken und ihr Revier anzeigen.
Das Rotwild ist ein reiner Pflanzenfresser, der wie unser Hausrind wiederkäut. Die Nahrung, welche die Tiere im Wald und auf Lichtungen finden, besteht vor allem aus saftigen Gräsern und Kräutern, Pilzen, Bucheckern und Eicheln. Da sie aber auch Blätter und Knospen äsen und gelegentlich Rinde fressen, können sie in den Wäldern großen Schaden anrichten.
Das Lebensalter des Hirschs, der in unseren Breiten keine natürlichen Feinde mehr hat, liegt bei 20 - in Einzelfällen sogar bei annähernd 30 Jahren.

Der Iltis - Mustela putorius

Der Iltis auch Ratz oder Stinkratz (wenn er sich aufregt, stinkt er) genannt, gehört zu den Mardern und ist diesem ähnlich. Er ist kleiner als ein Marder, besonders viel kürzer und hat eine kürzere dünnere Rute.
Sein Balg hat dunkelbraunes Oberhaar, durch das die dichte gelblichweiße Unterwolle hell durchleuchtet. Die Branken sind bedeutend schwächer als beim Marder.
Der Iltis ist überall wo sich der Steinmarder aufhält, außerdem besonders gern am Wasser, wo er fischt, Frösche fängt und als besondere Liebhaberei Schlangen frißt, aber auch unzählige Mäuse. Der Iltis ist ein guter Schwimmer. Die Spur beim Iltis ist wie beim Marder, hauptsächlich die Sprungspur. Sie ist von der Marderspur leicht zu unterscheiden an den kürzeren Sprüngen, an den bedeutend kleineren Tritten, die im Verhältnis zu ihrer Breite länger sind und nicht so rund wie die Mardertritte. Zwischen den Ballen ist die Behaarung gering, die Zehen erscheinen in der Spur dünner und verhältnismäßig länger.
Der Iltis ist ein berühmter Rattenfänger, weswegen er auch der Ratz genannt wird. Am Tag schläft der Ratz auch wie ein Ratz und in der Dämmerung wird er mobil. Im Winter wenn seine Raubzüge nicht mehr so erfolgreich sind, zieht er in die Nähe von Gehöften. Wenn er dann in einen Hühnerstall einfällt, holt er sich nur das was er zum Sattwerden braucht: ein Huhn. Das Höchstalter des Iltis ist 12 bis 14 Jahr.

Der Luchs - Felis Lynx

Im 19. Jahrhundert wurde der Luchs ausgerottet. Vereinzelt kommen Exemplare aus Österreich. Die Wiedereinbürgerung scheiterte bis jetzt am Futterneid und Unverständnis der Jägerschaft.
Der Luchs ist die größte und stämmigste Art von Kleinkatzen. Er weißt eine Schulterhöhe von 50 bis 75 cm auf, ist hochbeinig und sehr kurzschweifig. Der rundliche Kopf besitzt seitlich einen starken Backenbart. Die großen Pfoten weisen als Anpassung an die kalten Lebensräume eine starke Behaarung zwischen den Zehen und den Ballen herum auf. Das auffallendste Merkmal alle Luchse ist aber das in einen langen Haarbüschel spitz auslaufende Ohr (Pinselohr). Diese Einrichtung ermöglicht den Tieren eine sehr genaue Schallortung, die durch Entfernung der Haarbüschel merklich verschlechtert wird. Je nach Verbreitungsgebiet ist das Fell des Luchses langwollig gelbgrau bis kurzhaarig rötlich gelbraun. Im Winter und am Bauch ist das Fell aufgehellt.
Der Luchs lebt als Einzelgänger in festen Revieren, deren Größe je nach dem vorhandenen Wildreichtum zwischen 1000 und 10000 Hektar schwankt. Er sucht unter Felsüberhängen oder -spalten, in hohlen Bäumen oder Erdbauten anderer Tiere Zuflucht und ernährt sich von Säugetieren, von Maus bis Junghirschgröße. Dabei kommt ihm eine bedeutende gesundheitsregulatorische Aufgabe zu, indem er meist die Kranken und wenig lebenstüchtigen Tiere erbeutet. Daneben ernährt er sich aber auch von allerlei kleinen Nichtsäugern.
Der Luchs ist stark gefährdet, besonders geschützt und ganzjährig geschont. hoffen wir, daß bald wieder Luchse bei uns heimisch werden und diesen Schutz benötigen.

Der Marder - Martes martes - Martes foina

Es gibt bei uns zwei Marder-Arten, den Baum- oder Edelmarder und den Haus- oder Steinmarder. Sein schlanker Körper wird etwas mehr als einen halben Meter lang, der buschige Schwanz erreicht knapp30 cm. Tagsüber ruhen die Marder in ihren Lagern. Bei Einbruch der Dunkelheit gehen sie auf Nahrungssuche. Dabei kann der Marder in einer Nacht bis zu 10 km zurückkegen.
Der Baummarder ist hell- bis dunkelbraun mit einer goldgelben Kehle. Er ist gewöhnlich stärker als der Steinmarder, seine Branten sind zwischen den Ballen mehr behaart und stärker als die des Steinmarders. Dadurch unterscheidet man auch die beiden Spuren voneinander.
Der Steinmarder ist graubraun oder schwärzlich-grau mit einem weißen Kehlfleck. Er ist etwas schwächer als der Baummarder. Er hält sich mehr in der Nähe der menschlichen Wohnungen auf. Man findet ihn oft in Scheunen, auf Speichern, in Heustadel usw.
Die Ranzzeit ist Mitte Juni bis gegen Ende Juli.
Die Spur des Marders ist fast ausschließlich eine Sprungspur. Der einzelne Tritt ist in der Form gleich dem Tritt des Fuchses, nur entsprechend schwächer. Die Zehen und Ballen sind dieselben wie beim Fuchs, die beiden Mittelzehen sind die längsten. Im tiefen Schnee sieht man in der Spur oft die nachschleifende Rute.
Die Lebenserwartung der Marder beträgt 8 bis 10 Jahr.

Das Murmeltier - Marmorta marmorta

Murmeltier - Mankei

Das Murmeltier wird in den meisten Gebirgsgegenden Mankei genannt und gehört zu den Nagetieren. Das Männchen heißt Bär, das Weibchen Katz. Die Ranzzeit ist im frühen Frühjahr.
Die Mankeis leben in Bauen, die sie sich in Sandreißen und Lahnern graben und in denen sie fast dreiviertel des Jahres verschlafen. Während des Winterschlafes schlafen sie 3-4 Wochen ununterbrochen, wachen dann wieder 12-14 Stunden auf, um wieder 14 Tage oder länger weiter zuschlafen. Während dieser Zeit nehmen sie keine Nahrung auf.
Mankei sind ausschließlich tagaktiv. Die Hauptnahrung besteht aus krautigen Pflanzen, daneben auch aus Blüten und Früchten alpiner Pflanzen.
Nach den Massenabschüssen früherer Jahrzehnte ist das Mankei heute ganzjährig geschützt.

Das Reh - Capreolus capreolus

Das Reh gehört zur Familie der Hirsche, hat wie diese auch die Haarbürsten an den Hinterläufen und keine Gallenblase. Das Gwichtl besteht, wie das Hirschgewih, aus Knochenmasse und wird alle Jahr im Herbst abgeworfen.
Unsere Rehe sind schlank und zierlich gebaut. Bei einer Körperlänge von fast 1,30 Meter beträgt die Schulterhöhe nur 70 cm und erreicht ein Gewicht von 15-20 kg. Die Hauptbrunft (Blattzeit) ist von Mitte Juli bis Mitte August, die Nebenbrunft im November und Dezember.
Rehe leben meist in kleinen Rudeln (Sprüngen), die meist aus einem Familienverband bestehen. Erwachsene Böcke sondern sich außerhalb der Brunftzeit ab. Im Winter vereinigen sich die Rehe bis zu 50 Tieren.
Ein erschreckter Rehbock gibt bellende Laute von sich, die wie bö-bö-bö klingen; Geißen haben eine fipernd klingende Stimme. In großer Angst können Rehe durchdringend schreien.
Die Nahrung besteht wie beim Rotwild hauptsächlich aus Gräsern, Kräutern, Pilzen, Waldbaumfrüchten, Laub, Rinde und Baumknospen.
Das Haarkleid ist im Sommer rotbraun mit schwach abzeichnendem Spiegel; im Winter einfarbig grau bis graubraun, Spiegel rein weiß.
Rehe können 10-12 Jahr alt werden. In Einzelfällen sind 16 oder 17 Jahr erreicht worden.

Der Schneehase - Lepus timidus varronis

Der Alpen- oder Schneehase ist im allgemeinen etwas kleiner als der Waldhase und ist im Sommer blaugrau und im Winter schneeweiß mit schwarz eingefaßten Löffeln. Seine Löffel sind etwas kleiner wie die des Waldhasen, die Hinterläufe sind länger mit breiteren, stark behaarten Sohlen und besonders langen, weit spreizbaren Zehen.
Er hält sich besonders in den höheren Lagen in den Latschen, auf Almen und auch im Wald. Das Verfärben geht im Hernst schneller als im Frühjahr, wobei es sich nach der Witterung richtet. Beim Haarwechsel ist der Schneehase oft scheckig.
Die Spur ist dieselbe wie beim Waldhasen, nur die Abdrücke der Hinterläufe sind viel breiter und es fallen ihre gespreizten langen Zehen auf, die das Einsinken im Schnee verhindern und wie Schneereifen wirken.
Da es den Schneehasen nur mehr in den bayrischen Alpen gibt, ist er ganzjährig geschont.

Das Schneehuhn - Lagopus mutus

ist in Größe und Form ähnlich dem Haselhuhn, eher etwas schlanker.
Im Sommer ist der Hahn am Bauch, unter dem Stoß, an den vorderen Flügeldeckfedern, an den Schwungfedern und an den Tritten weiß. Das ganze Gefieder ist immer mit weißen Federn durchmischt. Über den Augen hat der Hahn kleine Rosen, die während der Falzzeit größer werden. Die Henne hat im Sommer weniger weiß als der Hahn. In der übrigen Färbung gleicht das Schneehuhn dem Haselhuhn. Während der Falzzeit sind die Hühner noch weiß, die Verfärbung fängt gleich nach dieser an. Mitte Juni ist sie ziemlich fertig. Das Gefieder ist im Sommer fast in jedem Monat etwas anders, die Federn bleichen allmählich und im September sind die rostbraunen Bänder an Kopf und Hals schon fast ganz weiß. Im Winter werden alle Federn schneeweiß, mit Ausnahme des Stoßes, der schwarz wird mit einer lichten Einsäumung. Die Hauptmauser beginnt im Oktober, da werden die Hühner zuerst ganz scheckig. Im November sind sie fertig verfärbt und scheeweiß. Der Hahn hat vom Schnabel bis über die Augen einen schwarzen Streifen.
Die Schneehühner halten sich nur hoch oben in den Latschen und zwischen den Wänden auf. Ihr Flug ist im Gegensatz zu anderen Wildhühnern ziemlich geräuschlos und weniger flatternd.
Die Balzzeit ist im Mai. Der Schneehahn ist der erste Vogel den man am Morgen hören kann. Schon lang ehe der Spielhahn einfällt hört man den schnarrenden Ton des falzenden Schneehahns.
Das Schneehuhn ist vom Aussterben bedroht und darum ganzjährig geschont.

Das Birkwild (der Spielhahn) - Tetrao tetrix

Der Spielhahn hat glänzend blauschwarzes Gefieder mit weißem Unterschwanz und weißem Fleck am Flügelbug, Spiegel genannt. Bei ausgewachsenen Hahnen sind die Spielfedern nach außen gebogen.
Die Henne ist deutlich kleiner als der Hahn und hat einen gegabelten Schwanz. Die großen Rosen über den Augen leuchten rot. Die Henne ist durch das braune, quergewellte Gefieder vom Hahn zu unterscheiden.
Er bringt es auf ein Gewicht von 1,2 Kg und eine Länge von rund 53 cm, sie dafgegen nur auf ein Gewicht von 0,9 kg und eine Länge von 41 cm. Der Spielhan hat eine schwache Herbstbalz und von Mitte April bis Ende Mai seine Hochbalz. Im Gegensatz zum Auerhahn grugelt der Spielhahn. Er ist auch nicht vor Liebe blind. Der Hahn fällt im allerersten Morgengrauen ein. Nach dem Einfallen steht der Hahn längere Zeit unbeweglich, um zu sichern. Ist alles ruhig, so kommt der erste Blaser, bei denen der Hahn hochspringt und mit den Schwingen schlägt. Dann geht das Grugeln an, ein Zeichen, daß er sich jetzt sicher fühlt.
Birkhühner sind Standvögel, die im Gegensatz zum Auerwild gesellig leben. Im Winter ruhen Birkhühner am Erdboden und lassen sich manchmal bis zum Kopf völlig einschneien. Wegen der Seltenheit der Tiere ist es ganzjährig geschont.

Das Steinhuhn - Alectoris graeca

Steinhühner sind rebhuhnähnliche Fasanenartige von 33 cm Gesamtlänge und 0,5 bis 0,75 kg Gewicht.
Oberseite und Brust sind blaugrau mit rötlichem Schimmer, die Kehle ist weiß mit schwarzer Einfassung. Ein schwarzes Band geht von der Schnabelwurzel über die Stirn. Der Stoß ist rostrot. Die Henne ist etwas schwächer als der Hahn und hat am Tritt keine Sporenwarze wie dieser, sonst sehen sie fast gleich aus. Steinhühner bewohnen als Standvögel steinige und felsige Gebirgslandschaften, steigen aber auch außerhalb der Brutzeit (im Winter) auch in geschützte Tallagen oder im Sommer bis in die Hochlagen. Die Paarungszeit ist im Mai.
Das bekannte Höchstalter (in Gefangenschaft) beträgt knapp 10 Jahr. Bei uns unterliegt das Steinhuhn nicht mehr dem Jagdrecht, es steht unter Naturschutz.

Das Wiesel - Mustela nivalis - Mustela erminea

Die Wiesel gehören auch zur Familie der Marder. Es gibt bei uns zwei Arten von Wieseln, das kleine oder Mauswiesel und das große Wiesel oder Hermelin.
Das Mauswiesel ist das kleinste Raubsäugetier der Erde, mit einer Körperlänge von ca. 25 cm einschließlich Schwanz. Es hat einen sehr schlanken und zierlichen Körper, relativ kleine rundliche Ohren (Gehören), kleine schwarze Augen (Seher), schwarzer Nasenspiegel; Schwanz (Rute) bis 1/4 körperlang, mit nur schwach entwickeltem Endpinsel aus wenigen, nicht auffälligen schwarzen Haaren im Unterschied zum Hermelin. Das Haarkleid auf der Oberseite gelblichbraun bis rötlichbraun, die Unterseite und die Innenseiten der Beine (Läufe) sind weiß; hinter dem Mundwinkel meist ein brauner Fleck.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in freier Natur zwischen 5 und 6 Jahren.

Die Wildkatze - Felis silvestris

Wildkatze

Die Waldkatze ist unsere einheimische Wildkatze. Sie ist leicht von einer wildernden Hauskatze zu unterscheiden.
Einmal sind die Wildkatzen sehr viel stärker und ihr Körper ist gedrungener als bei Hauskatzen. Ein ausgewachsener Kuder wiegt rund 10 kg und ist 45 bis 68 cm lang, Schulterhöhe 35 bis 40 cm. Sie haben eine sehr kurze, buschig behaarte Rute, die drei bis fünf geschlossene Ringe hat und mit einer wie abgehackt wirkende Spitze. Die reine Wildkatze ist außerdem sehr verwaschen in ihrer Zeichnung. Die Streifen an den Flanken heben sich nur schwach von der gelbgrauen Grundfarbe des Felles ab. Außerdem zeigen reine Wildkatzen niemals das Kringel- oder Marmelmuster vieler Hauskatzen. Die Hauptnahrung von Wildkatzen sind Mäuse. Daneben werden gelegentlich Eichkatzl, Junghasen und Vögel gerissen, ganz selten auch einmal ein Rehkitz (was den Jägern aber kein Recht gibt, diese Tiere einfach mit einer wildernden Hauskatze zu verwechseln und abzuknallen). Die Ranzzeit ist immer Februar/März. man hört in dieser Zeit den Schrei des Kuders. Die Lautäußerungen ähneln denen der Hauskatze sehr. Die Spur ist etwas stärker. Katzen können ihre Krallen einziehen, die sich deshalb im Trittsiegel nicht abdrücken (sie nageln nicht).
Der Bestand der Wildkatzen ist stark gefährdet und darum besonders geschützt und ganzjährig geschont. Unsere Wildkatze ist nicht die wilde Stammform der Hauskatze (das ist die orientalische Falbkatze), doch kommen Kreuzungen mit Hauskatzen öfter vor (sog. Blendlinge). Die Wildkatze erweist sich als außerordentlich menschenscheu und als ausgesprochener Kulturflüchter. Einzelgängerisch, bewohnt jedes Tier ein Jagdrevier von etwa 3 qkm. Das Territorium wird als Individualbesitz durch verschiedene Markierungen angezeigt.

Quellennachweis: Die Jagd im Gebirg von Herzog Ludwig Wilhelm in Bayern